Lovis Corinth und der Akt in Hannover

Ideal? Normal!

Immer wieder beschäftigte sich der deutsche Impressionist Lovis Corinth mit dem nackten weiblichen Körper. Seine sinnlichen, lebensnahen Werke unterschieden sich dabei deutlich von den damals vorherrschenden idealisierten Aktbildern.

Das Landesmuseum Hannover beleuchtet von diesem Sonntag an erstmals in einer Ausstellung die Aktbilder von Lovis Corinth im Kontext seiner Zeit. Der 1858 geborene Künstler beschäftigte sich immer wieder mit dem nackten weiblichen Körper, mal orientierte er sich an antiken Mythen, mal präsentierte er ihn in sinnlich-intimen Szenen.

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"Die Schau schöpft maßgeblich aus unseren reichen Sammlungsbeständen des deutschen Impressionismus und ergänzt diese durch wertvolle Leihgaben", sagte Museumsdirektorin Katja Lembke am Freitag. Zu sehen sind 11 Gemälde, 55 Grafiken, 3 Skulpturen sowie 3 Publikationen der Jahrhundertwende, unter anderem von Max Slevogt, Paula Modersohn-Becker und Auguste Renoir.

Die bis zum 11. Juni laufende Ausstellung mit dem Titel "Nackt und bloß. Lovis Corinth und der Akt um 1900" widmet sich einer Epoche im Umbruch. So unterschieden sich Corinths Arbeiten den Ausstellungsmachern zufolge aufgrund ihrer Sinnlichkeit und Lebensnähe deutlich von den damals vorherrschenden idealisierten Aktbildern. Bei dem 1925 gestorbenen Künstler erschienen die Figuren der antiken Sagenwelt nicht wie entrückte Götter oder Helden, sondern wie alltägliche Gestalten. In den Darstellungen badender Frauen von Paul Cézanne oder Ernst Ludwig Kirchner schwingt zudem die Sehnsucht nach natürlicher Nacktheit und der Befreiung des Körpers mit.

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Parallel zur Corinth-Schau beschäftigen sich Design-Studenten der Hochschule Hannover mit der Darstellung des Nackten. Ihre Arbeiten werden ab April im Landesmuseum präsentiert.

"Nackt und bloß. Lovis Corinth und der Akt um 1900"

Termin: bis 11. Juni 2017, Landesmuseum Hannover