Der Teppich von Bayeux erzählt auf einer Länge von rekordverdächtigen 68 Metern, aber nur maximal 53 Zentimetern Höhe, die Geschichte der Annexion Englands durch den Normannenherzog Wilhelm I. (genannt: "der Eroberer"). Das Stück wurde einst von unbekannten Kunsthandwerkern gestickt und ist heute im Centre Guillaume le Conquérant im französischen Bayeaux zu sehen.

Ausschnitt des Teppichs von Bayeux, um 1070, Stickerei auf Leinen, 48 bis 53 × 6838 cm

In der Kunst des 11. bis 13. Jahrhunderts erlebte die Buchmalerei eine Hochblüte und brachte Meisterwerke wie den Psalter Ludwigs des Heiligen (1270 bis 1274) hervor.

Um 1170 entstand die Welfenchronik, eine lateinisch verfasste Geschichte der Welfen.

Evangeliar Heinrichs des Löwen: Das Widmungsbild zeigt im unteren Bereich Heinrich den Löwen und seine Gemahlin Mathilde, die von den Heiligen St. Blasius und St. Aegidius, der in der Mitte thronenden Maria zugeführt werden. Heinrich der Löwe biete Maria das Evangeliar dar. Neben Maria sind Johannes der Täufer und der heilige Bartholomäus, die der Braunschweiger Kirche und dem Welfenhaus eng verbunden sind, dargestellt.

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (Signatur Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 105 Noviss. 2°; Signatur München: clm 30055) ist gemeinschaftliches Eigentum des Landes Niedersachsen, des Freistaates Bayern (Bayerische Staatsbibliothek München), der Bundesrepublik Deutschland und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Evangeliar Heinrichs des Löwen: Das Bild zeigt die Krönung Heinrichs des Löwen und seiner Gemahlin Mathilde durch Christus. Hinter dem knienden Herzog erscheinen seine Eltern Herzog Heinrich der Stolze und Herzogin Gertrud sowie seine Großeltern Kaiser Lothar III. und Kaiserin Richenza. Hinter der Herzogin Mathilde folgen ihr Vater, König Heinrich II. von England und ihre Großmutter Mathilde. Die obere Bildhälfte zeigt Christus umgeben von 8 dem Herzoghaus nahestehenden Heiligen, unter denen auch Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury, vertreten ist.

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (Signatur Wolfenbüttel: Cod. Guelf. 105 Noviss. 2°; Signatur München: clm 30055) ist gemeinschaftliches Eigentum des Landes Niedersachsen, des Freistaates Bayern (Bayerische Staatsbibliothek München), der Bundesrepublik Deutschland und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Der Speyerer Dom ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Das sich deutlich vom Rest des Baus unterscheidende Westwerk wurde im 19. Jahrhundert im Neuromanischen Stil erbaut. Gut zu erkenne sind das schlichte Kirchenschiff und die typischen Rundbögen.

Grundriss des romanischen Speyerer Doms (links) und des gotischen Kölner Doms (rechts).

Der Kölner Dom (hier auf einer colorierten Fotgrafie um 1900) gilt als herausragendes Beispiel gotischer Architektur. Der Baubeginn lag im 13. Jahrhundert, vollendet wurde der Bau allerdings erst im 19. Jahrhundert. Der Dom ist das dritthöchste Kirchengebäude der Welt.

Querschnitt der Kathedrale von Reims mit den für die gotische Architektur typischen Strebewerk. Wie Stützen nehmen sie den Schub des Hauptschiffes auf.

In der Gotik wurden die Malereien plastischer und detailreicher. Ein frühes Beispiel ist das auf eines kreuzförmige Leinwand gemalte Kruzifix von Cimabue (um 1240 bis um 1302, Florenz, Santa Croce). Das Lendentuch Jesu ist von zartester, transparenter Textur, seine Muskeln sind elegant und geschmeidig.

 

In der Cappella degli Scrovegni in Padua schuf Giotto di Bondone (1266 bis 1337) auf sämtliche Wände Fresken von erfrischender, leuchtender Farbigkeit und erzählerischer Kraft: epochale Werke der abendländischen Malerei.

Ausgemalte Klosterzellen des Fra Angelico (zwischen 1386 und 1340 bis 1455) im Kloster San Marco, Florenz.

Die Flamen Jan van Eyck (1399 bis 1464) und Rogier van der Weyden (1390 bis 1441) führten realistische Tendenzen in religiöse Szenen ein, etwa in van der Weydens genial komponierter "Kreuzabnahme", 1435 bis 1440, Öl auf Holz, 220 × 262 cm.

Jan van Eyck: "Arnolfini-Hochzeit", 1434, Öl auf Holz, 81,8 x 59,7 cm

Zwei der bedeutendsten Maler des deutschsprachigen Raumes lebten am Rhein: Stephan Lochner (um 1400 bis 1410), dessen figurenreiche "Madonna im Rosenhag" (um 1450) eines der Highlights des Kölner Wallraf-Richartz-Museums ist, war im Bodenseegebiet beheimatet.

Ein anonymer Meister der um 1400 am Oberrhein lebte, wagte Revolutionäres: Der "Meister des Paradiesgärtleins" holte die Muttergottes als Erster aus dem verschlossenen Garten (hortus conclusus), der die Jungfräulichkeit der Maria schützen sollte, und setzte sie ins Zentrum einer Gartenparty.

Zum Artikel: Überblick zur Kunst der Romanik und Gotik: Crashkurs Mittelalter