Ladislav Zajac - Starter

Terrestrische Raumfahrt

Ladislav Zajac liebt Science-Fiction und Räume, die sich über ihre Grenzen öffnen. Zur Zeit sind in München Arbeiten von Zajac in der Galerie Christa Burger zu sehen.
Mit Auftrieb:art stellt junge Künstler vor

Für die Ausstellung "What Reality Might Be" spielte Ladislav Zajac das Öffnen der Tür zu der Lagerräumen des Ausstellungsraums in vielen Variationen durch, unter anderem in der Mittelformat-Dia-Projektion: "Zum gleichen Zeitpunkt in mehreren Räumen", RAUM Düsseldorf, 2012

Mit seiner Installationskunst möchte Ladislav Zajac in unentdeckte Regionen vorstoßen. Wachen Auges und mit leichtem Expeditionsgepäck begibt er sich auf Entdeckungsreisen.

Zajac ist ein Raumfahrer der besonderen Art. Die Räume, in denen er agiert, sind zwar ganz und gar irdische, doch wie jeder Raumfahrer strebt auch er danach, der Schwerkraft der Verhältnisse zu entkommen und die Begrenztheit der alltäglichen Wahrnehmung abzuschütteln. Zajac baut augenzwinkernd eine Diskokugel zur Satellitenschüssel einer imaginären Raketenstation um. Aber statt hienieden tanzende Disko-Mädchen in Lichtsternen zu baden, soll sie Kontakt zu ferneren Welten herstellen. Oder er platziert einen leeren Türrahmen ("To Make Sure That My Passage Over The Threshold Is An Entrance Not An Exit") mitten im Raum, um sicherzustellen, dass die Passage in andere Sphären und Dimensionen bewusst vollzogen wird. Selbst das Fragment eines Würfels, der zusammen mit einem Konstruktionswinkel im Boden versinkt, reicht Zajac und seinem langjährigen Künstlerkollegen Philipp Orschler aus, um die Begrenztheit des euklidischen Raums in der Vorstellung hinter sich zu lassen. Wenn möglich, mit Lichtgeschwindigkeit.

"Leaving This Planet" lautet das Programm. Die Arbeit gleichen Namens, die Zajac gemeinsam mit Sebas­tian Hein realisiert hat, ist Rauminstallation und Film zugleich. Im Unterschied zur ringsherum ausgebreiteten Aufnahmeapparatur sieht man im Film tatsächlich ein Raumschiff – oder glaubt es zumindest. Was eben noch die Raumdecke war, hat sich in die Imagination des Schwebens im leeren Raum verwandelt. Dieses majestätisch dahingleitende Raumschiff vergisst man so schnell nicht wieder. Selbst wenn Zajac profane Räume mit einfachen Mitteln wie silberglänzendem Klebeband verändert, wenn er Schwellen, Durchgänge und Passagen mar­kiert, ergeben sich neue Perspektiven, öffnen sich verborgene Schlupflöcher und Passagen in andere Welten. Dass unsere Wahrnehmung auf nur drei Dimensio­nen beschränkt ist, akzeptiert der Künstler nicht. Er löst diese Starre auf, wobei die Herrschaftsverhältnisse mit in den Blick geraten. Die Freiheit des Wahrnehmens beginnt jenseits vorgegebener Raster, jenseits von Boden, Wand und Decke.

Steckbrief<br><br>

Geboren: Košice, Slowakische Republik, 1978.


Wohnort: Berlin.


Ausbildung: Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, AdBA Palermo.


Galerie: Oechsner Galerie, Nürnberg; Galerie Christa Burger, München


Initialzündung: Inmitten einer langen Phase der Langeweile.


Höhepunkt: Die Realisierung einer Arbeit.


Tiefpunkt: Kurz nach der Realisierung einer Arbeit.


Helden: Mr. Bob Harris, Dave Bowman, Thomas A. Anderson, Toru Watanabe, Jed Martin, Josef Knecht.


Credo: Dass von jeder Wahrheit auch das genaue Gegenteil wahr ist.


Ein Rat, der Ihnen geholfen hätte: Sich nicht der Kausalität zu unterwerfen.


Warum Künstler, nicht Banker?: Wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten.

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