Andrew Kuo - Starter

Zwangsneurose

Das Leben ist ein Tortendiagramm! Nach diesem Motto funktioniert Andrew Kuos skurrile Auflistungskunst.
Junge Kunst:Skurille Auflistungskunst von Andrew Kuo

Knallbunte Musikanalyse von Andrew Kuo: "The Same Song On 3/5/13", 2013, 51 x 38 cm

Sein Leben bewältigt Andrew Kuo in Form von bunten Infografiken. Kuo listet zum Beispiel die letzten fünf Frauen, die er geküsst hat, all die Dinge, die er hätte erledigen können, wenn er nicht krank im Bett gelegen hätte oder wie er sich nach einer langen Nacht mit einem Kater fühlt.

Der Weg zur Kunst und zur Vertretung bei der Marlborough Chelsea Gallery führte über die Musik. Kuo spielt mit seinem Kunsthändler Pascal Spengemann in einer Band. Vor acht Jahren startete er einen Blog über Basketball, den er später der Musik widmete. Daraus wuchsen die Infografiken, die er zu Bands und ihren Alben erstellte. Die New York Times gab ihm daraufhin eine Kolumne.
Der 1975 in Queens als Sohn taiwanesischer Eltern geborene Kuo ist ein medienbesessenes Kind seiner Zeit: Er wuchs mit amerikanischen Fernsehserien auf, hat ein Tattoo, das Bart, die Hauptfigur der Zeichentrickserie "Die Simpsons" zeigt. Er ist ein Sport-Fanatiker, der alle Baseball-Spiele der Yankees und das Basketball-Team der Knicks verfolgt und unermüdlich auf Twitter kommentiert. Seine Instagram-Site zählt mehr als 60 000 Anhänger. "Mir gefällt, dass das Internet einen Strom von neuen und angeeigneten Bildern liefert." Während er in seinem Atelier auf der Lower East Side malt, sieht Kuo gern Filme, weil ihn die Sounds und die Farben inspirieren. Keines seiner Schaubilder würde ohne den Text existieren, der die Form vorgibt. "Die Formen sind die Schatten des Textes", erklärt Kuo, der sich an minimalistische Meister wie Josef Albers oder Barnett Newman anlehnt. Kuos Kunst entspringt dem Verlangen, Erlebtes und Gefühltes zu kategorisieren und hübsch sortiert abzulegen.

Andrew Kuo

Geboren: 1977 in Queens, New York.


Wohnort: Lower East Side in New York.


Ausbildung: Rhode Island 
School of Design.


Galerie: Marlborough Chelsea.


Initialzündung: Als Kind 
Snoopy-Cartoons zu 
kopieren und zu malen.


Höhepunkt: Die Abschlussparty für 
meine erste Ausstellung bei Marlborough Chelsea, bei der die Band Real 
Estate aufgetreten ist.


Tiefpunkt: Die Suche nach einem Gewerberaum in New York. Die Momente vor, während und nachdem ich Kunst mache.


Helden: Jeremy Lin, Sophie Calle, Bill 
Callahan, Ellsworth Kelly, Kanye West, Bill James, Aphex Twin, Matt Groening, Cindy Sherman, Charles M. Schulz, Guy Picciotto, Philip Guston, Milo Aukerman und so 
weiter. Es gibt so viele!


Credo: Be nice!


Ein Rat, der Ihnen geholfen hätte: Die Welt ist nicht dort draußen, um dich ranzukriegen/hab Spaß.


Warum Künstler? Weil es 
sich zu sehen lohnt, ob 
man etwas schaffen kann, das man mag.

http://kuowork.tumblr.com/

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