Laura Buckley - Starter

Lichtskulpturen

In der Serie "Starter" stellt art junge Künstler vor, diesmal: Laura Buckley. Sie baut Installationen, um ihre Videos als Skulpturen zu zeigen.
Verführung mit Licht:art stellt junge Künstler vor

Video im Kaleidoskop: Laura Buckley: "Fata Morgana", 2012, Installation aus Holz, Acrylglas und Spiegel, Videoprojektionen, 8:24 Minuten

Mit Licht malen" nennt Laura Buckley ihre künstlerische Praxis. Sie projiziert Videos auf reflektierende und durchsichtige Oberflächen wie Spiegel oder Plexiglas.

Durch die sich drehenden Projektionsflächen bestrahlen die Bilder den gesamten Raum, den Betrachter mit eingeschlossen, der so Teil des Environments wird. "Meine traumähnlichen Installationen", sagt sie, "sollen alltägliche Szenen aus ihrer Normalität heben." Sie begann als Malerin, doch die zweidimensionale Leinwand war ihr schon bald nicht mehr genug. So erweiterte sie ihre Kunst in den Raum, baute geometrische, oft begehbare Gebilde, auf die sie Videos projiziert, die aber auch als Gehäuse für die technischen Geräte und dem Publikum als Sitz dienen. Sie fertigt ihre Videos mit dem Handy und seit einiger Zeit auch mit dem Scanner. Für ihre Installation "Fata Morgana" (2012), die sie für die Londoner Produzentengalerie Cell Project Space schuf, und die vom Supersammler Charles Saatchi gekauft wurde, baute sie ein raumfüllendes sechseckiges Videokaleidoskop. Die rasant geschnittenen Bilder drehen sich um 360 Grad, was im Betrachter beinahe ein Schwindelgefühl auslöst.

Ein Besuch des Bauhaus-Museums in Berlin führte zu der Arbeit "Berlin Void" (2011). Durch das geometrische Emblem einer Bushaltestelle vor dem Museum, das zum Kamerasucher wird, filmte sie banale Szenen: Spatzen auf Kopfsteinpflaster, Autos, Artikel, die es im Museumsshop zu kaufen gibt – umrahmt von einer Kamerafahrt entlang der Museumsfassade. Auch dieser Film wird auf eine geometrische Skulptur projiziert, und auch hier überfällt den Betrachter eine merkwürdige Orientierungslosigkeit. Der Scanner ist für sie zu einem immer wichtigeren Werkzeug geworden. Sie scannt Objekte wie Haarsträhnen ihrer Kinder, Schmuckstücke oder Muscheln, wobei ihre Hand teilweise sichtbar bleibt. Das zweidimensionale fotografische Bild der Bewegung eines dreidimensionalen Objekts verarbeitet sie entweder zu einem digitalen Druck oder speist es über den Computer in ihre Videos ein. "Auf diese Weise", sagt Laura Buckley, "fließen alle Prozesse ineinander und gehen einen Dialog ein."

Steckbrief<br>

Geboren: Galway, Irland/1977.

Wohnort: East London.

Ausbildung: BA National College of Art and Design, Dublin; MA Chelsea College of Art and Design, London.

Initialzündung: Erkundung, Erfindung, Befriedigung, Zauber.

Höhepunkt: Der Aufbau von "Fata
Morgana", ein massives begehbares Kaleido­s­kop mit einem intensiven Soundtrack und einer Videorückprojektion, und die Freude an den Reaktionen der Besucher.

Tiefpunkt: Mit gelegentlichen Frustra­tio­nen fertig zu werden.

Helden: Ich habe eigentlich keine Helden, doch ich mag Künstler wie Robert Smithson, James Turrell, Wolfgang Tillmans, Anthony McCall, Tahita Bulmer, David Bowie.

Credo: Behandle Menschen so, wie du ­gerne behandelt werden möchtest.

Ein Rat, der Ihnen geholfen hätte: Vieles in der Kunstszene ist Scheiße. Es gibt keinen richtigen oder falschen Grund, nur was in dir selbst als richtig ruht.

Warum Künstlerin?: Um meiner geis­tigen Gesundheit willen könnte ich nichts ­anderes als Künstlerin sein.
http://www.laurabuckley.com/