Janes Haid-Schmallenberg - Starter

Der Geschichtenerzähler

art stellt in der neuen Serie "Starter" junge Künstler vor. Diesmal: Janes Haid-Schmallenberg mit seinen farbgewaltigen und märchenhaften Gemälden.
Mit Auftrieb:art stellt junge Künstler vor

Jandes Haid-Schmallenberg: "Ein Käfig sucht einen Vogel", 2012 ,150 cm x 150 cm, Ö auf Leinwand

Es sieht so aus, als würde Janes Haid-Schmallenberg es schaffen, mit einem ungewöhnlichen Sujet Karriere zu machen. Gerade hatte er eine Einzelausstellung in der Berliner Galerie Villa Köppe.

Dabei war sich der erst 25-jährige Maler seiner Sache zunächst gar nicht so sicher – obgleich er bereits mit 17 Jahren als Ausnahmetalent zum Studium an der Düsseldorfer Akademie zugelassen worden war. "Konzeptmalerei" habe er betrieben, berichtet er, "Rasterfahndung" am "Nullpunkt der Malerei". Glücklicherweise hat er nun einen Weg gefunden und verzaubert mit einer wilden, wie ein psychedelischer Farbrausch anmutenden Malerei, die anders als die Kunst der meisten seiner Altersgenossen ohne Theorieballast auskommt: "Meinen Zugang zur figurativen Malerei habe ich durch Märchen gefunden. Ich kann Malerei nur auf eine Weise reflektieren, wie das Märchen die Welt reflektiert. Nur so konnte ich mir zugestehen, Bilder-Bilder zu malen. Bilder mit Sachen drin und so, die sich nicht mit Kunst, sondern mit der Welt beschäftigen", berichtet der Künstler, der gern auch mal gewichtige Sätze von sich gibt à la "Genau beobachten, was ist!", "Das Wesen des Inneren erfassen!" und "Ich will die Nase als Nase gewusst haben!"

Aber warum ausgerechnet Märchen? "In der Reflektion, wie sie Märchen betreiben, sehe ich eine unheimliche Brutalität und Konsequenz. Ich habe viele deutsche Märchen gelesen und sie mit spanischen oder norwegischen verglichen. Märchen sind gleichzeitig abgehoben und bodenständig. So, wie Märchen mit der Welt umgehen, möchte ich mit Malerei umgehen. Märchen sind so einfach und stimmen doch." Dass heute also ein Künstler mit solch einem – nur vermeintlich altbackenen – Thema um die Ecke kommt, ohne alles komplett ironisch zu meinen oder zehn Stockwerke Theorieüberbau mitzuliefern, mag mancher verwunderlich finden oder gar irritierend – vielleicht ist es aber einfach auch nur märchenhaft.

Steckbrief: Janes Haid-Schmallenberg

Geboren: Warstein, 1988.


Wohnort: Berlin.


Ausbildung: 2005 bis 2013 Kunstakademie Düsseldorf, 2010 Meisterschüler, 2013 Akademiebrief.


Galerie: Galerie Villa Köppe, Berlin.


Initialzündung: Dragonball Z, eine großangelegte japanische Anime-Serie, die sich kein Ende erlaubt. In ihr bleibt alles immer gleich, aber es ist die Pflicht eines jeden Kriegers, es immer größer und gewaltiger zu machen. Meine Verwandlung zum super Saiyajin war der Sprung von DIN A4 nach DIN A3.


Höhepunkt: Wenn die pneumatische 
Idee den Ekel über das Material überwältigt.


Tiefpunkt: Wenn der Ekel über 
das Material die pneumatische Idee 
überwältigt.


Helden: Nikolai Stawrogin aus Dostojewskis "Dämonen".


Credo: Kein Tag ohne Ende.


Ein Rat, der Ihnen geholfen hätte: Don’t eat the yellow snow.


Warum Künstler, nicht Banker?: Die Menschen brauchen Bilder, und ich kann Bilder malen.
http://www.j-hs.de/