Cornelia Baltes - Starter

Schnick Schnack Schnuck

In der Serie "Starter" stellt art junge Künstler vor. Diesmal: Cornelia Baltes. Mit spielerischer Leichtigkeit und einem Schuss Humor bedient sich die in London lebende Deutsche bei Cartoons und Alten Meistern.
Kategorienlos:art stellt junge Künstler vor

In Cornelia Baltes letzter Ausstellung schienen Einen von überall her Augen anzugucken, wie die der "Ghost Owl", 2013, Acryl auf Tafel, Leinwand und Wand, 168 x 110 cm

"Meine Kunst speist sich aus der Beobachtung des Alltags", sagt Cornelia Baltes.

Das tägliche Leben, das sie beobachtet und verarbeitet, muss für sie voller humorvoller Begebenheiten sein, lösen ihre Arbeiten beim Betrachter doch immer wieder ein Schmunzeln aus. Da ist zum Beispiel "Ding Bats" (2013): Das knallgelbe monochrome Gemälde mit einem draufgeklatschten weißen Fleck steht auf zwei hölzernen Beinchen, die an die Füße einer mit wenigen Strichen gezeichneten Comicfigur erinnern. Es entsteht der Eindruck, als wolle sich die Arbeit am liebsten aus dem Staub machen mit der Ansage: Bloß weg hier!

Das Gemälde "Discoteaser" (2013) zeigt weiße Sterne auf bläulichem Grund, an den Seiten schwarz gerahmt. Von der Decke baumeln zwei Fäden, die in einem größeren Stern enden. Es sieht aus, als habe sich eine Halskette sanft in ein Dekolleté gelegt. Oder bildet man sich das nur ein? Überall starren Augen den Betrachter an – tierische wie bei der kindlich-gespenstischen "Ghostowl" (2012) und menschliche wie bei "Deep Thought" (2013). Aber Baltes bezieht sich nicht nur auf gegenwärtige Comicästhetik, sondern spannt den Verweisbogen mit einem Titel wie "Girl with a Pearlearring" (2013) bis zu Vermeer. Einer Schau in ihrer Londoner Galerie Limoncello gab sie den Titel "Schnick Schnack Schnuck", was den spielerischen Charakter ihrer Kunst unterstreicht.

Die zwischen Köln und London pendelnde deutsche Künstlerin hat gerade an der Londoner Slade School of Fine Art ihren Abschluss gemacht. Ist sie nun Malerin, Bildhauerin oder gar Fotografin? Oder alles zusammen? Für sie sind solche Kategorisierungen bedeutungslos.
Die gelungene Limoncello-Ausstellung wirkte wie eine Installation aus einem Guss. Die einzelnen Arbeiten – am Boden, an der Wand, von der Decke hängend – gingen aufeinander ein, bezogen sich vielfach aufeinander. Figuratives und Abstraktion flossen spielerisch ineinander – zusammengehalten von einem leichten, aber kontrollierten Touch.

Steckbrief Cornelia Baltes<br><br>

Geboren: Mönchengladbach, 1978.


Wohnort: Köln und London.


Ausbildung: Slade School of Fine Art London, Folkwang-Universität der Künste Essen.


Galerie: Limoncello, London.


Initialzündung: Ein Stift und die Wand in der Küche meiner Großeltern.


Höhepunkt: Ein Atelier mit Heizung.


Tiefpunkt: Einige Jobs in meiner Vergangenheit.


Helden: Meine Oma.


Credo: Weitermachen.


Ein Rat, der Ihnen geholfen hätte: Vorsicht mit Titanweiß!


Warum Künstler, nicht Banker?: 1+1=3.
http://www.corneliabaltes.com/