Iwan Baan - Bookmarks

In 52 Wochen um die Welt

Iwan Baan nimmt den Betrachter mit auf eine einjährige Fotoreise um die Welt – immer auf der Suche nach besonderen Lebensräumen und herausragenden Bauprojekten. Charakteristisch für seine Fotos ist die enge Beziehung zwischen Mensch und Architektur. Der Katalog "52 Wochen, 52 Städte" präsentiert 60 Szenen, die von persönlichen Erzählungen Iwan Baans begleitet werden.
Weltreise in 60 Bildern:Katalog mit Reisefotografien von Iwan Baan

Iwan Baan: "New York City", New York, USA

Was ist drin:
Ein persönliches Tagebuch über unterschiedliche globale Lebensräume in 60 Architekturfotografien. Baan erzählt von seinen Reisen und Vorlieben und erklärt nebenher den Kontext der Gebäude, ihre historischen, politischen, wirtschaftlichen, ökologischen oder touristischen Hintergründe, vom Louvre in Lens bis zum Slum bei Makoko.

Was ist die These?
In Provisorien, Lehmbauten und Slums manifestiert sich für Baan die menschliche Genialität der Anpassung, das Beste aus den gegebenen Bedingungen zu machen. Dagegen ist es die Pest der Gleichheit in der Architektur, die die Kreativität abtötet.

Die schönste Seite?
Seite 21: Das Bild eines einsamen Snackverkäufers, der sich nach dem Hurrikan Sandy im dunklen Manhattan mit einem Generator eine Lichtinsel geschaffen hat.

Der Autor
Der Niederländer Iwan Baan ist 1975 geboren. Sein Liebe zur Architekturfotografie entflammte 2005 mit dem Auftrag von Rem Koolhaas, den CCTV-Tower und für Herzog & de Meuron das Olympiastadion in Peking zu dokumentieren. Seitdem arbeitet er für alle Architekten von Rang. 2012 lebte er, laut eigener Aussage, 365 Tage im Jahr aus dem Koffer und reiste um die Welt. Heute hält er sich viel China und New York auf, sein Studio ist in Amsterdam. Für seine Aufnahmen benutzt Baan drei digitale 35-Millimeter-Kameras von Canon und gelegentlich einen Hubschrauber, ein Klapprad oder eine Drohne.

Das Zitat
"Ich habe nie verstanden, warum Architekten in ihren Renderings immer jede Menge Leute zeigen, doch wenn das Gebäude fertig ist, lassen sie es fotografieren, als seien alle gerade nach Hause gegangen. Mich interessiert ein Gebäude, wenn die Architekten und Planer abgezogen sind."

Wer braucht das?
Alle, die auf eine Rehumanisierung der Architekturfotografie gewartet und Baans Ausstellung im Museum MARTa in Herford 2013/14 verpasst haben.

Das gefällt
Iwan Baan ist ein Philantrop und zeigt uns, was einen Ort oder einen Raum mit den Menschen macht, welche Gefühle die Bauten hervorrufen.

Was ätzt die Kritikerin?
Baans Bewunderung für die kreative Anpassungsfähigkeit der Menschen unter widrigsten Bedingungen ist auch naiv – und ohnmächtig. So wie auch leider hin und wieder die Interessen seiner Auftraggeber anklingen – vom Jachtverein bis zu Hermès.

Coffee-table-Faktor
Muss ganz oben auf dem Stapel liegen: Der eisig-coole Bau des Louvre in Lens vor makellosem blauem Himmel ziert das Cover.

Gewicht:
1100 g

Marta Herford GmbH (Hrsg.): 52 Wochen, 52 Städte. Fotografien von Iwan Baan, Kehrer Verlag 2013, 136 Seiten, 39,90 Euro