Architektur in Hamburg - Bookmarks

Hamburg erleben – von Höger bis Hadid

Hamburgs Architekturprojekte bleiben vielen unverständlich. Die Stadt glänzt vor allem durch stilistisches Chaos. Ein Führer präsentiert die High- und Lowlights der letzten 200 Jahre Hamburger Baugeschichte.
Von Höger bis Hadid:ein Führer zeigt jetzt die High- und Lowlights

Die Infobox der IBA von Prof. Han Slawik schwimmt auf einem Ponton und kann so bis zu dreieinhalb Meter Tidenhub ausgleichen, Am Zollhafen 12

Was ist drin?

Hamburgs Architektur mit allen wichtigen Bauwerken, die interessierten Besuchern bei einem Städtetrip ins Auge fallen.

Im klassischen Architekturführerformat werden alte und neue Bauwerke mit Aufrissen, Grundrissen, Innenansichten und historischen Fotografien vorgestellt. Begrenzt auf sechs zentrale Stadtareale, werden verschiedene Touren vorgeschlagen, die den Führer touristentauglich machen und eine Alternative zur Stadtrundfahrt bieten. Mit Hilfe von QR-Codes im Buch kann man sich die genaue Lage der Bauwerk auf digitalen Karten anzeigen lassen.

Was ist die These?

Hamburgs Architekturgeschichte ist kontrovers zu betrachten. Der Autor Dominik Schendel erwähnt neben den klassischen Sehenswürdigkeiten viel Auffälliges und Unauffälliges und bindet dabei auch vergessene Vorgängerbauten ein.

Die schönste Seite?

S. 241: Die Oberhafenkantine, Kleinarchitektur mit viel Geschichte, entkam bisher immer der Abrissbirne.

Der Autor:

Dominik Schendel ist gebürtiger Hamburger, Jahrgang 1986. Er studierte Architektur in Berlin, mit Zwischenstationen in Wien und Hamburg.

Das Zitat:

"Alfred Lichtwark prägte einst das Wort von der Freien und Abrissstadt Hamburg. Maßgeblich für das heutige Stadtbild ist die Kontinuität von flächendeckender Zerstörung und Neuordnung: Als Stadt der Händler und Kaufleute oder der knauserigen 'Pfeffersäcke' verfügt Hamburg, von der St.Michaelis-Kirche und dem Chilehaus abgesehen, über keine herausragenden architektonischen Errungenschaften", schreibt Dominik Schendel in der Einleitung.

Wer braucht das?

Architekturinteressierte Touristen, die die Stadt auf eigene Faust entdecken wollen, sowie Hamburger mit besonderem Interesse an urbanen Schönheitsoperationen.

Das gefällt:

Das Buch ist ein umfassender Führer durch Hamburgs Architekturchaos, der durch eine subjektive, aber interessante Auswahl glänzt. Unabhängig von Epochen, Architekten und Typologien werden in kurzen Texten interessante Hintergrundinformationen geliefert, die auch vor einer Meinung nicht zurückscheuen.

Das ätzt der Kritiker:

Schade, dass Altona, Eimsbüttel, St. Georg und andere interessante Stadtteile ausgespart wurden. IBA und Hafencity hätten durch ihre Präsentation als vollständiges Bauprojekt auch für einen Sonderband getaugt.

Coffee-table-Faktor (von 1 "Vorsicht Taschenbuch!" bis 5 "Sumo: So groß wie Helmut Newtons dickste Bände"):

3 – Für Stadterkundungen sehr gut geeignet, schön bebildert und logisch aufgebaut aber etwas schwer, um es den ganzen Tag mit sich herum zu tragen. Hauptsächlich für Touristen interessant.

Gewicht:

724 g

Architekturführer Hamburg

von Dominik Schendel, DOM publishers, Berlin, 2013, 320 Seiten, über 500 Abbildungen, 28 Euro
http://www.dom-publishers.com/products/de/Architekturfuehrer/Architekturfuehrer-Hamburg.html