Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen. Diesmal mit der Stadt als Spielplatz, den großen und kleinen Fallen des Alltags, Perücken und Augen, einem Modemythos und der Welt der Rohstoffe.

Stuttgart: Spielplatz Stadt

Für manche ist die Stadt nur ein Lebensraum, für andere ist sie ein Spielplatz – so wie für die Künstler der Urban Art.

Unter diesem Sammelbegriff tummeln sich alle Street-Art-Künstler, die den Stadtraum zu ihrer Leinwand machen oder hier ihre Inspiration finden. Sie sprayen, kleben, basteln, intervenieren, performen und sind mal mehr, mal weniger in einer Subkultur beheimatet.

Längst haben die Werke der Urban Art ihren Weg aus dem subkulturellen Untergrund in die Räume von Galerien und Museen gefunden. Mit der Ausstellung "Urban Playground" zeigt die Stuttgarter Urban Art Gallery ab dem 5. März Arbeiten der jungen internationalen Urban-Art-Elite. Zu sehen sind unter anderem Werke von 123Klan, ViseOne, Dome, Marc C. Woehr, Dust, Dream und STF Moscato.

Die Ausstellung "Urban Playground" ist vom 5. bis 29. März 2014 in der Urban Art Gallery in Stuttgart zu sehen.

Linz: Große und kleine Fallen des Alltags

Tortenschlachten, Bananenausrutscher, metertiefe Fettnäpfchen – diese und viele andere, große und kleine Fallen des Alltags gehören zum Genre der Slapstick-Komödie. Slapstick – das ist, wenn der Comedian selbst ins Getriebe kommt, so wie Charlie Chaplin in dem Stummfilm "Modern Times" (1936). Was alle Slapstick-Filme aus der frühen Filmgeschichte verbindet, ist das charmante Scheitern des Darstellers.

Die Ausstellung "Slapstick!" im Kunstmuseum Linz erweckt das humorvolle Scheitern – etwas, das in unserer Hochleistungsgesellschaft zum Tabu geworden ist – wieder zum Leben. Zeitgenössische Werke von unter anderem Jeppe Hein, Peter Land, Szymon Kobylarz, Steve McQueen und Alexej Koschkarow werden den Witz-Momenten der historischen Slapstick-Stummfilme gegenübergestellt: mit Fressenpolierer-Maschinen, schiefen Torten und Bananenschalen.

Die Ausstellung "Slapstick! Die Kunst der Komik" ist vom 28. Februar bis 25. Mai 2014 im Lentos Kunstmuseum Linz zu sehen.

Hamburg: Modemythos

1910 eröffnete die Schneiderin Coco Chanel (1883 bis 1971) in Paris ihr erstes Atelier und legte damit nicht nur den Grundstein für das gleichnamige Modeimperium, sondern auch für den Mythos, der bis heute mitschwingt, wenn vom "kleinen Schwarzen", dem Chanel-Kostüm oder der Chanel-Tasche die Rede ist. Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe versucht, sich dem "Mythos Chanel" nun in drei Kapiteln zu nähern.

Das erste Kapitel widmet sich Coco Chanels persönlichem Schaffen: Aus der Zeit von 1925 bis 1971 sind Schmuck- und Kleiderkreationen wie auch ihr berühmtes Parfüm "Chanel N° 5" zu sehen. Der zweite Teil der Ausstellung zeigt, wie Chanels Design-Klassiker bis heute die Modetrends beeinflussen. Im dritten und letzte Teil geht es um das Schaffen von Coco Chanels Nachfolger, Karl Lagerfeld und seine erfolgreiche Modernisierung der Marke.

Die Ausstellung "Mythos Chanel" ist vom 28. Februar bis 18. Mai 2014 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen.

München: Perücken und Augen

Je näher man Ellen Gallaghers Werke betrachtet, desto mehr Details und Ebenen erschließen sich dem Betrachter. Abstrakte, minimalistische Elementen entpuppen sich als Augen, Lippen und Perücken – vermeintliche Striche, Punkte und Schraffuren werden lebendig. Die afrikanisch-amerikanische Künstlern wurde im New York der neunziger Jahre bekannt durch Gemälde, die Namen tragen wie "Oh! Susanna" (1995) und "Oogaboogah" (1994).

Ihre Inspiration findet Gallagher in afroamerikanischen Magazinen, Science-Fiction-Filmen, Literatur und Werbung – insbesondere Perücken-Anzeigen verarbeitet, modifiziert und eignet sie sich in ihren Werken des Öfteren an. Wiederkehrende Themen in ihren Schaffen sind Rassenpolitik, Identität und Frauenbilder. Das Münchner Haus der Kunst widmet dem Oeuvre der 48-Jährigen nun eine Ausstellung.

Die Ausstellung "Ellen Gallagher – AxME" ist vom 28. Februar bis 13. Juli 2014 im Münchner Haus der Kunst zu sehen.

Dortmund: Welt der Rohstoffe

Ob in Goldminen, auf Ölsandfeldern oder im Tagebau – wie selbstverständlich fördert der Mensch die Ressourcen einer Erde, die vermeintlich ihm gehört. Mit dem internationalen Forschungsprojekt "World of Matter" stellt ein Team aus Wissenschaftlern, Fotografen und Künstlern diese anthropozentrische Ökologie der Rohstoffe nun in Frage.

Sie reisten an verschiedenste Orte, trafen und sprachen Akteure, dokumentierten, hinterfragten und machten sich so ihr eigenes Bild der Rohstoffgewinnung. Ab dem 1. März präsentiert die internationale Forschungsinitiative in einer gleichnamigen, bildgewaltigen Ausstellung ihre Ergebnisse im Dortmunder Hartware MedienKunstVerein.

Die Ausstellung "World of Matter – Über die globalen Ökologien von Rohstoff" ist vom 1. März bis 22. Juni 2014 im Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U zu sehen.