Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht es um die Geschichte des Anime, gemalte Traumwelten und hochalpine Philosophie

Spätestens seit den siebziger Jahren fasziniert Anime, der japanische Zeichentrickfilm. Anime (Animation) gilt als Überbegriff für Techniken, mit denen im Film Zeichnungen zum Leben erweckt werden.

Eine umfassende, gleichsam Werkschau dieses Genres zeigt nun die Bundeskunsthalle in Bonn. Im thematischen Rundgang kann man sich den Kosmos Anime erschließen: von den Anfängen über die großen Kinoerfolge und populärsten Serienhelden der späten 1970er Jahre bis hin zu aktuellen Computerspielen.

Bis zum 8. Januar 2012 ist die Ausstellung "Anime! High Art – Pop Culture" in Bonn zu besichtigen.

Antony Gormley in Bregenz

Philosophieren, heißt es bei Nietzsche, sei das freiwillige Leben in Eis und Hochgebirge. Wenn dem so ist, dann hat Antony Gormley 150 Denker in die Vorarlberger Alpen gesetzt – und lässt sie dort im sokratischen Gespräch unsere Antworten auf die großen Themen hinterfragen: "Wer sind wir, was sind wir, woher kommen wir und wohin führt unser Weg?" (Antony Gormley) Gormleys gusseiserne Statuen, allesamt lebensgroß und ihm selbst nachgebildet, bilden als Ensemble schon seit einem Jahr die größte künstlerische Intervention in Österreich. Die Dimensionen sind gewaltig: Die Figuren sind auf einem Gebiet von 150 Quadratkilometern verteilt, auf einer gedachten Linie in 2039 Metern Höhe über den Wassern der Adria.

Bis zum April 2012 kann noch der Jahresurlaub nach Vorarlberg verlegt werden: Antony Gormleys "Horizon Field" befindet sich in der Nähe von Bregenz.

MOVE in Düsseldorf

Die Ausstellung "MOVE – Kunst und Tanz seit den 60ern" bietet erstmals in dieser Form
einen Überblick über die historische und aktuelle Beziehung zwischen bildender Kunst,
Tanz, Bewegung und Choreographie in den vergangenen 50 Jahren. Gezeigt werden von
Künstlern, Tänzern und Choreographen realisierte Skulpturen und Installationen, die alle
in ihrer Weise die Bewegungen der Ausstellungsbesucher beeinflussen, unter ihnen Werke von William Forsythe, Mike Kelley und Xavier Le Roy & Mårten Spångberg. MOVE erkundet, wie Alltagsbewegungen zur treibenden Kraft bei der Entwicklung sowohl der zeitgenössischen Kunst als auch des Tanzes geworden sind. Die Ausstellung zeigt,
wie Künstler Choreografie als Mittel eingesetzt haben, um das Publikum dahin zu
bringen, Kunst mit dem ganzen Körper zu erfahren. In den vergangenen zwei
Jahrzehnten nutzten Künstler zunehmend die Mittel von Tanz und Performance um
herauszufinden, wie das Alltagsverhalten choreografiert und manipuliert wird.

Bis zum 25. September 2011 kann man Bewegung am eigenen Körper und am eigenen Geist erfahren: in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Grabbeplatz in Düsseldorf.

"Spectrums of Light" in Köln

Die Welt in schwarz und weiß. Das Helle und das Dunkle, sauber geschieden. Wäre das nicht traumhaft? Schwarzweiß ist ein Traum in der Realität – und im Filmischen längst Wirklichkeit. Wo es technisch nicht mehr nötig ist, bleibt es ein Stilmittel: um die Handlung der Zeit zu entheben oder um vom Besonderen – weil Farbigen – zu abstrahieren. In „Spectrums of Light“ präsentieren die Ausstellungsmacher die Möglichkeiten, mit Schwarz und Weiß im Film zu operieren – und zeigt die Nischen auf, die diese Kunst in einer Welt aus Farbe sucht.

"Spectrums of Light" läuft noch bis zum 3. September 2011 in der Temporary Gallery Cologne.

Christof Mascher in Emden

Die Kunsthalle Emden widmet dem jungen Christoph Mascher eine Ausstellung. Mascher, Jahrgang 1979, studierte an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig bei Walter Dahn. Seine surreal verschachtelten Welten erinnern an Märchenszenarien oder Fantasy-Schauplätze. Maschers Werk wird von unterbewussten Prozessen geleitet, stark beeinflusst von David Lynchs Vorgehensweise, die eigenen Träume zu steuern: "Ich tauche gern in eine selbst geschaffene oder entdeckte Traumwelt ein." In der Emder Schau sind weitgehend exklusiv für diese Ausstellung geschaffene Werke aus der jüngsten Zeit zu sehen.

Christof Maschers Werke sind vom 30. Juli bis zum 25. September in der Kunsthalle Emden zu sehen.