Gib mir Fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht es um Farbräusche, Horrortrips, weibliche Intuition, Klangtheater und Privatsphäre.

Bremen: 20 Jahre Weserburg – Farbe im Fluss

"Action Painting" nannte sich die in den fünfziger Jahren geprägte, dynamische Maltechnik, mit der Künstler ab den fünfziger Jahren Farbe durch Schütten, Tropfen oder Spritzen direkt auf den Malgrund auftrugen.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Bremer Weserburg-Museums vereint die Ausstellung "Farbe im Fluss" höchst unterschiedliche Ansätze zum diesem leicht in Vergessenheit geratenen Genre. Neben Ai Weiwei, Gerhard Richter und der Drip-Painting-Koryphäe Jackson Pollock sind auch Arbeiten von Katharina Grosse, K.H. Hödicke, Peter Zimmermann, Nicolás Uriburu, Rainer Splitt und anderen zu sehen bei denen das verwendete Material zum eigentlichen Inhalt des Werks wird.

Die Ausstellung "Farbe im Fluss" ist vom 10. September 2011 bis zum 29. Januar 2012 in der Bremer Weserburg zu sehen.

Wiesbaden: Trautes Heim, Glück allein

Der Schutz von Privatsphäre ist in Zeiten von Facebook und Twitter zu einem viel debattierten Thema geworden. Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden greift mit der Ausstellung "Trautes Heim, Glück allein" Grenzverschiebungen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit auf. Axel Beyer bildet in seinen Installationen kleinstädtische Vorgärten und Wohnbereiche nach. Paula Winklers explizite Einzelporträts zeigen Leichtbekleidete in offensiven Posen. Höchst emotional dokumentiert Phillip Toledano fotografisch die Demenz-Erkrankung seines Vaters und eröffnet so eine weitere Dimension von Intimität und ihrer Darstellung.

Die Ausstellung "Trautes Heim, Glück allein" ist vom 11. September bis zum 23. Oktober im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden zu sehen. Die Eröffnung findet am 10. September von 17.00 bis 20.00 Uhr statt.

Wien: Der weibliche Blick

"I’ll be your mirror", sang Nico 1969 mit ihrer Rockband "Velvet Underground". Nun widmet sich eine Ausstellung im Wiener Foto Raum dem Kunstwerk als Spiegel der Gesellschaft und stellt mit Arbeiten von Künstlerinnen wie Nan Goldin, Marina Abramovic und Valie Export den "Weiblichen Blick" in den Vordergrund. So zeigt Abramovic eine fast aggressiv anmutende Kuss- oder aber Beatmungsszene, während Nan Goldin eine junge Frau porträtiert, die voller Unsicherheit auf ihre Verabredung zu warten scheint.

Die Ausstellung "Der weibliche Blick. Part 1" ist vom 7. September bis zum 20. Oktober im Foto-Raum in Wien zu sehen. Die Eröffnung findet am 6. September um 19.00 Uhr statt.

Berlin: Daxtor Dalwood – Dichter und Drogen

Inwieweit sich die Effekte berauschender Substanzen analog auf die Schöpfung von Kunstwerken übertragen lassen, versucht der Künstler und ehemaliger Bassist der britischen Punkband "The Cortinas", Dexter Dalwood, in seiner Ausstellung "Dichter und Drogen" in der Berliner Galerie Nolan Judin herauszufinden. Im Stil großformatiger Historienmalerei zeigt Dalwood aus der Geschichte der Kunst zitierte Szenerien, die er in surreale Traumlandschaften umwandelt, die durch das Fehlen von Lebewesen beklemmend erscheinen.

Die Ausstellung "Dichter und Drogen" von Dexter Dalwood ist vom 9. September bis zum 22. Oktober in der Berliner Galerie Nolan Judin zu sehen. Die Eröffnung findet am 9. September um 18.00 Uhr statt.

Hamburg: Sunah Choi/Haroon Mirza - Is this where it ends?

Wie ungewohnt hörbare Reize ohne ihre assoziierte Umgebung wirken, zeigt die Ausstellung "Is this where it ends" von Sunah Choi und Haroon Mirza. Die ausgestellten Klanginstallationen knüpfen dabei neue Bande zwischen haptischen Impressionen und deren akustischer Untermalung, was ein dynamisches Wechsel- oder vielmehr Zusammenspiel von Sinneseindrücken zur Folge hat.


Die Ausstellung "Is this where it ends" von Sunah Choi und Haroon Mirza ist vom 8. September bis zum 20. November im Harburger Kunstverein zu sehen. Die Eröffnung findet am 7. September um 19.00 Uhr statt.