Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen. Diesmal unter anderem mit der vollen Dröhnung, Karl Lagerfeld, Playboy-Architektur und Max und Moritz.

Herford: Volle Dröhnung

Es wummert ordentlich, wenn der Berliner Bildhauer Nik Nowak seinen "Sound-Panzer" anschmeißt – allein das Losrollen des anderthalb Tonnen schweren Kettenfahrzeugs lässt die Luft vibrieren.

Mit dem eingebauten Soundsystem, mit einer Gesamtstärke von über 4000 Watt, hat Nowak mit seinen Musik-Performances schon vielen Veranstaltungen eingeheizt. Sein wuchtiger "Panzer" ist eines der mobilen Soundsysteme, die ab dem 15. Februar im Marta Herford zu sehen und zu hören sind.

Ob "Sound-Panzer", Drehorgel, Ghettoblaster oder Koffergrammophon – alle Werke, die ihm Rahmen der Ausstellung "Booster" gezeigt werden, haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind mobil und produzieren oder spielen Musik ab. Die Ausstellung beleuchtet die gesamte Bandbreite des interdisziplinären Bereichs der mobilen Soundmaschinen in der bildenden Kunst. Im Fokus steht die Verbindung zwischen Kunst, Sound und Bewegung.

Die Ausstellung "Booster – Kunst Sound Maschine" ist vom 15. Februar bis 6. Juni 2014 in den Gehry-Galerien im Marta Herford zu sehen.

Essen: Der Modezar

Es gibt kaum einen Bereich der Kreativität, den Deutschlands bekanntester Modedesigner, Karl Lagerfeld, noch nicht betreten hat. Neben seinen Modekollektionen gestaltete er auch Spielzeug, Bücher, Schmuck, Bühnenbilder, Opern- und Theaterkostüme, Möbel und Musikinstrumente. Er ist gleichzeitig Modedesigner, Zeichner, Innenarchitekt und Fotograf.

Das Museum Folkwang widmet dem Werk des vermutlich 80-Jährigen ab dem 15. Februar eine Ausstellung. Zu sehen ist die volle Bandbreite seiner künstlerischen Facetten: von Mode über Zeichnungen bis hin zu Werbung und Produktdesign. Dabei versteht sich die Ausstellung nicht als Retroperspektive, sondern als eine Momentaufnahme von Lagerfelds schöpferischem Kosmos.

Die Ausstellung "Karl Lagerfeld – Parallele Gegensätze" ist vom 15. Februar bis 11. Mai 2014 im Museum Folkwang in Essen zu sehen.

Hamburg: Raue Oberflächen

"Die Sache muss leben", sagte einst der schweizer Bildhauer Hans Josephsohn (1920 bis 2012). Für ihn waren gelungene Plastiken realer als die Menschen, die sie abbildeten – "weil sie das Wesentliche festhalten und man nicht abgelenkt wird durch alles Mögliche. Aber das geschieht nur bei ganz guten Plastiken", sagte er. Unbeeindruckt von kommenden und gehenden Trends der Kunstwelt konzentrierte sich Josephsohn auf wenige Werkgruppen: liegende und stehende Skulpturen, Halbfiguren und Reliefs.

Im Zentrum von Josepsohns Arbeiten steht der menschlich Körper und seine Vergänglichkeit. Seine reduzierten Skulpturen spiegeln mit ihren rauen Oberflächen die Morbidität und Verwundbarkeit des Körpers. 15 von seinen Skulpturen stellt das Ernst Barlach Haus in Hamburg ab dem 16. Februar aus. Ergänzt werden die Plastiken durch 20 Arbeiten auf Papier.

Die Ausstellung "Hans Josephsohn – Die Sache muss leben" ist vom 16. Februar bis 15. Juni 2014 im Ernst Barlach Haus in Hamburg zu sehen.

Frankfurt: Playboy-Architektur

Vor rund 60 Jahren erschien die erste Ausgabe des US-amerikanischen Erotikblattes "Playboy". Seitdem beeinflusste das Männermagazin nicht nur Männerfantasien, sondern war auch eine wichtige Inspirationsquelle für Mode, Design und Architektur – besonders in den fünfziger bis siebziger Jahren. Damals schuf der Playboy das Ideal des designaffinen Junggesellen – ein Alltags-James-Bond, der Wert auf Mode und zeitgemäße Einrichtung legt.

Das Deutsche Architekturmuseum zeigt ab dem 15. Februar eine Wanderausstellung, die sich den Design- und Architektur-Impulsen des Playboy widmet. Zwischen den Aktstrecken des Magazins fanden sich stets sowohl in Szene gesetztes Designinterieur als auch Interviews und Porträts berühmter Architekten.

Die Ausstellung "Playboy-Architektur 1953–1979" ist vom 15. Februar bis 20. April 2014 im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main zu sehen.

Hannover: Max und Moritz

Der deutsche Dichter und Zeichner Wilhelm Busch (1832 bis 1908) erfand vor 150 Jahren die Bildergeschichte "Max und Moritz". Seine zwei frechen Buben, die sich für keinen Streich zu schade sind, eroberten in Windeseile die Welt und machten ihren Erschaffer nicht nur berühmt, sondern auch zu einem der Mitbegründer des modernen Comics.

Das Karikaturmuseum Wilhelm Busch zeigt anlässlich des 150-jährigen Jubiläums die originalen Max-und-Moritz-Zeichnungen. Darüber hinaus beleuchtet das Museum mit weiteren 250 Originalzeichnungen und 100 historischen Erstdrucken die deutsche Comic-Geschichte bis in die Gegenwart – mit Fix und Foxi, Sigurd, Silberpfeil, Mosaik und dem kleinen Arschloch.

Die Ausstellung "Streich auf Streich – 150 Jahre Max und Moritz. Deutschsprachige Comics von Wilhelm Busch bis heute" ist vom 16. Februar bis 27. April 2014 im Karikaturmuseum Wilhelm Busch in Hannover zu sehen.