Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Diesmal mit: Werkleitz Festival ZOO, Kate Just, Vergangenes Begehren, Conceptual Tendencies, Schaukelkammer

Halle: Werkleitz Festival ZOO

Das diesjährige Werkleitz Festival steht ganz im Zeichen der Natur. Welches Verhältnis hatte und hat der Mensch zu den Tieren und Pflanzen dieser Erde? Um diese Frage drehen sich verschiedene Ausstellungen und Aktionen im Hallenschen Zoo. Bei dem von Radio Corax inszenierten Projekt "Kunst für Tiere" beispielsweise geht es um die Rollenverteilung desjenigen vor und hinter den Stäben. Der englische Performancekünstler Brian Catling schlüpft selbst in die Rolle des Tieres.

Der Hallesche Künstler Hagen Bäcker spiegelt mit beidseitig zu betrachtenden Bildern - von Gehege und Gehweg aus - den Blick der Tiere auf die Besucher. So findet sich der Mensch durch die Rasterbilder im Stil eines Sigmar Polke mit sich selbst konfrontiert und muss sich fragen, wer hier wen in seiner "unnatürlichen" Umgebung beobachtet. In der Ausstellung "Zoo-Natur" stehen tierische Sammlungen im Focus. Die Faszination der Jagd legte sich die Künstlerin Frauke Rahr in ihrer "Trophäensammlung" zu Grunde. Hier präsentiert sie die Ergebnisse ihrer "Jagd" nach Gegenständen. Sie ähnelt einer Geweihsammlung, wofür jedoch kein Tier sterben musste.

Zoo Halle, 14.10.2011 - 16.10.2011

Berlin: Conceptual Tendencies

Fünf Nächte lang hat Michel Verjux die Fassaden am Potsdamer Platz mit einem runden Lichtkegel erhellt, gleichzeitig sind in den Räumen der Unternehmenssammlung Daimler Contemporary Werke von ihm zu sehen. Er ist Teil der Ausstellung „Conceptual Tendencies“, die einen Überblick über die Konzeptkunst von 1960 bis heute gibt. So hängen Werke von Altstars wie Sol Le Witt und Streifenbilder von Daniel Buren neben neueren Arbeiten von Preis-für-Junge-Kunst-der-Freunde-der-Nationalgalerie-Gewinnerin 2007 Ceal Floyer oder einem Film von Jonathan Monk der die Bildwerdung von Meisterwerken der abstrakten Kunst dokumentiert: aus schwarzem Kreis wird rotes Quadrat.

Daimler Contemporary. Haus Huth, bis 18. März 2012

Innsbruck: Vergangenes Begehren

Altes iPhone, neues iPhone, erstes Ipad, Blackberrys nutzen nur noch Londoner Plünderer – das Tempo in dem neue Technik alte ablöst, ist wohl der beste Gradmesser für das irre Tempo, das unsere durchglobalisierte Gesellschaft angenommen hat. Kein Wunder, dass sich da die Sehnsucht umdreht Richtung früher. „Vergangenes Begehren“ ist der doppeldeutige Titel einer Ausstellung, die Werke von Künstlern versammelt, bei den aus persönlicher Erinnerung Identität konstruiert wird. So zeigt die israelische Regisseurin Yael Bartana in "Trembling Time" den kurzen Moment, in dem Israels Auts stillstehen, weil das Land seiner toten Soldaten gedenkt. Martin Gostner erinnert mit einer Watte-Installation an die Höhlen von Bamiyan, die leer sind, seit die dortigen Buddha-Statuen von den Taliban gesprengt wurden.

Galerie im Taxispalais. 15. Oktober bis 4. Dezember 2011

Cuxhaven: Stefan Demming

Das Meer ist nicht nur eine große Ansammlung von Wasser, sondern auch "Leben, Bedrohung, Hoffnung und 'Ursuppe'" - zumindest für Stefan Demming. Um die Eigenheiten des Meeres als verbindenden Lebensraum zu demonstrieren, hat der Künstler in der Ausstellung "Schaukelkammer. Szenarien der Meere" Verschiedenes zum Thema installiert. Besonders interessieren ihn die Verknüpfungen, die über das Meer gesponnen und gehalten werden, ob bewusst oder unbewusst. Objekte wie Buddelschiffe, allerdings ohne Segler, sondern mit voll beladenen Containerschiffen, oder filmische Aufnahmen der stürmischen See scheinen sagen zu wollen: "Ob Fisch, ob Seemann, ob Pirat - vor dem Meer sind alle gleich."

Kunstverein Cuxhaven, 14.10.2011 - 16.10.2011

Krems: Kate Just

In ihrer Ausstellung "Venus was her name" widmet sich die australische Künstlerin Kate Just der weiblichen Identität im Kontext von Natur und Gesellschaft. Die steinzeitliche Skulptur der so genannten "Venus von Willendorf" inspirierte sie zu ihren Strickobjekten, Collagen und Installationen, die mal deutlich, mal weniger deutlich der weiblichen Körperform neuen Ausdruck verleihen. Die Künstlerin hat auch vor ihrem eigenen Körper nicht halt gemacht und ein Selbstporträt gestrickt – passend, da die "Venus von Willendorf" vermutlich von einer Frau geschaffen wurde und somit ein frühes Zeugnis der weiblichen Selbstdarstellung ist. Zwei Workshops sollen die Ausstellung der Artist-in-Residence-Stipendiatin in Krems ergänzen.

"Venus was her name", Kunsthalle Krems (A), 16.10.2011 - 14.03.2012