Gib mir fünf! - Tipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Diesmal mit einer Weltpremiere, coolen Außenseitern, elefantenstarker Kunst, alten Meistern und neuartigen Madonnen.

Zürich – Muttergottes 3.0

Die Darstellung der Muttergottes hat in der christlichen Malerei eine weit über 1000-jährige Tradition. Künstler wie Albrecht Dürer, Martin Schongauer oder Caravaggio malten Madonnen die bis heute bekannt sind und sicherten sich so einen Platz in der Kunstgeschichte.

Die Anziehungskraft der "Urmutter" scheint auch heute nicht verflogen zu sein. Die Schweizer Künstlerin Annelies Strba hat sich schon früh davon faszinieren lassen und fotografiert in Kirchen und Kapellen Madonnen, die sie besonders stark in ihren Bann ziehen.
In der aktuellen Ausstellung druckt sie ihre überarbeiteten Versionen auf Papier und Leinwand. Mit Pigmentdruck, Licht- und Farbeffekten übersetzt sie die mittelalterlichen Zeichnungen in die heutige Zeit.

Die Ausstellung "Annelies Strba – Madonnen" ist vom 20. August bis 02. November der Züricher Graphischen Sammlung der ETH zu sehen.

München – Prunk ist Trumph

Prunkvolle Schlösser, goldverzierte Möbel und üppige Feste – das barocke Zeitalter glänzte nicht mit Bescheidenheit. Einer, der all das verkörperte war August II. Der polnische König wusste, wie man sich in Szene setzt. In Dresden, einer seiner wichtigsten Residenzstädte, eröffnete er die Gemäldegalerie und prägte durch seine Bauten bis heute das Stadtbild. Für seine Herrschaftsporträts versammelte er namenhafte Maler wie Louis de Silvestre oder Bernardo Bellotto an seinem Hof, die ihn als starken und mächtigen Herrscher zeigen.
Einen Eindruck über den Geschmack und Anspruch des Königs zeigt jetzt die Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Rund 100 Werke der Dresdner Gemäldegalerie zeigen eine Geschichte des Barock. In sieben Abschnitten werden Phasen der Entstehtung, der Höhepunkte und einer heutigen Auseinandersetzung mit den alten Meistern gezeigt. Christoph Brech verbindet in seinem Videobeitrag zahlreiche Perspektiven von Raffaels Werken und überrascht mit neugewonnen Interpretationsansätzen.

Die Ausstellung "Rembrandt – Tizian – Bellotto: Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie" ist vom 22. August bis 23. November in der Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zu sehen.

Köln – Eine Weltpremiere

Im digitalen Zeitalter werden Bücher wohl bald Relikte. Trotzdem, oder gerade deshalb, eröffnet jetzt in Köln das erste Foto-Buch-Museum der Welt. Zuvor hat Markus Schaden, Gründer des Museums, einen kleinen Kölner Fotobuch-Laden geführt, entschied sich schlussendlich aber seine Liebe zum Fotobuch mit einem Museum zu krönen. Finanziert durch Crowdfunding werden im Carlswerk in Köln zahlreiche Fotobücher und deren schönste Seiten ausgestellt.
Neben der Sammlung die vor allem Fotobegeisterte ansprechen dürfte, gibt es die Möglichkeit, im Freien zu sitzen oder auf der Skateboard-Rampe aktiv zu werden.

Das "PhotoBookMuseum" ist vom 19. August bis 03. Oktober in Köln im Carlswerk zu sehen.

Köln – Coole Außenseiter

Anderssein ist angesagt, normal ist langweilig. Diese Devise scheint der Slogan der heutigen Generation zu sein. Menschen wollen sich verwirklichen und ihren ganz eigenen Weg gehen. Außenseiter gibt es so gesehen also gar nicht mehr, denn was früher "uncool" war, ist heute hip und wird als "individuell" angesehen.
Fotografin Annette Frick hatte dafür schon früh ein Gesprür. Bereits in den Neunzigern hat sie sich für das Verborgene interessiert, fotografierte im Londoner Untergrund und wollte, wie sie sagt "abseits der Trampelpfade" tätig sein. Die Kubus-Ausstellung der 1993/1994 entstandenen Schwarzweiß-Porträts ist eine Hommage an alle, die anders sind und dadurch einzigartig.

Die Ausstellung "Mifits in Paradise – Internationale Individuen der Welt" ist vom 22. August bis 09. November im Kölnischen Stadtmuseum zu sehen.

Bonn – Elefanten Party

Elefanten haben mit Kunst nicht sonderlich viel zu tun, oder? Die Dickhäuter sind eher für ihre Größe und ruhige Art bekannt. Allerdings ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Tiere der Familiensinn. Und so kommt man laut Nicolas Party wieder zur Kunst.
Der in Brüssel lebende Künstler hat bereits im Sommer des Vorjahres sein Projekt "THREE ELEPHANT'S DAYS" mit dem Herdentier verbunden. Er stellt einen großen runden Tisch mit 28 Hockern auf den Vorplatz des Bonner Kunstvereins und versieht sie jeweils mit einem Elefantenhinterteil. Der Sitzende wird also der Oberkörper des Riesen. Zu verstehen ist das als Symbol für die Kunstgemeinschaft. Gemeinsam mit dem Musiker Serge Vuille wird jetzt eine Performance-Finissage zusammengestellt, die Erwachsene, Kinder und Kunst zusammenbringen soll. Mit Interaktionen, Musik und Tanz zeigt der Künstler, dass Menschen und Elefanten doch mehr gemeinsam haben, als man vielleicht glaubt.

Die Performance "THREE ELEPHANT'S DAYS" findet vom 22. bis 24. August im Bonner Kunstverein statt.