Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: "Eat Art" in Stuttgart, Yoko Onos Ausstellung "The Gift" in Berlin, junge Maler in Hamburg, "Ganymed Boarding" in Wien und ein ungewöhnliches Konzert von Tim Lee in Berlin.

Stuttgart: "Eat Art"

Um Essbares geht es in den Arbeiten von Dieter Roth, Daniel Spoerri, Joseph Beuys, Roy Lichtenstein, Gordon Matta-Clark und jungen Künstlern wie Sonja Alhäuser, die das Kunstmuseum Stuttgart in der Ausstellung "Eat Art. Vom Essen in der Kunst" präsentiert. Während Dieter Roth mit seinen Schokoladen- und Abfallarbeiten in den sechziger Jahren die Prozesse von Wandel und Vergehen thematisierte, beschäftigen sich die Künstler von heute in ihren Werken vor allem mit der wachsenden Konsum- und Wegwerfgesellschaft unserer Zeit. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf und ist bis zum 9. Januar 2011 in Stuttgart zu sehen.

Berlin: Yoko Ono

Ob Soldatenmäntel mit Einschusslöchern oder Stahlhelme aus dem zweiten Weltkrieg: Yoko Ono führt dem Besucher ihrer neuen Ausstellung "Das Gift" bedrohliche Bilder vor Augen. Gezeigt werden zehn solcher Arbeiten der 77-jährigen Lennon-Witwe. Das Thema der Schau ist Gewalt. Ono fordert die Besucher auf, Eigeninitiative zu ergreifen und Zeugnisse von Gewalt mitzubringen, die an einer Galeriewand aufgehängt werden. Das zentrale Stück der Ausstellung ist "A Hole", eine Glasscheibe mit einem Einschussloch. Eine Inschrift fordert den Besucher auf, von beiden Seiten durch das Einschussloch zu blicken, um sich in die Rolle von Täter und Opfer versetzen können. Die Ausstellung ist bis zum 13. November in der Galerie Haunch of Venison zu sehen.

Hamburg: "Zeitgenössischer Mythos"

Im Hamburger Gängeviertel werden am kommenden Wochenende die Bilder der Kunststudenten Lorenz Goldstein, Stephanie Linseisen, Vladimir Schneider, Mark Slavin und Matvey Slavin von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ausgestellt. Im Fokus ihrer Malerei steht der zeitgenössische Mensch mit seinen kulturellen Verflechtungen, das hastige Leben in der Stadt mit einer komplizierten Infrastruktur, sowie die kulturellen Besonderheiten unterschiedlicher Gesellschaften. Die Ausstellung will die dem Besucher eine Bandbreite an Themen und künstlerischen Fertigkeiten junger Künstler nahe bringen. Die Schau "Zeitgenössischer Mythos" ist bis zum 3. Oktober im Kunsthaus Speckstraße zu sehen.

Wien: "Ganymed Boarding"

Im Kunsthistorischen Museum Wien eröffnen 17 zeitgenössische Schriftsteller neue Blickwinkel auf die alten Meister. So schrieb die Dramaturgin Elfriede Jelinek das Stück "Prinzessinnen! Brennendes Unterholz" und bezieht sich auf die Infantinnen von Diego Velázquez, und der Text "Nackt" von Thomas Glavinic hat Peter Paul Rubens` "Das Pelzchen" zum Inhalt. Jeder der renommierten Schriftsteller schrieb einen beliebigen Text über ein Werk der Sammlung. Entstanden sind die unterschiedlichsten Texte: Monologe wie Dialoge, bildnahe wie bildfremde Texte. In einer Inszenierung von Jacqueline Kornmüller werden die Texte jeden Mittwochabend von Schauspielern vor den Gemälden im Museum rezitiert, und die Bilder lebendig gemacht. Ein Besuch bei "Ganymed Boarding" ist bis zum 10. November möglich.

Berlin: Tim Lee

Tim Lee ist ein Crossover-Künster, der Performances und Konzeptkunst miteinander verbindet. In der Berliner "daadgalerie" ist jetzt seine neueste Installation "Streichquartett Op. 1" zu sehen. Basis der Videoinstallation ist die gleichnamige Komposition des Pianisten Glenn Gould. Aufwendig hat Lee Note für Note alle vier Stimmen auf Video eingespielt. Das besondere daran ist, dass die Instrumente des Quartetts auf synchronisierten Monitoren präsentiert werden, so dass die vier Stimmen erst im Ausstellungsraum im Zusammenspiel erklingen. Die außergewöhnliche Aufführung des "Streichquartett Op. 1" ist vom 17. September bis zum 23. Oktober in Berlin zu sehen.