Gib mir fünf! - Tipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Diesmal mit schrillen Videoinstallationen, Multimediakunst zwischen Holzschnitt und Live-Performance, Kuba-Kritik und innovativen Designs für den Alltag.

Dortmund – Schnelle Hilfe bei Alltags-Wehwehchen

„Ich hab da mal was vorbereitet“. Jean Pütz berühmter Leitsatz zum Thema Selbermachen prägte eine ganze Generation und erlebt heute, im Internetzeitalter, eine kleine Renaissance.

In unzähligen „Do It Yourself“-Videos werden online zu jedem Problem die passenden Lösungen vorgeschlagen und selbstverständlich auch vorgeführt. Klar, dass dieses Thema nicht nur die nachhaltigen Menschen begeistert, sondern auch die Kunstinteressierten. Es ist nämlich tatsächlich eine Kunst, aus einem Thema wie Zähne putzen, ordentlich abwaschen oder Stricken ein ansprechendes und lustiges Video zu drehen.

Von Banalitäten bis zu hochkomplexen Elektrovorgängen, vom Schnürsenkel-Binden bis zum Öffnen einer Bierflasche mit einem Stück Papier – das Internet hilft weiter. Dabei spielt es keine Rolle, ob Amateur- oder Profifilm. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Hauptsache hilfreich. Deshalb wird den lustigsten, merkwürdigsten und genialsten 100 „DIY“-Videos jetzt ein Denkmal gesetzt. Und das Beste: Es ist nicht nur Kunst zum anschauen, sondern zum Ausprobieren, eben zum Selbermachen.

Die Ausstellung „Jetzt helfe ich mir selbst!“ ist vom 05. Juli bis 31. August im Dortmunder U zu sehen.

Linz – Zwischen Fidel Castro und Zirkuspauke

Inmitten von karibisch blauem Meer, Palmen, Zigarren und heißen Tangonächten ist Kuba vor allem eines: sozialistisch. Obwohl der Eiserne Vorhang vor 25 Jahren gefallen ist, ist die Insel noch nicht bei der Demokratie angekommen. Das heißt für die dort lebenden Menschen: Eine Tafel Schokolade kaufen kann sich schon mal als wahre Herausforderung entpuppen. Klar, dass diese Regierungsform so das Leben der Menschen und dadurch schließlich sie selbst verändert. Aber was für eine Auswirkung hat all das auf die Umwelt? Man weiß, dass einige Pflanzen schlecht in der Nähe eines WLAN-Routers wachsen, doch was für einen Einfluss hat eigentlich die Politik auf Flora und Fauna? Genau das fragt sich auch der kubanische Künstler Diango Hernández. Mit seiner Kunst versucht er nicht nur eine Veränderung der Natur zu zeigen, er dokumentiert sie. Gezeigt werden beispielsweise exotische Früchte, die aber schwer zu erreichen sind. In der Ausstellung wie im echten Leben.

Damit schafft er es mit seiner kritischen Kunst, den Betrachter zu provozieren, die Dinge zu hinterfragen. Und das auf eine leichte Art, ohne den Moralapostel zu spielen. Die Installationen und Skulpturen erinnern an Kuba, Strand und Sonne aber gleichzeitig an einen Zirkus. Und hat nicht jeder Zirkus hinter all dem Frohsinn und Spaß einen dirigierenden Dompteur im Hintergrund?

Die Einzelausstellung „Socialist Nature“ von Diango Hernández ist vom 03. Juli bis 07. September in der Landesgalerie in Linz zu sehen.

Mainz – Seelenverwandte in der Kunst

Starsky und Hutch, Dick und Doof, Vanilleeis und Schokosauce. Einige Dinge im Leben funktionieren einfach am besten zu zweit. Das dachte sich auch die Kunsthalle Mainz und zeigt zwei Künstler in einer Ausstellung, deren Dynamik nicht voneinander lebt, es aber schafft sich gegenseitig zu steigern.
Der Amerikaner, Bruce Naumann, lässt LED-Männer tanzen und sichert sich mit raffinierten Wiederholungsmustern einen Platz im Gehirn der Zuschauer. Bei ihm hält eben nicht doppelt besser, sondern wenn’s geht ein paar Mal mehr.
Der Andere, Ed Atkins, könnte zwar Naumanns Sohn sein, aber in seinem Perfektionismus zur Imitation von Körperlichem ist er seinem Ausstellungspartner weit voraus. Mit seinen Avataren, die echter aussehen als echte Menschen, setzt er sich mit dem Thema Liebe, Tod, Zwang aber auch Sinnlichkeit auseinander. Mit ihrer Kunst verbinden sie Technologie, Maschine und Mensch - vermeintliche Gegensätze, die faszinieren.

Die Ausstellung „Ed Atkins – Bruce Naumann“ ist vom 04. Juli bis 26. Oktober in der Kunsthalle Mainz zu sehen.

Klagenfurt – Da steppt der Tiger

Woran denkt man bei den Schlagwörtern Jazz und gestreifte Riesenkatze? Genau: Louis Armstrong und Tiger. Und da kein echter Tiger in die Stadtgalerie rein darf, wird Louis Armstrong’s „Tiger Rag“ aus den dreißiger Jahren für den gewissen „wilden“ Teil der Ausstellung sorgen. Neben der Musik wird eine visuelle Verknüpfung in Form einer Live Performance geboten. Die Tänzer als Vermittler zwischen Kunst und Musik.

Trotzdem bleibt die Frage, wie das eigentlich zusammenpasst. Die Antwort darauf gibt natürlich am besten die Künstlerin Lisa Huber selbst. Zwischen klangvollen Basstönen und bunten Ölfarben bringt sie den inneren Klang der Werke nach außen und verbindet zwei Künste zu einem Werk. Dabei setzten sich ihre Arbeiten sowohl aus Tigermotiven, als auch aus Musik- und Tanzinspirierten Werken zusammen. All das beweist schlussendlich, wie musikalisch Katzenmusik sein kann.

Die Ausstellung „The Tiger Rag“ ist vom 09. Juli bis 17. August in der Stadtgalerie in Klagenfurt zu sehen.

Hamburg – Eine Stadt als Ausstellungsfläche

Herrlich, so ein Sonntagsspaziergang. Die Stadt ruht sich von der Hektik der Woche aus und tankt neue Kraft für den nächsten Tag. Tja, wer sich das von seinem Wochenende verspricht, sollte lieber dieses Wochenende zu Hause bleiben. In Hamburg zeigen nämlich über 140 Designer ihre neuesten Erfindungen, Ideen und Konzepte. Wer also nach einer neuen Pausenbrotverpackung sucht, außergewöhnlichen Möbeln oder nachhaltige Klamotten wünscht, der ist an diesem Wochenende in der Hansestadt genau richtig.

Wer jetzt denkt „Aber ich will ja auch was von der Stadt sehen“ der wird nicht enttäuscht: Die ganze Innenstadt wird zur Ausstellungsfläche. Vom Hauptbahnhof bis zum Baumwall versammeln sich die kreativen Köpfe, um an verschiedenen Orten um ihre Werke zu präsentieren. Es wird also nicht langweilig. Unter den ausstellenden Designern sind Prominente wie Hadi Teherani oder Herr von Eden, aber auch Neulinge beweisen, dass sie durchaus mithalten können. Und wer es jetzt nicht schafft: Neben dem Pop-Up Event an diesem Wochenende sind die Ausstellungsräume bis Ende August geöffnet.

Die Designxport findet vom 04. Juli bis 31. August in Hamburg statt.

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