Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal: das Internationale Fotobuch-Festival in Kassel, die Welt des Anish Kapoor und die Galerie "American Fine Arts, Co" als geschichtliches Fallbeispiel.

Kassel: 4. Internationales Fotobuch Festival

Das Internationale Fotobuch Festival in der Documenta-Metropole Kassel widmet sich noch bis zum 5. Juni zum vierten Mal den aktuellen Entwicklungen des fotografischen Buches. Aus den 35 Fotobüchern, die von einer Jury aus Fotoexperten ausgewählt wurden, können die Festivalbesucher erstmals das aus ihrer Sicht beste Buch nominieren.

"Das Lateinamerikanische Fotobuch", "Deutschland im Fotobuch" oder "Das Sammeln von Fotobüchern" sind nur einige Themengebiete, die von den Teilnehmern beleuchtet werden. Wer selbst fotografiert, kann im Rahmen der Portfolio- und Fotobuchsichtungen Spezialisten, Verlegern, Redakteuren und Fotografen seine Arbeiten unter vier Augen zur Beurteilung vorlegen. Wer dann noch wissen will, wie ein Fotobuch erfolgreich produziert wird, dem seien die Workshops mit namenhaften Fotobuch-Gestaltern empfohlen. Darüber hinaus wird im Rahmen des Festivals ein Vortrag zum Werk des mexikanischen Fotografen Enrique Metinides gehalten. Er ist vor allem bekannt für seine schockierenden Bilder vom Leben in Mexiko-Stadt.

Das Fotobuch Festival findet vom 1. bis 5. Juni 2011 in der documenta-Halle in Kassel statt.

Mannheim: Jan Lauwers & Needcompany with The House of Our Fathers

Jan Lauwers zu Gast in der Kunsthalle Mannheim: Zusammen mit seinem 1986 gegründeten Ensemble "Needcompany" wird der Regisseur, Autor und bildende Künstler in einer begehbaren Raumskulptur ganztägig performen. Die Performance ist eine Kombination aus Tanz und bildender Kunst und wird mit Artefakten aus 20 Jahren Kunstproduktion, persönlichen Erinnerungsstücken und Depotmaterialien des Museums visuell untermalt. Lauwers wird zu den wichtigsten europäischen Theaterregisseuren der letzten 20 Jahre gezählt. Mit seiner Installation, die bereits 2007 zum ersten Mal in Brüssel realisiert wurde, will die Kunsthalle einmal mehr ihre experimentelle und performative Ausrichtung unter Beweis stellen.

"Jan Lauwers & Needcompany with The House of Our Fathers" wird vom 4. bis 13. Juni 2011 in der Kunsthalle Mannheim aufgeführt.

Arte: Die Welt des Anish Kapoor

Seine Objekte sind oft größer als ein Einfamilienhaus: Der für Riesenskulpturen bekannte Anish Kapoor ist Bildhauer, Architekt und Aktionskünstler in einem und liebt die künstlerische Herausforderung. Anlässlich seiner Einladung zur Monumenta 2011 hat sich der Regisseur und art-Korrespondent Heinz Peter Schwerfel dem perfektionistischen Ästheten angenähert und ist ihn an den Orten seines kreativen Schaffens gefolgt. Gedreht wurde in Chicago, Bilbao, London, Mumbai, Neu Delhi und Paris. Herausgekommen ist eine Dokumentation, die die Welt mit den Augen des 1954 in Indien geborenen Künstlers beschreibt. Seine Pläne, seine Philosophie, die permanente Suche nach immer neuen Formen und die Einflüsse aus Ost und West sind die treibenden Themen. Bis zum 23. Juni kann man noch Kapoors violett-roten "Leviathan" – eine riesige aufblasbare Monumentalskulptur für die Monumenta 2011 – im Grand Palais in Paris besichtigen.

Arte zeigt den Film am 6. Juni 2011 um 23.00 Uhr.

Lüneburg: Dealing with – Some books, visuals, and works related to American Fine Arts, Co.

Die New Yorker Galerie "American Fine Arts, Co." fungiert in der auf zwei Ausstellungsstätten verteilten Schau als Fallbeispiel für die jüngste Kunstgeschichte. Die Galerie, in der einst tausende von Menschen ein- und ausgingen, war für Künstler einerseits Inspirationsquelle, andererseits der perfekte Ort, um mit Kuratoren und Händlern ins Gespräch zu kommen und Verkaufsschauen zu organisieren. "Dealing with –" hinterfragt im historischen Kontext den symbolischen und materiellen Wert der Galerie, untersucht die Arbeitsbedingungen auf dem Kunstmarkt und verdeutlicht die Spannung zwischen Kunst und Geld, Subkultur und Massentauglichkeit. In der Halle für Kunst in Lüneburg werden die Galeriebibliothek von "American Fine Arts, Co.", die Archivbestände sowie eine Auswahl an künstlerischen Arbeiten gezeigt, die Colin de Land, der Gründer und Inhaber der Galerie, mit konzipiert hat. Im Kunstraum der Leuphana Universiät Lüneburg geht es um die Konsequenzen einer ökonomischen Ausrichtung der Kunst. In beiden Orten der Ausstellung finden zusätzlich Seminare, Workshops und Vorträge statt.

Die Ausstellung ist bis zum 11. Juli 2011 im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg und in der Halle für Kunst Lüneburg zu sehen.

Münster: localhost – internationale Künstler in/aus NRW

Mit Künstlern wie Josef Beuys, Blinky Palermo und Sigmar Polke hat Nordrhein-Westfalen (NRW) längst Kunstgeschichte geschrieben. Die Kunstakademien Düsseldorf und Münster genießen über nationale Grenzen hinweg einen guten Ruf, und Kreativwirtschaft wird in NRW größer geschrieben denn je. Trotzdem ist der Strom nach Berlin als vermeintliches Kunstzentrum noch nicht abgerissen: Nach wie vor kehren junge Künstler, Kuratoren und Galeristen NRW den Rücken zu. Das Ausstellungsprojekt "localhost – internationale Künstler in/aus NRW" macht es sich deshalb zur Aufgabe, die Vielschichtigkeit und Internationalität des Ruhrgebiets herauszustellen. Eingeladen sind dafür zwölf internationale Künstler, die NRW als Lebensmittelpunkt und Arbeitsort gewählt haben und sich in ihren Werken mit ihrer Herkunft und ihrer kulturellen Identität auseinandersetzen.

"localhost" läuft vom 4. Juni bis 18. September in der Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Münster.

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