Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht's um die Konkrete Poesie, Kunstwerke als unheimliche Wesen und die Anfangszeit der österreichischen Fotografie.

Bremen: Poetry goes Art & vice versa

Zwischen Text, Bild und Musik bewegt sich die Literatur- und Kunstform der Konkreten und Visuellen Poesie, die sich in den fünfziger Jahren entwickelt hat.

Die umfassende Schau zum Thema dokumentiert ihre Entstehungsgeschichte und präsentiert neben der sogenannten künstlichen Poesie (Computertexte) eine Auswahl an Schreibmaschinenarbeiten, Künstlerbüchern, Grafiken, Filmen, Zeitschriften und Werken der Radio- und Klangkunst. Dabei steht die Sprache als künstlerisches Mittel im Vordergrund. Ergänzend zur Ausstellung findet am 17. Und 18. Juni das Symposium "Poesie – Konkret" zur internationalen Verbreitung und Diskussion der Konkreten Poesie statt.

"Poetry goes Art & vice versa" ist bis zum 14. August in der Weserburg in Bremen zu sehen.

Wien: Explosion der Bilderwelt

Mit zirka 120 Exponaten aus der Anfangszeit der österreichischen Fotografie zeigt die Albertina die Bildproduktion der 1861 gegründeten "Photographischen Gesellschaft in Wien". Die Zusammenkünfte dieser Gesellschaft hatten zum Zweck, sich über das technische Wissen der Fotokunst, ihrer Professionalisierung und die wirtschaftlichen Möglichkeiten des neuen Mediums auszutauschen. So wurde das Foto bald als wissenschaftlicher Beweis im Laboratorium, als Porträt im Studio, als Ansichtskarte vor einer Touristenattraktion und großformatigen Kunstreproduktion im Museum entdeckt. Die in der Ausstellung präsentierte "Explosion der Bilderwelt" vergegenwärtigt den Anfang dieser bis heute anhaltenden Bilderflut und dokumentiert die Entwicklung der immer noch wachsenden Anwendungsbereiche.

Die Fotoschau wird vom 17. Juni bis 2. Oktober 2011 im Albertina-Museum ausgestellt.

Potsdam: Alien …

… "unheimliche Wesen aus einer fremden Welt". Der von Ridley Scotts erstem Alien-Film entlehnte Titel weist nicht etwa auf Bilder hin, aus denen Angst und Faszination über die mögliche Existenz außerirdischen Lebens sprechen, sondern erklärt die Bilder selbst zu fremden Wesen, die der Betrachter erst kennenlernen muss. Immerhin gibt es keine fertige Erklärung für die Wirkung von Bildern, vielmehr muss sie erarbeitet werden. Genau deshalb bittet der Brandenburgische Kunstverein sein Publikum, zu den 15 ausgestellten Werken von Künstlern aus der Kienzle Art Foundation, darunter zwei Zeichnungen, eine Fotografie und zwölf Gemälde, Stellung zunehmen und die dafür ausgelegten Formulare auszufüllen. Erklärtes Ziel dieser Aktion ist es, über die Summe der Beobachtungen mehr über den heutigen Umgang mit Malerei, ihrer Funktion und Leseweise zu erfahren.

Die "fremden" Bilder können bis 10. Juli 2011 im Brandenburgischen Kunstverein Potsdam analysiert werden.

Dresden: Franka Hörnschemeyer

Ihre Arbeit wird als "Archäologie der Gegenwart" beschrieben: Franka Hörnschemeyer analysiert die Geschichte von Räumen und macht ihre historische Prägung mit skulpturalen Mitteln sichtbar. In der Galerie Baer schuf die in Osnabrück geborene Installationskünstlerin jetzt einen weiteren "Erfahrungsraum", den sie für ihre erste Einzelausstellung in Dresden mit einer architektonischen Konstruktion aus Messebauwänden versehen hat. Daneben nutzt Hörnschemeyer den Ausstellungsraum, um mit Hilfe ihrer minimalistischen Zeichnungen, Pläne, Fotografien und Prints die Entwicklung ihrer Arbeiten "Westzimmer" (2001), "Trichter" (2003-2011) und "Franks International" (2008) zu veranschaulichen. Letzteres Werk gehört zu ihren ersten Videoarbeiten und zeigt einen verlassenen Friseursalon in Leeds, in dem sich durch die Spiegelungen in den Fensterscheiben Innen- und Außenraum, Gegenstände und Passanten miteinander vermischen. Die Skulptur "Trichter" wird am 25. Juni offiziell in der Galerie Baer eingeweiht, anschließend gibt es ein Treffen mit der Künstlerin.

Die Ausstellung läuft bis zum 8. Juli 2011 in der Galerie Baer.

Dortmund: Kontemplative Räume

"Kontemplative Räume" ist Kunst-Ausstellung und Bürger-Projekt zugleich. Als Nachtrag zum Parkfestival "transindustriale 2010" untersuchen Bildende Künstler, kulturell engagierte Bürger und Kunst-Studierende die unterschiedlichen Ordnungssysteme aus den Naturwissenschaften, der Mathematik und Psychoanalyse sowie der Informationstechnik. Ihre künstlerischen Ergebnisse in Form von Skulpturen, Plastiken, Fotografien und Multimedia-Arbeiten sollen mögliche Parallelen zum Produktionsprozess der Kunst aufzeigen. Beispiele sind die von Gerd Günther hergestellte Beziehung zwischen den Formprinzipien der Bildenden Kunst und der Ästhetik mikroskopischer Bilder sowie die Videoarbeit "Gesänge" von Jörg Zimmer, die mittels geometrischer Formen und mystischer Klänge einen poetischen Raum erzeugt.

Das Projekt findet vom 19. Juni bis 3. Juli 2011 im Bunkergelände Tullstraße in Dortmund statt.