Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Diesmal mit etwas zum Schmunzeln, dem Start der neuen Kunstsaison, vielen Skulpturen und skurriler Kunst.

Düsseldorf/Köln – DC-Open

Die sonst konkurrierenden Städte Düsseldorf und Köln sind sich in Sachen Kunst einig: Gemeinsam ist man doppelt stark.

So vereinen sich die Städte für das Düsseldorf-Cologne-Open (DC-Open) bereits zum sechsten Mal, um mit insgesamt 52 Galerien in die Herbstsaison zu starten. Mit dabei Beck & Eggeling aus Düsseldorf. Die 1994 in Leipzig gegründete Galerie hat ihren Standort seit 1998 nach Düsseldorf und New York verlegt und zeigt Werke des kürzlich verstorbenen Otto Piene und seines Kollegen Heinz Mack. Beide Künstler haben schon in den Fünfzigern gemeinsame Abendausstellungen in Düsseldorf veranstaltet und dieses Jahr werden ihre Werke in der Ausstellung "Mack und seine Künstlerfreunde" zusammengeführt.

Einige Kilometer weiter südlich zeigt Galerie Warhus Ritterhaus in der Nähe des Kölner Zoos Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Alice Mackler. Ihre bunten Keramik-Skulpturen sind bekannt und sind auch hier Teil der Ausstellung. Insgesamt nehmen in Köln 31, unter anderem Galerie Heinz Holtmann, Galerie Karsten Greve, Galerie Daniel Buchholz und Galerie Gisela Capitain, sowie 21 Galerien aus Düsseldorf wie Konrad Fischer Galerie oder die Galerie Hans Meyer an dem diesjährigen DC-Open teil.

Die Veranstaltung "DC-Open" findet vom 5. bis zum 7. September in den teilnehmenden Galerien in Düsseldorf und Köln statt.

Kassel – Mit etwas Glück totlachen

Claude Monets "Seerosen" sind eines der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte. Aber Hand aufs Herz – mussten ihn während des Malens am See nicht Hunderte von Mücken zu Tode nerven? Diese und viele andere lustige Fragen thematisiert Illustrator Gerhard Glück. Dabei zeigt er, dass man alles und vor allem sich selbst nicht allzu ernst nehmen sollte. Der Karikaturist zeichnet unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung" und findet immer Wege mit Kreativität und Humor Gesellschaftsthemen auf die leichte Schulter zu nehmen. Fokus der Ausstellung in Kassel ist vor allem die Kunstwelt.

Die Ausstellung "GLÜCK. Kunst & Co. Komische Bilder von Gerhard Glück" ist vom 5. September bis zum 25. Januar 2015 im Museum Schloss Wilhelmshöhe in Kassel zu sehen.

Bern – Skulpturenpark

Selbstwahrnehmung und Projektion – das sind die Ansprüche des britischen Künstlers an sich, seine Kunst und sein Publikum. Bekannt ist der Gewinner des Turner-Preises für menschenartige Skulpturen wie beispielsweise den "Angel of the North", eine 20 Meter hohe Arbeit in Gateshead im Norden von Großbritannien. Jetzt in Bern zeigt der britische Bildhauer ebenfalls 60 aus Cortenstahl gefertigte Skulpturen, alle schwarz, alle eckig. Sie erlauben Assoziationen an Stonehenge, Kubismus und sollen die sonst organische Architektur durch den Kontrast des Materials neu erleben lassen.

Die Ausstellung "Antony Gormley. Expansion Field" ist vom 5. September bis zum 11. Januar 2015 im Paul Klee Zentrum in Bern zu sehen.

Berlin – Neuer Sinn

Während im englischen Folkstone um die Wette gebuddelt wird, um einen von Michael Sailstorfer vergrabenen Goldbarren zu finden, zeigt Berlin seine Kunst ohne großen körperlichen Aufwand. Dennoch geht man als reiche Person nach der Ausstellung nach Hause, vielleicht nicht an Geld, aber an neuen Erfahrungen. Der deutsche Bildhauer und Objektkünstler verändert die Bedeutung von Gegenständen, indem er sie grundlegend verändert. Aus Polizeiuniformen webt er einen Teppich, aus friedlichen Bäumen werden gefährliche Waffen, und wo kein Raum ist, erschafft Sailstorfer einen. Den Besucher führt er an der Nase herum und zeigt, wie man standardisiertes Denken umstrukturieren kann. Das Berliner Haus am Waldsee zeigt Werke aus den vergangenen 15 Jahren und erlaubt in Alltäglichem Kunst zu sehen.

Die Ausstellung "Michael Sailstorfer | B-Seite" ist vom 5. September bis zum 9. November im Berliner Haus am Waldsee zu sehen.

Hamburg – Neue Kunstsaison

Auch in Hamburg heißt es wieder: neue Saison, neues Ausstellungsglück. Am Wochenende laden in der ganzen Stadt verschiedene Galerien zum Ausstellung-hopping ein. Mit dabei Galerie Conradi und die Einzelausstellung "Lost in Connotation". Gezeigt wird die Rauminstallation des Künstlers Thomas Jeppe, bestehend aus ähnlich aussehenden Skulpturen und Bildern.
Auch die Galerie Affenfaust eröffnet mit ihrer neuen Ausstellung: Hier werden Zeichnungen des französischen Künstlers Nicolas Frémionin präsentiert, die in flachem Holzschnittstil vor allem sexuelle Themengebiete ansprechen und sich von koreanischer Volkskunst ableiten.
Nahe der Mönckebergstraße zeigt die Galerie Kai Erdmann in der Ausstellung "Sacred Soil and Bloody Ground" die Arbeiten Andrew Gilberts. Der Maler erweckt mit seinen Gemälden und Stulpturen eine Art Urinstinkt, zeigt Totenmasken verziert mit Karotten und erinnert in mancher Arbeit an Haitis Voodoo-Kult.

Die Eröffnung der Galeriesaison findet vom 5. bis zum 7. September in den teilnehmenden Galerien in Hamburg statt.