Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen. Diesmal mit einem Rundgang durch Hamburger Galerien, Bildern mit politischer Sprengkraft und dem "Maestro" des italienischen Films.
Die fünf Tipps der Woche:Die Kunst-Höhepunkte der Woche

Die Reichweite der Bilder sah zum Ende des zweiten Weltkriegs auch die US–Armee, als sie einigen Soldaten auf Iwo Jima befahl, das Sternenbanner noch einmal aufzurichten. Gregor Sailer: "Closed Cities" (Serie), 2011, Archivpapierprints 19x31 cm

Salzburg: Die Macht der Bilder

Politik ohne Bilder? Unvorstellbar! Schon immer ist Politik in unserem Kopf eng mit ihrer bildlichen Darstellung in den Medien verknüpft gewesen.

Beflügelt durch die Entwicklung neuer Medienkanäle wie Twitter und Co entwickelte sich die Aufgabe der Bilder aber weiter; vom reinen Darstellungsmedium zu einer eigenständigen Macht, die Veränderungen auslösen kann – genau das macht dieses Gebiet für junge Fotografen so interessant.

"Under pressure. Politik in der zeitgenössischen Fotografie und Medienkunst", so heißt die aktuelle Ausstellung des Museums der Moderne Mönchsberg, die auf diesen Wandel eingeht. Vorwiegend aus Neuzugängen der letzten fünf Jahre zur Fotosammlung zusammengestellt, ist sie eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregen soll. Das beweist nicht nur Lukas Birks Installation "Kafkanistan", die uns die Absurdität von Katastrophentourismus in Krisengebieten wie Afghanistan und Pakistan vor Augen führt, sondern auch weitere sensible Themengebiete der Ausstellung wie die Darstellung von politischem Ungehorsam und zivilem Widerstand oder die Konfrontation mit politisch motivierten Spuren in der Landschaft.

"Under pressure. Politik in der zeitgenössischen Fotografie und Medienkunst – Werke aus der Sammlung" ist vom 1. November 2013 bis zum 2. März 2014 im Museum der Moderne Mönchsberg ausgestellt.

Hamburg: Im Galerienhimmel

Am Wochenende noch keine Pläne? Zur gemeinsamen Eröffnung bitten Hamburger Galerien im Kontorhausviertel. Umgeben von Kanälen, die einmal Hamburgs alte Kontorhäuser schützen sollten, liegt die Fleetinsel. In diesen zehn Galerien werden unter anderem zeitungsähnliche Knäuel aus Aluminium von Olaf Metzel in der Produzentengalerie, figurale Skulpturen von Stephan Balkenhol in der Galerie Holger Priess, politische Installationen von Haig Aivazian in der Galerie Sfeir-Semler und in der Galerie Conradi eine Dystopie zum Klassenkampf in der Kreativgesellschaft von Steffen Zillig: inklusive Castinghölle, Cloud-Control und Weltraumterror.

Am 01. November 2013 von 18 – 21 Uhr laden die Fleetinsel Galerien zum Rundgang in die Admiralitätsstraße 71.

Koblenz: Dem "Maestro" eine Bühne

Im Ludwig Museum Koblenz hängt neben historischen Filmplakaten und Requisiten das schwarzweiß Foto eines Filmsets. Es zeigt ein Kamerateam der fünfziger Jahre mit einigen Statisten und einem jungen Mann, der mit einer Posaune in der Hand die Richtung weist – ihm ist die aktuelle Ausstellung in Koblenz gewidmet. Dort drehen sich im Moment alle Arbeiten um das künstlerische Schaffen des "Maestro", wie ihn seine Landsleute nennen. Der Meister, das ist Frederico Fellini, jene Filmlegende, die im Italien der fünfziger und sechziger Jahre bei weltbekannten Filmen wie "La Strada" (1954), "Amacord" und "8 ½" (1963) Regie führte.

Aus Anlass des 20. Todestages des Regisseurs zeigt das Ludwig–Museum nun 250 Objekte, die aus der Sammlung der Schweizer Fondation Fellini stammen. Im Zentrum der Ausstellung stehen vier seiner bedeutendsten Filme, anhand derer die unterschiedlichen Facetten ihrer Entstehung, sowie Fellinis Arbeitsweise aufgezeigt werden. Dabei wird deutlich, dass der weltbekannte Filmemacher intensiv mit wichtigen Künstlern des 20. Jahrhunderts zusammenarbeitete, und so ganz verschiedene Künste – Literatur, Musik, Tanz und Malerei – in seine Filme einfließen ließ. "Fellini und die Künste" ist deshalb ganz schlicht der Ausstellungsname.

Vom 27. Oktober 2013 bis zum 19. Januar 2014 kann "Fellini und die Künste" im Ludwig Museum in Koblenz besucht werden.

Essen: Kunst im Kessel

Ausgestellt wird überall und oft genug werden nur die großen Galerien mit noch größeren Künstlern beachtet. Im Ruhrgebiet geht man seit Jahren einen anderen, einen verbindenden Weg. Namhafte und unbekannte Galerien, Kunsthochschulen und Kunstprojekte zeigen sich auf der "Contemporary Art Ruhr" harmonisch nebeneinander. Das Red–Dot–Museum Essen und das Welterbe Zollverein präsentieren Aussteller zeitgenössischer Kunst, Sonderausstellungen, Events und Workshops. Darüber hinaus werden durch die "Alfred und Cläre Pott Stiftung" mit dem "Künstlerprogramm Ruhr", junge und lokale Künstler gefördert.

Bereits zum zweiten Mal nehmen südkoreanische Galerien teil. Neben dem Asien–Schwerpunkt sind internationale, nationale und lokale Galerien Aussteller vor Ort. Darunter die dänische Galerie Kirk aus Aalborg, Galerie Ulrich Gering aus Frankfurt am Main und die Wiesbadener Galerie Christine Rother, sowie unter anderem die lokale Galerie Klose, Galerie Ricarda Fox und Galerie Kabuth.

Die Messe "Contemporary Art Ruhr" auf dem Welterbe Zollverein Gelände in Essen ist vom 01. November bis zum 03. November zu sehen.

Hamburg: Guy Bourdin

Einfache Posen mit Fokus auf dem Produkt. So sah die Welt der Modefotografie in den fünfziger Jahren und vor Guy Bourdin aus. Dieser präzise Workaholic erschafft sich seine eigene Welt. Er arbeitet als Modefotograf unter anderem für Chanel und die französische "Vogue" und entwickelt eine eigene, surreale Bildsprache. Diese richtet sich nicht mehr vornehmlich dem beworbenen Produkt zu, sondern weiß vielmehr eine Geschichte zu erzählen. Hut, Schuhe oder Kleider sind nur noch Teile einer traumhaft inszenierten Bildkomposition.

Die große Werkschau im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert neben Modefotografie auch die ebenso akribisch angefertigte Malerei von Guy Bourdin, sowie Polaroid–Fotos, Skizzen, Texte und schwarzweiß Aufnahmen aus den Fünfzigern.

Die Ausstellung "Guy Bourdin – Retrospektive" ist vom 01. November 2013 bis zum 26. Januar 2014 im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.