Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit einer Kunstkiste auf Reisen, Traumbildern japanischer Exotik und toten Faltern mit Batterieaugen.

Wuppertal: Ein Experiment geht auf Reisen

Die Vernissage wird eine Modenschau: Die Künstlerin Guda Koster aus Amsterdam lädt die Besucher ein, aus einer Vielfalt von Kleidungstücken das passende auszusuchen, um sich dann neu ausstaffiert vor einer gemusterte Tapete zu einem ziemlich schrillen Porträt vor der Kamera zu versammeln.

Diese Interaktion ist Teil der "Moving Art Box Ausstellung". Die Kunstkiste reiste quer durch Europa und wurde erst an den unterschiedlichsten Ankunftsorten wie zum Beispiel Amsterdam, Mallorca oder Sunderland geoeffnet. Inspiriert wurden die Künstler durch den Inhalt der Box, der die verschiedensten Materialien enthielt: Farbe, skurrile Kleidung, Fotos oder kleine Kunstwerke. An jeder Station wurde die "Moving Art Box" von den Künstlern weiter bestückt. Bei dem Projekt geht es um experimentelle, gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit Kunst, die auch einen gewissen anarchischen Charakter hat. Nun kann man die Ergebnisse in Form von fantasievollen Aktionen, provokanten Eingriffen, fotografischen Experimenten, Film - und Soundprojekten im Kunstverein Wuppertal sehen.

Die Ausstellung "Moving Art Box" ist vom 26. April bis 12. Mai 2013 im Neuen Kunstverein Wuppertal zu sehen.

Karlsruhe: Bildwelten, die eine neue Realität erschaffen

Menschen überqueren die Straße. Sie gehen einen kurzen Weg zusammen, um dann wieder in dem Labyrinth der Großstadt abzutauchen. Jeder für sich. Es hat keinen gemeinsamen Akt gegeben. Mona Breedes Fotoarbeiten führen Momente voller Melancholie vor Augen, in denen Anonymität und Entfremdung als typisch großstädtische Phänomene eindringlich reflektiert werden. Auf den ersten flüchtigen Blick scheint es sich dabei um ganz alltägliche Straßenszenen, also dokumentarische Aufnahmen, zu handeln. In Wirklichkeit sind Breedes Werke jedoch sorgfältig komponierte Fotomontagen, zusammengesetzt aus einer Vielzahl von einzelnen Bildfragmenten. So entstehen Bildwelten, die eine neue Realität erschaffen –von gleichermaßen geheimnisvoller wie faszinierender Magie und Abgründigkeit. Die in Karlsruhe lebende Fotografin ist seit vielen Jahren an Ausstellungen in nationalen und internationalen Museen, Kunstvereinen und Galerien beteiligt und stellt nun in der städtischen Galerie Karlsruhe aus.

Die Ausstellung "Mona Breede – Die Außenwelt der Innenwelt" ist vom 25.April bis 4.August 2013 in der städtischen Galerie Karlsruhe zu sehen.

Recklinghausen: Leidenschaftliche Insekten

Tote Falter mit Batterieaugen, Käfer gewickelt wie Zigarren und Vitrinen voll umfunktionierter Insekten: Jan Fabres Ausstellung erzählt von seiner Faszination für Insekten und Spinnen, die sich wie ein roter Faden durch seine Werke zieht. Der 1958 in Antwerpen geborene Fabre zählt zu den herausragenden bildenden Künstlern der Gegenwart. Aber auch als Theatermacher und Autor hat er sich international einen Namen gemacht. Der Übergang von der Nacht zum Tag, Sinnbild für Metamorphose und Wiedergeburt begeistert Jan Fabre. In seiner Ausstellung präsentiert er mehr als 120 frühe Zeichnungen, dazu surreale Insektenskulpturen und Installationen, wie das begehbares Feldzelt mit Insektenlabor, in das sich der junge Fabre im elterlichen Garten immer wieder zurückzog, sowie ein Spinnenkopftheater, eine vielgestaltige Menagerie mit Vogelspinnen und dabei auch ein Theater des Lebens selbst.

Die Ausstellung Jan Fabre "Insektenzeichnungen & Insektenskulpturen 1975 – 1979" ist vom 21.April bis 23.Juni 2013 in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen.

Hamburg: Bedürfnis nach Exotik

Geishas im Kimono, stille Tempelstätten, blühende Kirschbäume und Lotusblüten. Das MKG Hamburg zeigt aus seiner Sammlung rund 100 Werke der japanischen Reisefotografie, die zwischen 1870 und 1900 entstanden sind. Die handkolorierten Fotografien, Glasdias, Lack-Alben und Fotopostkarten stammen von elf verschiedenen Fotografen und Ateliers. “Typisch Japan“ zeigt Bilder aus einem Land, das bis 1868 isoliert und in Europa wenig bekannt war.
Neben Architektur- und Landschaftsaufnahmen zeigt die Ausstellung vor allem Typenporträts von Geishas, Samurai, Ringern, Lastenträgern und Straßenverkäufern. In Fotostudios werden die Einheimischen in traditioneller Kleidung und typischen Tätigkeiten inszeniert. Diese Motive bedienen vor allem die Vorstellungen der Europäer von einer exotischen Fremde und prägen bis heute unser Japan-Bild. Die Ausstellung wird ergänzt durch Exponate aus der Asiensammlung des MKG. Zu diesen 20 Exponaten zählen Vasen, Schalen und Figuren, Holzschnitte, Lackkästchen und Räuchergefäße. Die Objekte waren, wie die Fotografien, Souvenirs ohne praktischen Nutzen, die das Bedürfnis der Europäer nach Exotik befriedigten.

Die Ausstellung "Typisch Japan" ist vom 24. April bis 4 August 2013 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen.

Münster: Konzept Heimat

"Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." sagte der deutsche Philosoph Karl Jaspers. Aber was ist Zuhause oder Heimat genau? Was heißt es sich einen Ort zu eigen zu machen, der letztendlich unsere eigene Identität formt?

Die Ausstellung "There's no place like home", die in den neuen Räumen des Westfälischen Kunstvereins im Neubau des Landesmuseums stattfindet, nimmt sich dieser Thematik an. Sie untersucht unseren Bezug zum Raum und unterzieht das Konzept Heimat einer kritischen Bestandaufnahme. Eine Auswahl internationaler Künstler präsentiert eine kritische Auswahl der verschiedenartigen Relationen zwischen Mensch und Raum in Form von Installationen, Fotografien und Collagen. Sie hinterfragen damit die Aktualität und den Nutzen von Konzepten wie Zuhause oder Heimat. Können Konzepte wie diese, die uns ursprünglich fest mit einem Ort verbanden, heutzutage noch produktiv genutzt werden? Und wie kann eine individuelle Verortung in der Welt jenseits dieser Modelle geschehen?

Die Ausstellung "There's no place like home" findet vom 20. April bis 23. Juni 2013 im Westfälischen Kunstverein statt.