Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht's um Selbstbildnisse von Otto Dix, die Kultur des Gartens und die architektonische Entwicklung Brasilias.

Chemnitz: Selbstporträts von Otto Dix

Der deutsche Maler und Grafiker Otto Dix (1891 bis 1969) hat sich in seinem Leben mehr als einhundertmal selbst porträtiert. "Ich Dix bin das A und das O" heißt dann auch treffend die Ausstellung, die das Museum Gunzenhauser in Chemnitz mit 40 dieser Selbstbildnisse präsentiert, darunter Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken.

Angefangen hat die künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich im Zuge der Jugendbewegung um 1900. Damals stellte sich Dix häufig als "Wandervogel" dar, um sich demonstrativ von der Vätergeneration abzugrenzen. Ein paar Jahre später verarbeitet er expressionistische Einflüsse und die Erfahrungen im Krieg, bis er in den zwanziger Jahren zu seinen Hauptwerken gelangt – die Aufsehen erregenden Porträts der "Neuen Sachlichkeit".

Die Ausstellung "Ich Dix bin das A und das O" läuft bis zum 31. Oktober 2011 im Museum Gunzenhauser in Chemnitz.

Linz: Im Garten

Gärten sind Kulturphänomene. Politische und religiöse Anschauungen sollen schon immer mit der Gestaltung des Gartens verbunden gewesen sein. Das meinen jedenfalls die Organisatoren von "Im Garten – Lebensräume zwischen Sehnsucht und Experiment". Das Ausstellungsprojekt erforscht den Begriff Garten in all seinen Dimensionen: vom behaglichen Vorgarten oder Balkon über prachtvolle Dachterrassen und Paradiesgärten, bis hin zum Community Garden und Guerilla Gardening. Dabei soll zum einen die Verknüpfung von Architektur, Ökologie und Landschaft, und zum anderen die historische Gartenentwicklung verschiedener Kulturen, Länder und Epochen gezeigt werden. Bei den Künstlern und Kuratoren steht der Leitgedanke im Vordergrund, Gärten seien Orte der Inspiration sowie des Privaten und Gelassenen inmitten einer geschäftigen Stadt.

Die Kultur des Gartens ist bis zum 16. Oktober im Nodico Stadtmuseum in Linz zu sehen.

Kiel: Archiv Utopia

"Archiv Utopia" nennt sich das Brasilia-Projekt der brasilianisch-koreanischen Künstlerin Lina Kim und des deutschen Fotografen Michael Wesely. Die Stadt Brasilia, die erst 1960 zur Hauptstadt Brasiliens ernannt wurde, wird dabei auf ihre utopische Architektur und Stadtentwicklung hin untersucht. Um dem nachgesagten Utopie-Charakter auf die Spur zu kommen, haben Kim und Wesely sieben Jahre lang die Stadt erkundet und in verschiedenen Archiven nach historischem Bildmaterial recherchiert. Diese bis dato kaum publizierten Aufnahmen zur Entstehungsgeschichte Brasilias nutzen die Künstler wiederum als Inspiration für ihre eigenen Fotografien, die über ungewöhnliche Perspektiven und das Verfahren der Langzeitbelichtung den utopischen Charakter der Stadt noch verstärken. In der Ausstellung sind sowohl 32 dieser großformatigen Langzeitbelichtungen als auch eine Auswahl der historischen Aufnahmen zu sehen.

Das Brasilia-Projekt ist bis zum 28. August in der Kunsthalle zu Kiel ausgestellt.

Wien: Dürer – Cranach – Holbein

Unter dem Titel "Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche Porträt um 1500" werden im Kunsthistorischen Museum in Wien Gemälde sowie Werke der Bildhauerei und Zeichenkunst von Albrecht Dürer und seinen Künstlerkollegen Lukas Cranach und Hans Holbein der Jüngere gezeigt. Im Fokus steht der Mensch, der um 1500 ins Zentrum des künstlerischen Interesses rückte. So illustriert die Schau mit über 140 Arbeiten die frühe deutsche Porträtkunst, die einen umfassenden Einblick in die spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gesellschaft gibt. Freilich sind die Porträtierten dem Adel oder dem aufstrebenden Bürgertum zuzuordnen, die ihr Selbstbildnis als Repräsentationsmittel nutzen.

Die Ausstellung wird vom 31. Mai bis zum 4. September 2011 im Kunsthistorischen Museum in Wien gezeigt. Anschließend ist die deutsche Bildnismalerei vom 16. September 2011 bis 15. Januar 2012 in der Kunsthalle in München zu sehen.

Bremen: Sebastian Gräfe – Die weiteren Aussichten

In Sebastian Gräfes Ausstellung "Die weiteren Aussichten" gibt es vor dem Wetter kein entrinnen. Über architektonische und objekthafte Bestandteile, die den Themen Luftdruck, Temperatur und Wetteraussichten gewidmet sind, holt der 1976 in Grimma geborene Künstler das Wetter in den Ausstellungsraum. Als wäre die aktuelle Wetterlage nicht schon so das beliebteste Gesprächsthema, liefert Gräfe mit seinem eigens für Ausstellung konzipierten Mess- und Anzeigesystem noch einen Grund mehr, mal wieder über die Launen des Wetters zu schwadronieren.

"Die weiteren Aussichten" werden bis zum 10. Juli im Künstlerhaus Bremen präsentiert.