Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen. Diesmal mit gestapelten Gemälden, feiernden Frauen und multitalentierten Dichtern.

Salzburg: Tod und Fruchtbarkeit

Vergänglichkeit, das blühende Leben, Fruchtbarkeit – nur eine Auswahl der ganz unterschiedlichen Symbolik von Blumen und Pilzen. Schon seit einer gewissen Weile erleben sie eine regelrechte Renaissance in der bildenden Kunst.

Ihnen widmet das Museum der Moderne Mönchsberg zur Zeit der Festspiele in Salzburg die Ausstellung "Flowers & Mushrooms", angelehnt an den Namen der Werkserie "Ohne Titel (Flowers, Mushrooms)" des Künstlerduos Peter Fischli/David Weiss.

Im wahrsten Sinne des Wortes wird ein bunter Strauß an Werken aus den Bereichen der Fotografie, auf Fotografie basierender Malerei, Video und Plastik/Installation präsentiert. Den Auftakt machen Aufnahmen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die damals einen eher nützlichen Charakter hatten. Wie dekorativ Blumen sein können, zeigen Werke von Andy Warhol, David LaChapelle oder Marc Quinn, bevor Blüte und Knospe für die Darstellung von Erotik entdeckt wurden. Pilze erscheinen in der Ausstellung in Form von Fotografien, Skulpturen und in Schaukästen, auf wissenschaftlicher oder fantastischer Ebene.

Die Ausstellung "Flowers & Mushrooms" ist vom 27. Juli bis 27. Oktober im Museum der Moderne in Salzburg zu sehen.

München: Ungezähmt und eigenwillig

Die Grenzen der Malerei und der Kunst im Allgemeinen halten Richard Jackson nicht auf. Er testet sie aus, bewegt sich an ihrem Rand, und zählt nicht zuletzt dadurch zu den radikalsten amerikanischen Künstlern der Moderne. Durch seinen unkonventionellen und zeitweise als respektlos anmutenden Umgang mit Farben und Farbauftrag weitet er die Grenzen des „Action Painting“ stetig aus. Sowohl Unordnung und Provokation als auch viel Humor bis hin zur Ironie sprechen aus seinen großformatigen und farbgewaltigen Arbeiten.

Das Museum Villa Stuck zeigt mit "Richard Jackson. Ain’t Painting a Pain" nicht nur abgeschlossene Gemälde, Wandmalereien und zum Teil raumfüllende Installationen, die sogenannten "Painted Environments" – Jackson selbst wird vor Ort zudem eine Wand bemalen und ein "Stacked Painting", ein gestapeltes Gemälde, anfertigen, eigens für seine Retrospektive. Hinzu kommt die Folge der "100 Drawings", eine Arbeit, die als inhaltliche Übersicht über seinen aufregenden und bunten Schaffensprozess angesehen werden kann. So wird das Wilde und Andersartige auf etwas ruhigere Art und Weise nachvollziehbar gemacht.

Die Ausstellung "Richard Jackson. Ain't Painting a Pain" ist vom 25. Juli bis 13. Oktober im Museum Villa Stuck in München zu sehen.

Aschaffenburg: Hollywood und High Society

Was macht eine Frau zu einer starken Frau? Sind es Intelligenz oder Muskeln? Selbstbewusstsein oder Feminismus? In der gemeinsamen Schau "Starke Frauen" in Aschaffenburgs Neuem Kunstverein vereinen sich mit Nina Fowler, Ilse Haider und Nina Nolte drei ganz unterschiedliche Interpretationen von Stärke. Alle drei gehen jedoch kritisch an das Thema heran und widmen sich den Damen der High Society. Das ruhmreiche aber oberflächliche Leben der Grandes Dames bietet ausreichend Projektionsfläche.

Die Österreicherin Ilse Haider begibt sich auf die Spuren der Schlagersängerinnen der NS-Zeit. Ihre Porträts finden gemeinsam mit kleinen Verweiszeichnungen anonymer Hochzeitsfotos zu einem neuen Kontext, der ein von Aufruhr und unterschiedlichen Schicksalen geprägtes Leben suggeriert. Nina Fowler hingegen, die Jüngste der drei Künstlerinnen, beobachtet insbesondere das Leben glamouröser Hollywood-Verfilmungen: Marylin Monroe und Clark Gable etwa unterstellt sie Leere und Selbstzerstörung. Ihre aktuellsten Arbeiten wenden sich außerdem Frauen zu, die mit aller Kraft versuchen, aus der Rolle der oberflächlichen Hollywood-Diva auszubrechen, während Nina Nolte die nicht weniger oberflächliche Partykultur der High Society untersucht. Mit einer gewissen Ironie prangert sie das Leben der Promidamen an und zeigt eine sich langsam auflösende Glitzerwelt der Oberen Zehntausend.

Die Ausstellung "Starke Frauen – Nina Fowler, Ilse Haider und Nina Nolte" ist vom 28. Juli bis 22. September im Neuen Kunstverein Aschaffenburg zu sehen.

Lübeck: Dichter und Maler

Eigentlich schreiben sie, jonglieren mit Buchstaben, Worten und Satzzeichen. Sie sprechen die Fantasie der Menschen an, statt abzubilden. Doch viele von ihnen nutzten Feder und Papier immer häufiger auch um Landschaften, Menschen oder Fantasiefiguren entstehen zu lassen. Schriftsteller, wie Victor Hugo, Johann Wolfgang von Goethe, Joachim Ringelnatz und Wilhelm Busch beschränkten sich nicht auf Märchen, Lyrik und Erzählungen, sondern ließen sich zu aussagekräftigen Gemälden inspirieren. So auch Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

Das Museum Behnhaus Drägerhaus und die Overbeck Gesellschaft in Lübeck stellen in der Sammlung "Wortkünstler / Bildkünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller." eine Auswahl von Bildern der bekanntesten malenden Schriftsteller aus. Während Goethes Zeichnungen dessen geschriebenes Wort verbildlichen sollen, kreiert Herta Müller Bilder aus geschriebenen Worten. So wird ein weiter Bogen gespannt, sowohl gestalterisch als auch zeitlich. Die Wortcollagen der Schriftstellerin sind im Pavillon der Overbeck-Gesellschaft im Garten des Behnhauses zu sehen.

Die Ausstellung "Wortkünstler / Bildkünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller." ist vom 27. Juli bis 20. Oktober im Museum Benhaus Drägerhaus und in der Overbeck Gesellschaft in Lübeck zu sehen.

Hamburg: Design und Fotografie

Mit dem Lead Award werden besonders tolle Designarbeiten in den vier Kategorien "Zeitschriften", "Anzeigen", "Fotografie" und "Online" ausgezeichnet. Schon seit 21 Jahren. Zum elften Mal werden nun Nominierte und Gewinner ab dem 27. Juli in den Deichtorhallen beim "Visual Leader" vorgestellt; ausgewählt und bewertet von einer Jury. Die Lead Awards gelten für Agenturen, Verlage und kreative Köpfe als Messlatte für den eigenen Erfolg innerhalb der Branche.

In diesem Jahr werden etwa 200 Arbeiten der Szene auf einer Fläche von rund 1 500 Quadratmetern gezeigt. Unter ihnen sind sowohl aufstrebende, junge Talente als auch alte Hasen, wie Patrick Demarchelier, Andreas Mühe, Eva Leitolf und Max von Gumppenberg. Zu den von der Jury festgelegten Preisen kommt in diesem Jahr außerdem ein Publikumspreis, der in besonderem Maße zeigt, inwiefern die Macher den Geschmack ihrer Zielgruppe treffen. Besucher sehen in den Deichtorhallen unter anderem das Porträt- und Reportagefoto des Jahres, die Zeitung sowie Weblog und Werbekampagne des Jahres. Auch das gelungenste Artwork, der beste Zeitschriftenbeitrag und das Newcomermagazin 2013.

Die Ausstellung "Visual Leader: Das Beste aus Zeitschriften und Internet" ist vom 27. Juli bis 13. Oktober in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen.