Gib mir fünf! - Tipps

Tipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Diesmal mit der Faszination des Sitzens, Pablo Picasso bis Gerhard Richter, zeitloser Schönheit, Europas besten Bauten und interaktiver Kunst in Leipzig.

Zürich – Schönheit ohne Ablaufdatum

Die Suche nach den perfekten Proportionen, der idealen Schönheit hat eine lange Tradition und ist auch heute noch ein heißes Thema.

Dieses Ideal zu finden ist jedoch alles andere als einfach. Während Maler die Chance haben, aus zehn schönen Frauen die eine Perfekte zu malen, muss ein Fotograf das perfekte Bild innerhalb von Millisekunden einfangen. Dabei verfolgen erfolgreiche Modefotografen wie Man Ray, Helmut Newton oder Mario Testino vor allem ein Ziel: Werke schaffen, die auch die Nachwelt begeistern.

Mit viel Geduld und Erfahrung warten sie also, bis die ideale Mimik, die perfekte Körperhaltung vor die Linse kommt und schnell – klick! Mit haargenauem Timing erschaffen sie zeitlose Aufnahmen, die nicht Trends nachjagen, sondern sich nach klassischen Idealen richten. Das heißt aber nicht, dass die Fotografien nicht ausgefallen und innovativ sein können. Doch der Kern der zeitlosen Schönheit bleibt gleich. Genau das beweist auch die Ausstellung im Zürcher Museum Bellerive: Die "Vogue"-Titelbilder von Ray May und Co. schaffen es, noch nach 80 Jahren die Blicke auf sich zu ziehen.

Die Ausstellung „Zeitlos schön – Modefotografie von Man Ray bis Mario Testino“ findet vom 11. Juli bis 19. Oktober in dem Museum Bellerive in Zürich statt.

Salzburg – Faszination Stuhl

Sie begleiten uns ein ganzes Leben lang. Egal ob beim Essen, auf Reisen oder im Wartezimmer: Hocker, Stühle und Sessel. Der Bauer melkt die Kuh mit Hilfe eines Schemels, während der Kaiser auf seinem Thron regiert. Die Faszination mit dem Sitzobjekt erreicht sogar Queen Elizabeth II, die während ihres Besuchs in Belfast vor gut drei Wochen eine für sie untypische Besichtigung machte. Die sonst klassische Monarchin sah sich am Set der Erfolgsserie „Game of Thrones“ um. Wichtigste Attraktion: Der Thron des fiktiven Königs, geschmiedet aus unzähligen Schwertern.

Zum Thema Sitzen zeigt jetzt auch die Salzburger Galerie im Traklhaus, dass sich nicht nur Tischler und Schreiner mit diversen Sitzgelegenheiten auseinandersetzen – gerade Künstler sehen in Hocker und Co. Bedeutungsträger. Zum Beispiel Beuys mit seinem Fettstuhl. Der Gegenstand dient dem Künstler lediglich als Vermittler der eigentlichen Botschaft, nämlich: So wie das Fett sich in Form und Konsistenz ändert, so ändert sich auch die Gesellschaft – der Stuhl also als Gleichnis des Lebens. Wer also genug von gewöhnlichen Stühlen und Sesseln hat, kann sich bei dieser Ausstellung mit Stühlen der etwas anderen Art begeistern lassen.

Die Ausstellung „Hocker Stuhl Sessel“ ist vom 16. Juli bis 13. September in der Galerie im Traklhaus in Salzburg zu sehen.

Baden-Baden – Die modernen Meister

Es gibt nicht viele Menschen, die eine haben und wenn, dann ist sie meinst nicht in einem Museum untergebracht. Die Rede ist von der Kunstsammlung. Die Leidenschaft fürs Sammeln begann bereits bei den Medici und hat auch heute namenhafte Gefolgsmänner. Doch kommt ein Werk bei Christie`s unter den Hammer, hängt es danach leider meist hinter verschlossenen Türen.

Nicht so in Baden-Baden. Nach dem Motto „Geteilte Freude ist doppelte Freude“ zeigt Frieder Burda seine Sammlung bereits seit zehn Jahren der allgemeinen Öffentlichkeit. Ausgestellt werden renommierte Künstler der Neuzeit. In seiner Kollektion reihen sich nur die Besten und Bekanntesten nebeneinander. Jetzt, zum zehnjährigen Jubiläum, wird eine Auswahl der Crème de la Crème vorgestellt. Darunter Picasso, Pollock, Richter und andere prominente Wegbereiter der Moderne.

Die Ausstellung „40 Jahre Sammlung – 10 Jahre Museum Frieder Burda“ ist vom 12. Juli bis 26. Oktober in dem Museum Frieder Burda in Baden-Baden zu sehen.

Wien – Europas beste Bauten

Was für Hollywoodstars der Oscar ist, ist für Architekten der Mies-van-der-Rohe-Preis. Die begehrte Trophäe gilt als die renommierteste europäische Architekturauszeichnung. Bewertet wird nicht nur nach bester Umsetzung, sondern nach Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und natürlich Kreativität. Für alle, die noch nie von dem Preis gehört, oder gar ein Gewinnergebäude gesehen haben, können sich jetzt im Architekturzentrum Wien einen Überblick verschaffen. Die Ausstellung zeigt sowohl die Gewinner der letzten 25 Jahre, als auch Finalisten, die ebenfalls überragende Projekte entwickelt haben. Zum Beispiel der Metropol Parasol in Sevilla, der wie ein gigantischer Schirm aus rein organischen Strukturen den Menschen Schatten spendet. Das wohl spektakulärste und umfangreichste Projekt und zugleich der Gewinner des Preises 2013 ist das Konzerthaus Harpa, das unter anderem mit dem skandinavischen Künstler Ólafur Eliasson entwickelt wurde. Das Wahrzeichen der isländischen Hauptstadt Reykjavík konnte die Juri durch ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Architektur und Natur überzeugen.

Die Ausstellung „Europas beste Bauten. Mies van der Rohe Award 2013“ ist vom 10. Juli bis 15. September in dem Architekturzentrum Wien zu sehen.

Leipzig – Ein Blick hinter die Kulisse

Immer mehr Institutionen setzten darauf, ihre Besucher in ihre Ausstellungen einzubeziehen und aus dem Museumsbesuch ein echtes Erlebnis zu machen. So auch die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Hier werden Kunstliebhaber eingeladen, im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Sammlungsalphabet“, selbst Hand anzulegen. Zum Ausstellungsthema werden verschiedene Aspekte von A bis Z vorgestellt. Künstler wie Via Lewandowsky, Slaven Tolj, oder Otto Zitko geben dazu ihre eigene Interpretation, thematisieren das Sammlungssystem als solches, aber zeigen auch die Relevanz der kulturellen Prägung von Werken auf. Im Zentrum der Ausstellung steht die Collage “Ahnen im Aus”. Dabei kann der Besucher aktiv den Restaurationsprozess des Werkes mitbekommen und schaut hinter die Kulisse einer Galerie- und wenn man so will Sammlungskultur. Somit gelingt es Leipzig mit der Ausstellung Kunst zum Anfassen zu schaffen und die Mauer zwischen Betrachter und Institution zu lockern.

Die Ausstellung „Sammlungsalphabet“ ist vom 12. Juli bis 01. Februar 2015 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig zu sehen.