Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche präsentieren wir Ihnen Hacking in Essen, Tod in Köln, Sprachbilder in Hamburg und eine Bar in Berlin.

Köln: "Auf Leben und Tod"

Im Wallraff-Richartz-Museum in Köln werden alte Meister moderner Fotografie gegenübergestellt, Malereien der Renaissance bis zur Moderne treffen auf Fotografien der letzten 40 Jahre. Dabei werden verblüffend viele Überschneidungspunkte zwischen den Gemälden und den Fotografien sichtbar, angefangen bei der Bildkomposition, über das bloße Zitat, bis hin zur Parodie.

Da sich die Sammlung Teutloff auf den Menschen und seinen Körper konzentriert, liegt auch der Schwerpunkt der Ausstellung auf dem Vergänglichen. "Auf Leben und Tod" ist von 17. September bis 1. Januar zu sehen. Sammler Lutz Teutloff: "Das ist überhaupt die wichtigste Frage, die wir uns alle zu stellen haben: Wie wir unser Leben abschließen wollen."

Dortmund: "Trust.Vertrauen"

"Gehen wir ein Risiko ein indem wir unseren Mitmenschen und unserer Technik Vertrauen schenken?" Dieser Frage geht "Trust. Vertrauen", die erste Ausstellung der ISEA 2010 Ruhr im Dortmunder U bis zum 5. September, nach. Eine Reihe von internationalen Künstlern setzt sich in ihren Arbeiten mit der vielleicht zu engen Beziehung auseinander, die der Mensch zu sich selbst, den Medien und der Technik hat. Die kanadische Künstlerin Sophie Bélair Clément zum Beispiel geht dem Verhältnis Mensch-Maschine auf den Grund und lotet die Möglichkeiten und Wirkung der Imitation aus, sie beauftragte einen Chor, das Summen einer Leuchtstofflampe nachzusingen. Ebenso zu irritieren versucht auch Konrad Becker, der in seiner Texinstallation Gesetze und Thesen vorführt, die von Misstrauen und Unwahrheiten erzählen und somit die Grenzen von Wirklichkeit und Täuschung verschieben.

Hamburg: "The People's Poet"

"Dient doch das Wort nicht nur der Dichtung, sondern auch der wahrheitsgemäßen Mitteilung; Sprache macht für letztere empfindlicher als Farbe, selbst als Zeichnung", schreibt Ernst Bloch über die Aussagekraft von Text und Bild. Von 6. bis 20. August beschäftigen sich damit Thomas Jeppe und Thomas Baldischwyler in ihrer Ausstellung "The People's Poet: Prevention of Education through Poetry" in der Hamburger Galerie Conradi. Was sind die Grenzen des Bildes, wo fängt Sprache an und was ist die Botschaft beider? Dazu verwendet das Künstlerduo, das sich in Melbourne kennen gelernt hat und seither regen Kultur- und Gedankenaustausch pflegt, geschlossene, für sich stehende Texte, nimmt sie auseinander und baut sie wieder in poetischen Sprachbildern zusammen. Thomas Jeppe sagt über den Entstehungsprozess der Arbeiten: "The closed message becomes open".

Essen: "Hacking The City"

Der Computer, das Handy und Bankkonten können einem Hacker zum Opfer fallen, aber auch der Mensch? Dem geht das Projekt "Hacking The City" in Essen auf den Grund, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR. 2010 stattfindet. Zahlreiche Künstler, Musiker und Medien-Designer wurden dazu eingeladen, ihre Kritik an einer durch Werbung und Sicherheitspolitik kontrollierten Gesellschaft kreativ zu äußern. Wollten die Hacker-Angriffe der neunziger Jahre die Verletzbarkeit von Politik und Wirtschaft offen legen, so zeigen auch die Künstler mit ihren Kunst-Attacken im öffentlichen Raum Essen bis 26. September der Gesellschaft die Lücken ihres Systems vor. Für die Aktionen, die im "Base-Zentrum" Museum Folkwang dokumentiert werden, verwenden die Künstler Methoden wie "Adbusting", das Verfremden und Verändern von Werbung, die Irritation oder versteckte Installationen.

Berlin: "The Forgotten Bar"

Man sollte einen Künstler nicht an der Größe der Ausstellungshallen messen, in denen seine Arbeiten zu sehen sind. Das beweist " The Forgotten Bar" in Berlin Kreuzberg, in der über den Sommer lang jeden Abend eine neue Ausstellung eröffnet wird, nur um am nächsten Mittag wieder abgebaut zu werden. Zu sehen sind Bilder, Collagen und Videos junger, aufstrebender Künstler, es ist aber durchaus schon vorgekommen, dass Arbeiten namhafter Größen wie Atelier van Lieshout, John Bock, Raymond Pettibon oder Daniel Richter den Weg in die "Bar" gefunden haben. Bereits zum dritten Mal trifft sich hier die Szene und diskutiert bei Flaschenbier über die neuesten Werke ihrer Kollegen. Derzeit findet rund um die Bar die erste Berlin Kreuzberg Biennale statt, unter dem Titel "Ayran & Yoga" werden hier bis Ende August Arbeiten internationaler Künstler ausgestellt.