Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht es um singende Steine, ein Meer von Blumen und die alte Frage, ob nun das Huhn oder das Ei ...

Steine in Bremen

Was träumt eigentlich ein Stein? Steine, diese Ansammlung von Mineralien, gelten eigentlich nicht als klassische Exponate für eine Kunstausstellung – es sei denn, man gibt ihnen das Antlitz eines Leoparden, lässt sie sprechen und in Performances auftreten.

Der Ausstellungsraum von Egill Sæbjörnsson, dem isländischen Musiker und Performancekünstler, ist dicht besiedelt von sprechenden und singenden Steinen. Sie halten Zwiesprache, tauschen sich über ihre Wesenhaftigkeit aus, über ihre Wünsche und Träume. Sæbjörnsson erfindet "unmögliche" Situationen und testet die Grenzen unserer Vorstellungskraft. Seine Arrangements reagieren mit ihrer Umwelt, und es formiert sich ein Bühnenstück, bei dem profane Objekte zu Protagonisten universeller Erzählungen werden.

Bis zum 10. Oktober 2011 kann man den Steinen beim Singen zuhören: in der Ausstellung "The Egg or the Een, Us or Them" im Künstlerhaus Bremen.

Familie in Berlin

Das Private wird künstlerisch: Die Ausstellung "Life + Reality" zeigt unter anderem Fotografien aus Tatsumi Orimotos fortlaufenden Serien "Art Mama + Son" und "Art Mama + Son + Dolls". In diesen Fotografien stellt der Künstler sich selbst mit seiner an Alzheimer erkrankten und Depressionen leidenden Mutter überlebensgroß dar. Tatsumi Orimoto pflegt seine Mutter, und er integriert häufig Szenen ihres gemeinsamen Alltags in seine Kunst, wobei er die Möglichkeiten und Grenzen der Kommunikation sowie deren Nähe zueinander genau untersucht.

Bis zum 13. August stellt die DNA Galerie in Berlin die Arbeiten von Orimoto aus.


Filme in Düsseldorf

Im Jahr 2005 übernahm Peter Doig eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf. Das PARKHAUS im Malkastenpark zeigt nun Arbeiten seiner Studenten. Es werden Bilder von Sabrina Fritsch, Behrang Karimi, Satoshi Kojima, Paul Maciejowski, Kaoli Mashio und Dorothea Stiegemann gezeigt. Etliche Maler seiner Klasse arbeiten auch mit dem filmischen Medium: Open-Air werden in der PARKHAUS-Ausstellung Filme von Luka und Sandro Kurashvili, Florian Meisenberg, Pascal Schwendener präsentiert. Die Videoarbeiten von Christiane Fochtmann und Katharina Schmitt sind während der Öffnungszeiten permanent zu sehen.

Die Arbeiten der Doig-Schüler sind bis zum 31. Juli im Parkhaus im Düsseldorfer Malkastenpark zu sehen.


Blumen in Berlin

Schönheit und Vergänglichkeit, Liebe und Tod: Kein Lebewesen findet in der Symbolik häufiger Verwendung als die Blume – auch zeitgenössische Fotografen wenden sich immer wieder diesem jahrhundertealten Bildmotiv zu. Das Werk von 18 internationalen Künstlern und Fotografen wird in jetzt in Berlin exemplarisch vorgestellt. Die Auswahl vereint die unterschiedlichen Ansätze innerhalb der zeitgenössischen Blumenfotografie. Mal taucht man ein in illusionistische Bildräume, mal ist man konfrontiert mit puristischer Strenge – der entscheidende Aspekt jedoch bleibt Vanitas. Die Rose steht wie kaum eine andere Blume für den Dualismus von Liebe und Tod, etwa durch ihre symbolische Bedeutung als "ewiges Band" zweier Liebender, auch über den Tod hinaus – und so taucht sie als Motiv hier auch mehrmals auf.

Bis zum 2. Oktober 2011 lassen sich die Blumen in der Ausstellung "Blumen. Zeitgenössische Fotografie" in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung bewundern.


Medien in Zürich

Das Ausstellungsprojekt "Connect – Kunst zwischen Medien und Wirklichkeit" für die Shedhalle versammelt medienkünstlerische Projekte. Sie machen Vorschläge, anders durch die Welt zu gehen, ob digital oder zu Fuß; und sie zeigen, dass Begriffe wie Kommunikation, Information oder Allgegenwart anders verstanden werden können, als es gemeinhin der Fall ist.

Die Ausstellung "Connect – Kunst zwischen Medien und Wirklichkeit" läuft noch bis zum 11. September in der Shedhalle Zürich.