Sommertipps - Deutschland

Kunsttipps für den Sommer

Auch im Urlaub an der Küste oder in den Bergen brauchen sie nicht auf gute Kunst verzichten. art präsentiert sommerliche Geheimtipps im Norden und Süden, auf dem Land und in der Stadt.
Kunst und Knoblaucheis:Die besten Kunsttipps für den Sommer

Ritter Museum in Waldenbuch mit Daniel Burens Installation: "Projected Colours", 2013

NORDEN

Ahrenshoop

Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Ahrenshoop Zentrum einer Künstlerkolonie. Künstler wie Marianne von Werefkin, Alexej Jawlensky und der Brücke-Maler Erich Heckel verbrachten ihren Urlaub in Ahrenshoop und Umgebung.

An diese Künstler erinnert das erst 2013 eröffnete Kunstmuseum Ahrenshoop in seiner ständigen Ausstellung. Nach dem Besuch, des auch architektonisch sehenswerten Museums, empfiehlt sich ein Sprung in die nur 500 Meter entfernte Ostsee, danach Sanddorntorte, Sanddornschorle und Sanddornschnaps im Café Buhne 12, mit wunderbarem Blick aufs Meer. Lauffreudigen sei eine Strandwanderung nach Wustrow empfohlen. Zurück geht es immer am Bodden entlang über das malerische Barnstorf nach Althagen, wo es am Hafen den besten Räucherfisch der Gegend gibt.

Büdelsdorf

Jedes Jahr im Sommer findet im Norden Deutschlands ein besondere Kunstveranstaltung statt: Die NordArt – ein Kunsttreffen mit über 350 Künstlern aus aller Welt. Auf einer Fläche von über 10 000 Quadratmetern zeigen im Kunstwerk Carlshütte Künstler aus Indien, Iran, Kuba, Norwegen oder Polen ihre Arbeiten. Tipp für Besucher die sich nach dem Kunstbesuch noch etwas treiben lassen wollen: Unweit der Carlshütte gibt es ein Bootsverleih. Von dort kann man mit dem Tretboot den Eider-Fluss erkunden, Eiscreme schlemmen oder einen Spaziergang unter dem Nord-Ostseekanal wagen.





Föhr

Die Nordseeinsel Föhr bietet neben Dünen, Strand und Meer auch viel Kunst und einen spannenden Einblick in das Leben von Küstenbewohnern. Die Sammlung des Museums Kunst der Westküste umfasst derzeit etwa 550 Gemälde und grafische Werke von hauptsächlich norwegischen, niederländischen, dänischen und deutschen Malern. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation durch ambitionierte Sonderausstellungen zu den Themen Küste, Wasser, Meer, in denen auch zeitgenössische Installationen, Fotografie und Videokunst gezeigt werden. Wer sich nach dem Besuch des Museums wie ein echter Insulaner fühlen will, muss mit dem geliehenen Fahhrad nach Nieblum ins Kliff-Café und dort das Nationalgetränk von Föhr bestellen: Manhattan – ein Whiskeymix für wahre Nordlichter.




Hamburg

Von den Landungsbrücken gemütlich mit der HVV-Fähre über Finkenwerder bis Teufelsbrück fahren, in zehn Minuten zu Fuß bis zum Jenisch-Haus laufen, das nach Entwürfen von Franz Gustav Forsmann und Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde. Neben der stilechten Inneneinrichtung, bietet die Villa mit ihrem ausladenden Landschaftspark, direkt am Elbufer, eine gute Gelegenheit für einen Sommerspaziergang oder ein Stück Kuchen im Café. Weniger Meter weiter ist das Barlach-Haus gelegen, das derzeit zu einer Ausstellung "Liebermann bis Nolde" einlädt und dazu Skulpturen von Ernst Barlach ausstellt.




Rügen

An 18 verschiedenen Standorten auf Rügen findet dieses Jahr die 24. Kunstschau des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern statt. Rund 100 Künstler zeigen ihre Werke zum Thema "Ins Blaue". Zentrum der Veranstaltung ist das Kronprinzenpalais im schönen Putbus. 20 Kilometer entfernt befindet sich ein weiteres Highlight: der Schlosspark Pansevitz. Die Schlossruine bietet der Kunst eine besonders romantische Kulisse. Aber unterwegs Pause machen nicht vergessen, zum Beispiel bei der Kaffeerösterei Ostseekaffee in Waase auf Ummanz vorbeischauen. Dort und in anderen Lokalen der Insel gibt es den hauseigenen Rügenkaffee. Eine Packung des frisch gemahlenen Kaffees kann man natürlich auch als Andenken mit nach Hause zu nehmen.



Schleswig

Zwischen Flensburg und Kiel liegt eine Stadt, die mit ihrem Schloss eine über 800 Jahre alte Geschichte erzählt: Schleswig. Im Schloss Gottorf werden unter anderem Renaissance-Werke von Lucas Cranach d. Ä. gezeigt, der Barockgarten lädt auf einen Spaziergang ein, nachmittags können Abenteurer steinzeitliches Werkzeug ausprobieren. Und alle die schon immer mal in einem Globus sitzen wollten, haben hier die einmalige Chance: Der Gottorfer Erdball lässt sich von innen besichtigen und bietet einen einmaligen Blick auf den kunstvollen Sternenhimmel.




Schwerin, Ludwigslust, Güstrow

Gleich vier Häuser in drei Städten bietet das Staatliche Museum Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt selbst zeigt die Galerie Alte & Neue Meister holländische und flämische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts, während man im Schloss, das direkt am Schweriner See liegt, erfährt, wie frühere Monarchen residiert haben. Das Barockschloss Ludwigslust, das auch Versailles des Nordens genannt, besitzt eine wunderbare Parkanlage des Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné. Das Schloss Güstrow wiederum ist eines der bedeutendsten Renaissance-Schlösser in Nordeuropa, in der Sammlung des Museums befinden sich Werke von Cranach, Maerten de Vos und Tintoretto.




Seebüll

Sylt-Besucher sollten auf dem Weg in ihr Feriendomizil bei der Nolde Stiftung zwischenstoppen. In den beiden Grundformen "A" und "E" sind einst Wohn- und Gartenhaus von Ada und Emil Nolde in Seebüll angelegt worden. Kurz vor der dänischen Grenze wird auch heute noch an den Maler und seine Frau erinnert, zum Beispiel in der aktuellen Ausstellung "Die Absolute Ursprünglichkeit".





Stade

Von Hamburg-Finkenwerder bietet sich eine Fahrradtour entlang der Elbe nach Stade an. Im dortigen Kunsthaus wird derzeit die Ausstellung "Fantastische Tiere. Die wunderbare Welt des Józef Wilkon" ausgestellt. Seine Tierskulpturen und Illustrationen von Kinderbüchern eignen sich gut für einen Besuch mit der ganzen Familie. Zum krönenden Abschluss eines schönen Sommerausflugs sind die Torten im Café Goeben, wenige Meter neben dem Kunsthaus, zu empfehlen.

MITTENDRIN

Berlin

Das Berliner Haus am Waldsee hat sich auf internationale zeitgenössische Kunst spezialisiert – als diesjährige Sommergäste sind Junko Wada und ihre großformatigen Gemälde eingeladen. Zudem bietet der 10 000 Quadratmeter große Skulpturenpark Gelegenheit für einen Spaziergang. Für eine erfrischende Schwimmrunde im See laden danach die Krumme Lanke oder der Schlachtensee ein – letzterer auch für ein Stück Kuchen oder ein Mittagessen in der Fischerhütte.





Einst wohnte hier der Impressionist Max Liebermann, heute können Besucher der Liebermann-Villa am Wannsee
seine Gartenbilder und weitere Werke von Liebermann und Zeitgenossen in wechselnden Ausstellungen genießen. Auf der Terrasse und im ehemaligen Speisezimmer der Familie Liebermann kann man außerdem bei sehr leckerem Kuchen und einer Tasse Kaffee den Ausblick auf Garten und den Wannsee genießen. Bei Bedarf gibt es sogar laktosefreien Kaffee.





Roskow

Eine halbe Autostunde von Berlin und Potsdam entfernt, eingebettet in eine Wald- und Seenlandschaft, liegt das Dorf Roskow. Das dortige Kulturschloss beherbergt dieses Jahr die Schau "Rohkunstbau". Seit nunmehr 20 Jahren präsentiert die Veranstaltungreihe zeitgenössische Kunst in ländlichen Kulturstätten Brandenburgs. In Roskow zeigen zwölf Künstler – zum Beispiel Alicja Kwade, Nasan Tur und Erik Schmidt – wie sie das Thema "Revolution" mit Installationen, Malerei, Skulptur und Videokunst interpretieren. Bei dem Besuch auf jeden Fall eine Kamera mitbringen. Das eingewachsene und teils marode Schloss lädt ein, nostalgische Bilder einzufangen. An den umliegenden Seen gibt es außerdem zahlreiche Badestellen.






Rheinsberg
Hier verbrachte Friedrich der Große als Kronprinz seine schönste Zeit. Derzeit sind im Schloss Rheinsberg, in Kooperation mit dem Kurt-Tucholsky-Museum, Werke der zeitgenössischen Künstlerin Karin Sander zu sehen. Eine Bootstour mit Kaffee und Kuchen über die Rheinsberger Seen lässt sich wunderbar mit einem Ausstellungsbesuch kombinieren. Oder wie wäre es mit einem experimentellen Eisdielenbesuch? Das Eiscafé Eiszauberei bietet 365 verschiedene Sorten, darunter auch äußerst ungewöhnliche, zum Beispiel Meerrettich oder Knoblauch.





Potsdam

Wer sich von Deutschlands Hauptstadt erholen möchte, muss nicht weit reisen. Potsdam bietet neben dem Erholungsfaktor eines Spazierganges im Schlosspark Sanssouci zahlreiche Stadtvillen, die für Augen und Seele eine Erholung vom Großstadtdschungel sind. Ein besonderes Beispiel ist die Villa Schöningen. Umgeben von Seen und Wäldern kann man hier, inmitten der Natur, Kunst genießen. Zurzeit stellt der deutsche Bildhauer und Objektkünstler Olaf Metzel seine Werke im Skulpturengarten aus. Sein Motto: "Umsonst und frei" – so wie die Natur. Und wem die Großstadtluft dann doch fehlt, der ist in weniger als 30 Minuten wieder in Berlin.





Goslar

Egal, ob wandern im Harz oder eine Besichtigung der UNESCO Weltkulturerbe-Stätten in Goslar (Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft) – man sollte auf keinen Fall den Besuch des Mönchehaus verpassen. Das Museum gilt als Bühne für renommierte Künstler, nämlich denen, die sich unter den glücklichen Gewinnern des begehrtesten deutschen Künstlerpreises "Goslarer Kaiserring" zählen, zum Beispiel Joseph Beuys, Cy Twombly, Georg Baselitz oder Olafur Eliasson. Dieses Jahr ist eine ortsspezifische Installation von Anselm Kiefer zu sehen, die der Künstler 1990 anlässlich der Verleihung des Kaiserringes realisiert hatte.





Neuss

Vor den Toren der Stadt Düsseldorf liegt das Museum Insel Hombroich Neben Kunst von Henri Matisse oder Rembrandt überzeugt die Anlage vor allem durch ihren schönen Park. Hier kann man am See entspannen, in einer Auenlandschaft ebenso wie durch Bauerngärten schlendern oder Skulpturen unter Linden bewundern. Dem Sammler und Stifter des Museums, Karl-Heinrich Müller, ging es neben der Kunst eben auch um die Natur. Beides sollte im Einklang miteinander stehen. Somit ist es ein schöner Ort, um sich zu erholen und weiterzubilden. Kleiner Tipp: Die Kuchen in dem Museums-Café sind alle selbstgemacht und schmecken wie bei Oma!




Spessart

Eine knappe Stunde weg von Frankfurts Bankenirrsinn erstreckt sich das idyllische Schloss Wiesen – in diesen Tagen die Plattform des Kunstvereins Wiesen. Perfekt für einen Tagesausflug wird hier, im ältesten Gebäude der Nordspessarts, ein Kunstdiskurs von Deutschlands vielleicht jüngstem Kunstverein geführt. Es wird experimentiert, ausprobiert und versucht, neue Wege der Darstellung zu entdecken. Dabei wird jungen Künstlern eine Bühne ohne Tabus geboten. Empfehlenswert für die Rückfahrt nach Frankfurt ist der Hof Schabernack: gemütlich einkehren, gute Hausmannskost und selbst gemachten Kuchen genießen, bevor es wieder in den Alltag zurück geht.

SÜDEN

Kochel am See

In der Nähe seines letzten Wohnorts bietet das Franz Marc Museum in Kochel am See nicht nur einen Einblick in das Werk, sondern auch in die Lebensumgebung des Künstlers. Einen Vorgeschmack bietet der 360-Grad-Panoramablick auf der Website des Museums. Wer mobil ist, sollte die Fahrt zum nur zehn Kilometer südlich gelegenen Walchensee nicht scheuen, es ist der tiefste und größte Alpensee Deutschlands, außerdem einer der schönsten und saubersten. Nach einem erfrischenden Bad: Einkehren im Strand-Café Bucherer.




Kunsthalle Messmer und Museum Riegel, Riegel im Kaiserstuhl

Riegl am Kaiserstuhl hat zwar nur knappe 4000 Einwohner, die scheinen dafür aber besonders kunstbegeistert zu sein. Der kleine Ort hat gleich zwei Ausstellungshäuser: die
Kunsthalle Messmer und das Museum Riegel.
Der Stifter der Kunsthalle, Jürgen A. Messmer, ließ sich während seines Wirtschaftstudiums von der Kunst begeistern und sammelte vor allem passioniert den Schweizer Modernisten André Evard. Neben anderen Ausstellungen ist ihm deshalb ein Großteil der Kunsthalle gewidmet. Das zweite große Museum der Stadt ist für seine archäologischen Funde aus altrömischer Zeit bekannt.




Waldenbuch

Waldenbuch ist für eines bekannt: "RitterSport"-Schokolade. Die Stadt lockt jedoch nicht nur Naschkatzen, sondern auch Kunstliebhaber. Neben der Schokoladenausstellung sorgt eine beachtliche Kunstsammlung für den gewissen Augenschmaus. Die Enkelin des Gründers, Marli Hoppe-Ritter, eröffnete 2005 das Museum Ritter und zeigt 900 Werke von Künstlern wie Francois Morellet, Rupprecht Geiger oder Rita Ernst. Für Nachtaktive bietet sich nach dem Kunstprogramm eine kleine Zeitreise an. Mit der Nachtwächterführung begibt man sich auf die Spuren eines Berufs, der im 18. Jahrhundert zu den damals bestbezahlten gehörte.






Murnau

"Das blaue Land" nannte Franz Marc die Gegend um Murnau. Viele Künstler der Gruppe "Blauer Reiter" haben sich in dieser Landschaft wohlgefühlt: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky haben die Sommermonate 1909 bis 1914 hier verbracht. An sie erinnert die Ausstellung im Münter-Haus. Im Anschluss an den Besuch erfrischt ein Bad im nahe gelegenen Staffelsee. Zu empfehlen sind zum Beispiel die Strandbäder in Seehausen und Murnau.





Burgrieden, Oberschwaben

In einem ehemaligen Fuggerschlösschen zeigt das Museum Villa Rot derzeit oberschwäbische Kunst von 1970 bis heute, vor allem Installationen, Medien- und Konzeptkunst. Das Haus mit barocken, klassizistischen und Jugendstil-Elementen ist von einem Park umgeben, zu dem auch ein Café gehört. An Wochenenden und Feiertagen werden hier hausgemachte Kuchen- und Tortenspezialitäten kredenzt.





Weil am Rhein

Brücken als Verbindung zwischen zwei Landteilen – das ist nichts Neues. Einmalig jedoch ist die längste freitragende Dreiländerbrücke der Welt. In Weil am Rhein, kann man sich auf dem 248 Meter langen Übergang entscheiden, ob man nach Deutschland, Frankreich oder in die Schweiz gehen möchte. Wer sich sich für Deutschland entscheidet, darf auf keinen Fall das Vitra Design Museum verpassen. 30 Spazierminuten von der Brücke entfernt, liegt das Mekka für alle Design Liebhaber.

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