Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen. Diesmal mit schwachen Männern, den "Montaru"-Bildern von Willi Baumeister und Design, das die Sinne beflügelt.
Die fünf Tipps der Woche:Die Kunst-Höhepunkte der Woche

Das Bild von Sam Taylor-Johnson "Gabriel Byrne", 2002, C-Print aus der Reihe Crying Men, zeigt einen schwachen Mann.

Bern: Männliche Untiefen

Weinende Hollywood-Stars, abstrakte Installationen und nackte Tatsachen zeigt die Ausstellung "Das schwache Geschlecht – Neue Mannsbilder in der Kunst" im Kunstmuseum Bern.

Das starke Geschlecht hatte seine Chance und wurde jahrzehntelang hofiert. Zeit für einen Rollentausch. Die Emanzipation der Frau ist mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen, sie hatte auch einen zu weiten Weg. Wie jedoch hat sich der Mann entwickelt? Dieser Frage geht das Kunstmuseum Bern mit einer in sechs Kapitel unterteilten Gruppenausstellung nach.

Mit der ganzen Bandbreiten künstlerischer Möglichkeiten, von Malerei, Film, Fotografie, Skulpturen und Performance-Installationen werden unter anderem Themen wie "starke Schwächen", "Krise und Kritik" und "Maskeraden" angesprochen. Die Kreativen befassen sich mit wirtschaftlichen Themen, wie das Künstlerduo littlewhitehead, indem sie Bilder ausgezeichneter Wirtschaftsführer verunstalten oder sie karikieren, wie Cathy Joritz, das Autoritätsgehabe männlicher Experten in Fernsehsendungen.

Gezeigt wird die Ausstellung vom 18. Oktober 2013 bis zum 9. Februar 2014 im Kunstmuseum Bern.

Düsseldorf: Gummi, Lack und Palindrome

"NEE, DIE IDEEN" heißt eine Arbeit des in Luzern geborenen Künstlers André Thomkins.
Ein Palindrom, das den gleichen Inhalt hat, egal ob es von links oder von rechts gelesen wird. Bekannt ist André Thomkins hauptsächlich für Zeichnungen, wie "Die Frau wirft den Stein" von 1976. Der documenta – Teilnehmer wird jetzt wiederentdeckt und mit einer umfassenden Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf bedacht. Ausschlaggebend war vor allem seine Werkgruppe "Lackskins".

Dass sein Interesse weit mehr Facetten als nur die Zeichnungen umschloss, zeigt die Retrospektive "Eternal Network". Alltägliche Materialien wie Gummi, Lebensmittel oder einfachste Fundstücke bilden das Gesamtwerk des Schweizers, ebenso wie tradierte künstlerische Mittel und Techniken. Neben Skulpturen sind auch bild- und wortkünstlerische Arbeiten sowie Versuche mit Musik ausgestellt. Ermöglicht wird die Ausstellung durch die Kooperation mit dem Bruseum, Universalmuseum Joanneum Graz und dem Kunstmuseum Liechtenstein, das seit 2002 den Nachlass des Künstlers verwaltet.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 19. Oktober 2013 bis 5. Januar 2014 in der Kunsthalle Düsseldorf.

Weil am Rhein: Poesie und Pragmatismus

Was Shiro Kuramata da wohl wieder geträumt hat, als er seinen Sessel "How High the Moon" entwarf. Oder war dies vielmehr eine sachlich verarbeitete Kindheitserinnerung? Fragen können wir ihn leider nicht mehr, die Verbindung zwischen Traum und Realität stellt dafür das Vitra-Design-Museum in der Ausstellung "Shiro Kuramata – Design as Poetry" her. Gezeigt werden einige seiner maßgeblichsten Designs, wie zum Beispiel der Stuhl "Miss Blanche" oder der Schirmständer "F.1.86". Außerdem Zeichnungen von Kuramata und Fotografien mit seinen langjährigen Freunden Ettore Sottsass und Issey Miyake. Das Spiel mit neuen Materialien und die Verbindung von japanischem Minimalismus und westlich geprägter Industrieästhetik zeichnen das Memphis – Mitglied aus. Gezeigt wird die Ausstellung

"Shiro Kuramata – Design as Poetry" vom 19. Oktober 2013 bis 12. Januar 2014 im Vitra-Design-Museum in Weil am Rhein.

Stuttgart: Der Internationale

Höhlenmalerei, so trivial wie wertvoll. Willi Baumeister wurde von ihr inspiriert. Der international anerkannte Maler sammelte diese Art Kunst und ließ die Abstraktionen in sein eigenes Werk mit
einfließen. Glaubt man Willi Baumeister, so bewahrt die abstrakte Kunst die Grundformen der Natur.
Dass diese Erkenntnis nicht grundlos, sondern vielmehr dem Austausch mit befreundeten Malern, wie dem Kubisten Léger oder dem abstrakt arbeitenden El Lissitzky geschuldet ist, zeigt die Ausstellung "Willi Baumeister International" im Kunstmuseum Stuttgart.

Die "Mauerbilder", die "Montaru"-Bilder und die "Afrika"-Serie bilden die Schwerpunkte der Ausstellung. Vervollständigt wird sie neben 200 Werken des Künstlers auch erstmals durch Stücke der privaten Kunstsammlung Baumeisters, die sich aus gegenseitigen Schenkungen von Künstlern wie Josef Albers, Georges Braque, Marc Chagall, El Lissitzky, Kasimir Malewitsch, Otto Meyer-Amden, László Moholy-Nagy, Amédée Ozenfant, Oscar Schlemmer und Michel Seuphor zusammensetzt.

Das Kunstmuseum zeigt "Willi Baumeister International" vom 19. Oktober 2013 bis 02. März 2014.

Wiesbaden: Antiakademische Technik

Weil eine Telefonistin seinen Namen falsch verstand wurde ab 1937 aus Wolfgang Otto Schulze einfach Wols. Alles andere als einfach verlief jedoch das Leben eines der wichtigsten Vertreter des Informel. Das Museum Wiesbaden zeichnet in einer Retrospektive die teilweise beschwerlichen Stationen seines Lebens nach. Von seiner Arbeit als Fotograf in Paris, seiner Internierung und der missglückten Emigration in die Vereinigten Staaten bis hin zu seiner Rückkehr nach Paris und der erfolgreichen Laufbahn als Maler. Das Museum Wiesbaden, das bereits 1961 des zehnten Todestages von Wols gedachte, zeigt unter anderem Ölgemälde, Aquarelle, Photographien, sowie persönliche Gegenstände und Dokumente.

"Wols – Das große Mysterium" ist vom 16. Oktober 2013 bis zum 26. Januar 2014 im Museum Wiesbaden zu sehen.