Gib mir fünf! - Ausstellungstipps

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor. Diesmal geht es um ernste Tiere, eine Stipendiatin in Krefeld und die zwei Seiten der Kameralinse.

Tomma Abts in Düsseldorf

Tomma Abts zählt nicht erst seit 2006, als sie den Turner Prize erhielt, zu den renommiertesten Malerinnen ihrer Generation.

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt nun zwölf Leinwände als Ensemble, das – wie die Künstlerin sagt – selbst wieder ein in sich stimmiges Bild ergibt. Abts verwendet geometrische Formen und trägt sie mit Öl- und Acrylfarbe auf die klassische Porträtgröße von 38 mal 48 Zentimetern auf. Und doch ist ihr methodisch klar umrissener Stil kein serieller – weist doch das Hinzufügen und Weglassen der Muster auf den Malprozess als individuellen, nicht reproduzierbaren Akt hin. Neben den Leinwänden stellt die Kunsthalle auch Zeichnungen aus, in denen Abts in kleinerem Format die Geometrie zu filigranen Kompositionen zusammenstellt.

Vom 16. Juli bis zum 9. Oktober sind Tomma Abts' Werke in der Kunsthalle Düsseldorf zu besichtigen.


Hiroyuki Masuyama in Gießen

Dem Konzeptkünstler und Fotografen Hiroyuki Masuyama widmet die Kunsthalle Gießen die Ausstellung "1000 Blumen". Titelgebend ist vor allem die monumentale Arbeit "Flowers", die einige Hundert Einzelfotografien von Pflanzen zu einer regelrechten Farbwelt zusammengefügt wurden. Gezeigt wird auch eine Serie von Fotos, die der Künstler aus dem Flugzeug heraus schoss – alle 20 Minuten eines. Hunderte dieser Einzelaufnahmen fügte er dann zur Arbeit "Weltreise" zusammen. Die Holzkugel "O" ist eine bisher noch nie gezeigt Skulptur von Masuyama. In der begehbaren Kugel ist eine genaue Abbildung des Sternenhimmels angebracht; wer die Ausstellung besucht, kann also diesen Raum als meditativen Rückzugsort nutzen.

Die Ausstellung läuft vom 17. Juli bis zum 18. September.


Arnold Crane in Berlin

Arnold Crane gehört zu der Gruppe von Menschen, die man die Beobachter der Beobachter nennt: Seine Aufnahmen der berühmtesten Fotografen zeigen uns die Männer und Frauen hinter der Kameralinse, diejenigen also, auf deren Auge man vertraut – und das man doch meist nicht kennt. Cranes Bilder zeigen die Porträtierten als Close-Up, Schnappschuss oder als – vermeintlichen – Spaziergänger mit Stativ: Brassai, Edward Steichen, Man Ray, Paul Strand und viele weitere. Camera Work in Berlin zeigt nun die Bilder, für die er berühmt ist, sowie Werke der abgebildeten Personen aus den Beständen von Camera Work.

Vom 16. Juli bis zum 3. September erlaubt Camera Work in Berlin einen Blick hinter die Linse.


Neue Mies-van-der-Rohe-Stipendiatin in Krefeld

Latifa Echakhch erhält in diesem Jahr das Mies-van-der-Rohe-Stipendium der Stadt Krefeld. Die 1974 geborene Marokkanerin, in Frankreich aufgewachsen und in der Schweiz lebend, wurde einstimmig zur Siegerin des internationalen Wettbewerbs gekürt. Im Museum Haus Esters, wo die Stipendiatin eine Zeitlang leben und arbeiten darf, eröffnet am 15. Juli ihre Ausstellung "Von Schwelle zu Schwelle". Die Jury lobte ihre souveräne Beherrschung der Formen. Echakhch bringe in ihrer Arbeit "Spannungen und Differenzen zwischen unterschiedlichen Kulturen zum Ausdruck, ohne sich in einem politischen Kommentar zu verlieren".

Latifa Echakhch wird bis zum 25. September ihre Werke im Museum Haus Esters in Krefeld ausstellen.


Ernste Tiere in Bonn

Die Ausstellung "Ernste Tiere" vereint drei Künstler, deren künstlerische Praxis sich maßgeblich auf die eigene Biografie ud Lebenssituation beruft. So eigensinnig sich ihr jeweiliges Werk auch behauptet - alle drei sprechen gesellschaftliche Themen an: Fragen nach Codes und Konventionen des Alltags, nach Identität und Integration - unter anderem in der Kunstwelt - oder nach ungeschriebenen Grenzen zwischen Kulturen und zwischen sozialen Gruppen.

Bis zum 4. September läuft die Ausstellung "Ernste Tiere" im Bonner Kunstverein.