Gib mir fünf! - Tipps

Die fünf Ausstellungstipps der Woche

Jede Woche präsentieren wir Kunst, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal mit wilden Zweifeln, aufgehobenen Normen und Pluto, als er noch ein Planet war

Berlin: Als Pluto noch ein Planet war

"BWPWAP – Back When Pluto Was A Planet" – das Transmediale Festival 2013 benutzt die Herabstufung Plutos als Metapher für einen Wandel in der Gegenwartskultur.

So wie Pluto seit 2006 kein Planet mehr ist, sind auch andere Dinge, die noch bis vor kurzem unseren Alltag mitbestimmten, inzwischen veraltet oder "herabgestuft". Im "postdigitalen" Zeitalter haben die Begriffe User, Network, Paper und Desire – die Themenfelder des Festivals –, eine neue Bedeutung und Bedeutungsebene erlangt und sind Vögel nicht mehr die einzigen, die zwitschern (Twitter). Ausstellungen, Performances, Screenings, Panels, Debatten und Workshops setzen sich mit den Netzwerken und Nutzern der postdigitalen Welt auseinander. So auch die Ausstellung "The Miseducation of Anja Major", die an den berühmten Macintosh-Werbespot von Ridley Scott beim Superbowl 1984 angelehnt ist, und die zeitgenössischen Medien auf ihr Potential als Werkzeug für Wissen, Lernen und Erziehung untersucht.

Das "Transmediale Festival 2013" findet vom 29. Januar bis zum 03. Februar im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt.

Hamburg: Welt der wilden Zweifel

Basierend auf dem Roman "Der Mann, der Donnerstag war" von 1908, nimmt die Ausstellung "A World Of Wide Doubt" den Besucher mit auf eine Erkundung der menschlichen Ängste, Paranoia und Anarchie. Zu diesem Zweck bauen und gestalten die vertretenen Künstler – darunter Bruce Nauman, Horst Janssen und Sigmar Polke – Räume mit historischen und aktuellen Bezügen voller diffuser Stimmungen und bedrohlich-grotesker Situationen. Mit typisch britischem Humor hinterfragen Buch und Ausstellung zudem die zwiespältige Beziehung von Gesetz und Anarchie. Zeitgleich findet die Ausstellung "Blind Man's Faith" mit Bildern und Zeichnungen Norbert Schwontkowskis statt.

Die Ausstellungen "A World Of Wild Doubt" und "Norbert Schwontkowski – Blind Man's Faith" sind vom 16. Januar bis zum 14. April im Kunstverein in Hamburg zu sehen. Die Eröffnungen finden jeweils am Freitag, den 25. Januar um 19 Uhr statt.

Leverkusen: Dekonstruierte Räume

"Twistedt Entities" – verdrehtes Dasein – heißt die Ausstellung zeitgenössischer polnischer Künstler im Museum Morsbroich. Passend dazu widmen sich die ausgestellten Arbeiten dem Aufbrechen, Verschieben, Auf-den-Kopf-stellen, Deformieren, Verdoppeln, Zerlegen, Überdrehen... von Räumen, Prozessen und Objekten. Gleichzeitig reflektieren die gezeigten Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten mit der Aktion des Verdrehens auch die aufgehobene Norm oder Ordnung, sprich die gebrochene Regel.


Die Ausstellung "Twisted Entities – Zeitgenössische polnische Kunst" ist vom 27. Januar bis zum 28. April im Museum Morsbroich in Leverkusen zu sehen.

Wien: Zeichen, gefangen im Wunder

Geprägt von europäischen, orientalischen und asiatischen Einflüssen, ist die Kunstszene Istanbuls sowohl facettenreich als auch geschichtlich relevant. Mit den Werken von in den dreißiger bis achtziger Jahren geborenen Künstlern zeichnet die Ausstellung "Zeichen, gefangen im Wunder – Auf der Suche nach Istanbul heute" im MAK ein narratives Bild der gegenwärtigen zeitgenössischen Kunstproduktion in Instanbul. Dabei dokumentieren die Werke aus den Bereichen Video, Skulptur, Installation oder auch Malerei einen weitreichenden inneren und äußeren Wandel.

Die Ausstellung "Zeichen, gefangen im Wunder – Auf der Suche nach Istanbul heute" ist vom 23. Januar bis zum 21. April im MAK – Museum für Angewandte Kunst in Wien zu sehen. Die Eröffnung findet am Dienstag, 22. Januar um 19 Uhr statt.

Karlsruhe: Pitoiset/ Schwarz und Drescher

Mit der Ausstellung "Hold – Repeat – Pause" widmet sich der Badische Kunstverein den Künstlerinnen Émilie Pitoiset und Hanna Schwarz, die in ihren Arbeiten die Bewegungen des menschlichen Körpers aufgreifen. So zeigt etwa Pitoisets Foto-Serie "Giselle" Turner in dem Moment, bevor sie ihre Körperspannung aufgeben, und Schwarz´ Film "I Love The Body" tänzerische Posen und laufende Beine.
Zeitgleich findet im Badischen Kunstverein die bisher umfangreichste Einzelausstellung Jürgen Dreschers in Deutschland statt. Unter dem Titel "dig it" werden frühe und aktuelle Installationen und Skulpturen des Künstlers gezeigt, die oft einen Bogen zwischen Alltag und Kunst spannen.

Die Ausstellungen "Émilie Pitoiset/ Hanna Schwarz: Hold – Repeat – Pause" und "Jürgen Drescher – dig it" sind vom 25. Januar bis zum 01. April im Badischen Kunstverein in Karlsruhe zu sehen. Die Eröffnungen finden jeweils am Donnerstag, 24. Januar um 19 Uhr statt.