Gib mir fünf! - Tipps der Woche

Die fünf Tipps der Woche

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: "Intercool 3.0" in Dortmund, die Wiener Sezessionisten in Basel, der Fotograf Paul Graham in Hamburg, DDR-Fotografien in Aachen und Tobias Madison in München.

Dortmund: "Intercool 3.0"

Jung, modern, medial: Auf der "Intercool 3.0" sind Werke von Jugendprojekten zu sehen, die mit Künstlern der jungen Kunstszene entstanden sind. Ausgestellt sind Fotografien, Videos, Street art, Malereien, Zeichnungen, interaktive Installationen, Alltagsgegenstände wie Shirts und Schallplatten und vieles mehr.

Oliver Sieber zeigt in seiner Fotoserie "Character Thieves" Porträts von Kostümspielern, so genannten "Cosplayern", aus verschiedenen Orten der Welt, die er in untypischer Umgebung in Szene setzt, und Andreas Amrheins Malereien zeigen Protagonisten der Rapkultur als Porzellanfiguren mit stereotypen Insignien wie der Goldkette und Kappe. Die Dortmunder "Intercool" präsentiert komplexe, sich stetig wandelnde Jugend-Subkulturen und Lebensweisen. Wer Einblicke in diese erhalten möchte, hat bis zum 28. November im Dortmunder U die Möglichkeit dazu.

Basel : "Wien 1900 – Klimt, Schiele und ihre Zeit"

Wien um 1900 war eine der Geburtsstätten der Moderne. Im Zentrum der Ausstellung "Wien 1900 – Klimt, Schiele und ihre Zeit" stehen die berühmten ornamentalen Porträts und Landschaften von Gustav Klimt sowie die eindringlichen Körperdarstellungen seines Schützlings Egon Schiele. Des Weiteren sind Möbel, Textilien, Glasobjekte, Künstlerplakate und Fotografien ausgestellt. Die große Basler Schau ebnet den Weg zum geistesgeschichtlichen Verständnis der Wiener Moderne um die Jahrhundertwende – sie führt zu den Wurzeln der Avantgardisten des 20. Jahrhunderts. Aus Leihgaben zahlreicher internationaler Museen an die Fondation Beyeler, ist eine meisterhafte Überblicksausstellung der Wiener Sezessionisten entstanden, die vom 26. September bis zum 16. Januar 2011 zu sehen ist.

Hamburg: "Paul Graham"

Paul Grahams Serie "Empty Heaven" zeigt die japanische Jugendkultur zwischen Fantasy und Prüderie, und seine Fotostrecke "Shimmer" (1998-2003) dokumentiert verkommene Landstriche und die Slumkultur in den Vereinigten Staaten. In den Hamburger Deichtorhallen wird erstmals eine große Retrospektive des Briten gezeigt. Grahams fotografisches Schaffen ist sozialdokumentarisch angelegt. Hatte er in seinen Arbeiten der achtziger Jahre das Leben der Thatcher-Ära dokumentiert, fand er ab den neunziger Jahren seine Themenfindung auf internationaler Bühne. Die Retrospektive bietet einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers und klärt auf über soziale Missstände und exzeptionelle Kulturen. Die Schau, in Kooperation mit dem Essener Museum Folkwang, ist vom 24. September bis zum 9. Januar 2011 in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.

Aachen: "Eros und Stasi"

Rund 100 Arbeiten bedeutender Fotografen sind ab dem 26. September unter dem Titel "Eros und Stasi" im Aachener Ludwig-Forum zu sehen. Gezeigt werden unter anderem Fotos von Sybille Bergmann, Evelyn Richter und Ulrich Wüst. Die Bilder spiegeln das alltägliche private und politische Leben der DDR Bürger wider; sie sind keine Dokumente oder Anklage politischer Großereignisse. Im Fokus der Ausstellung steht die unverfälschte Momentaufnahme, die "Street-Photography". Ein Highlight der Ausstellung ist sicherlich die Fotoserie "Stasi Secret Rooms" von Daniel und Geo Fuchs, in der die heute verlassenen Orte des einstigen Überwachungsstaates in Szene gesetzt sind. Die Ausstellung "Eros und Stasi" zeigt mit eindringlichen Bildern die soziale Wirklichkeit von Menschen zu Zeiten politischer Repression und Korruption. Interessierte können die Ausstellung bis zum 21. November besuchen.

München: "Tobias Madison"

"Do It To Do It", ein Zitat von US-Milliardär Donald Trump, zieht sich wie ein Leitfaden durch die gesamte Ausstellung des erst 25-jährigen Schweizers Tobias Madison. So überzeugt Madison mit viel Witz und Einfallsreichtum in Material- und Formwahl, wie in seiner Werkgruppe "Yes I Can!", in der Madison den Werbeslogan einer bekannten Hotelgruppe zur Aufforderung nahm, die Fahnen mit der Aufschrift von den Hotelfassaden abzuschneiden und diese in seine Kunst zu integrieren. Madison arbeitet gerne gemeinsam mit andern Künstlern wie mit Ruedi Bechtler. Ein Großteil der ausgestellten Arbeiten besteht aus solchen Gemeinschaftsprojekten. Die Ausstellung ist bis zum 21. November im Kunstverein München zu sehen.