Berlin

Stilvoll: Mit 200 Aufnahmen von Helmut Newton und Guy Bourdin geben zwei Ausstellungen Einblick in die Modefotografie der sechziger und siebziger Jahre und veranschaulichen die revolutionäre Idee des Radical Chic. Ergänzend dazu werden in einer dritten Schau Aufnahmen von Newtons ehemaliger Assistent Angelo Marino präsentiert.

Guy Bourdin: "Charles Jourdan", 1976

Berlin

Zurückgeblickt: Bis heute ist der Blick auf das Leben und Werk vieler Frauen und Forscherinnen aus der Zeit des europäischen Kolonialismus von einer eurozentristischen und sexistischen Denkweise geprägt. Nun setzen sich Berliner Künstler aus feministischer, postkolonialer Sicht mit Frauen wie Gertrude Bell, Ida Pfeiffer oder Agatha Christie auseinander und untersuchen dabei, wo sich bis heute noch Spuren von Unterdrückung, Widerstand und Migration in deren Rezeption finden lassen.

Pauline Boudry und Renate Lorenz: "Normal Work", 2007, Videostill

Bonn

Am Puls der Zeit: Die niederländische Künstlerin Jennifer Tee (*1973) orientiert sich in ihrem neuen Werkzyklus an einem Zitat aus Shakespeares Macbeth: "Let it Come Down", das sich auf ein nahendes Unwetter bezieht. In ihren Skulpturen, Installationen, Performances und Collagen geht sie auf aktuelle Ereignisse der Weltpolitik ein und beschäftigt sich mit Gegenbewegungen der Gesellschaft.

Jennifer Tee: "Let It Come Down", 2017

Cottbus

Zurückgeblättert: Die "Sibylle" galt als eine der bekanntesten Frauenzeitschriften der DDR. Nun widmet sich eine Ausstellung 13 Fotografen des ehemaligen Modemagazins und blickt zurück auf die Geschichte der sogenannten "Ost-Vogue" von der ersten Ausgabe 1956 bis Mitte der Neunziger, als die Produktion eingestellt wurde.

Günter Rössler: "Titelbild SIBYLLE", 1964, Nr 2

Düsseldorf

Oldie but Goldie: Die kubanisch-amerikanische Künstlerin Carmen Herrera (*1915) gilt als eine der Vorreiterinnen der geometrischen Abstraktion in Amerika. Lange Zeit blieb ihr Werk jedoch unbeachtet und erst mit 89 Jahren verkaufte sie ihr erstes Bild. Nun zeigt eine Ausstellung in Düsseldorf 70 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus allen Schaffensphasen der mittlerweile 102-Jährigen.

Carmen Herrera: "Red with White Triangle", 1961, Acryl auf Leinwand, 121,9 x 167,6 cm, Privatsammlung, New York

Hamburg

Bibliophil: Ausgehend von der Konzeptkunst und Fluxus-Bewegung der sechziger Jahren haben sich Künstlerbücher als eigenständige Kunstgattung etabliert. Sie erzählen Geschichten, sind Manifeste, Archive oder politische Proklamationen. Die Hamburger Kunsthalle präsentiert nun eine Auswahl der bekanntesten Publikationen ihrer Sammlung. 

  • "Künstlerbücher. Die Sammlung"
  • Termin: 1.12.2017 bis 2.4.2018
  • Kunsthalle, Hamburg

Stefan Marx: "FedEx", Hamburg, Selbstverlag, 2016

Hannover

Zwischen Fotografie und Wissenschaft: Der Biologe und Fotograf Jochen Lempert (*1958) beschäftigt sich in seinen Schwarzweißaufnahmen mit der wechselseitigen Beeinflussung von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Hierbei verweist er auf formale Analogien und das stimmungsvolle Miteinander der verschiedenen Lebensformen.

Jochen Lempert: "Hannover", 2000, aus "The Skins of Alca impennis", seit 1990, Baryt, 18 x 24 cm

Jena

Bühnenreif: Mit 100 Objekten, Modellen, Siebdrucken, Plakaten und Dokumenten widmet sich die Ausstellung dem Einfluss Niki de Saint Phalles (1930–2002) auf das Theater und die performative Kunst der sechziger Jahre.

Niki de Saint Phalle: "Abguss des Bühnenbildmodells für Lysistrata", 1966

Konstanz

Konturiert: Die Ausstellung fokussiert sich auf die Züricher Jahre des deutschen Porträt- und Genremalers Ernst Würtenberger (1868–1934) und stellt seine Bedeutung für die Schweizer Kunstszene heraus. Er gilt als Reformer des modernen Holzschnitts und zeichnet sich in seinen Illustrationen durch klare und kräftige Linienführung aus.

Ernst Würtenberger: "Am Klavier", 1905, Holzschnitt, 34,5 x 27 cm

Ludwigshafen

Abstrakt: 1912 bezeichnete der französische Schriftsteller Guillaume Apollinaire den Orphismus als eine von vier Strömungen der kubistischen Kunst. Darunter verstand er eine Malweise, die sich von der reinen Abbildung der Realität löste und eine ideale Schönheit zeigte, wie er es in den Gemälden Robert Delaunays sah. Die Schau vereint über 60 Werke von Künstlern der klassischen Moderne, die sich dieser Ursprungsform der abstrakten Kunst zuordnen lassen.

  • "Stimme des Lichts - Delaunay, Apollinaire und der Orphismus"
  • Termin: 2.12.2017 bis 2.4.2018
  • Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen

Robert Delaunay: "Formes circulaires – Soleil No. 1", 1913, Öl auf Leinwand, 100 x 81 cm

Stuttgart

Einblick: Patrick Angus (1953–1992) dokumentierte in seinen Gemälden das New Yorker Nachtleben der achtziger Jahre. Hierbei widmete er sich speziell den Vergnügungstätten, Bars, Kinos und Clubs der Schwulen-Szene. Er konstruierte seine Bilder weniger als politisches Statement sondern vielmehr als eine Suche nach der eigenen Identität. Mit über 160 Werken zeigt die Ausstellung einen Querschnitt durch das Gesamtwerk des Künstlers.

Patrick Angus: "A Shower at the Baths", Acryl auf Leinwand, 51 x 71 cm

Tübingen

Investigativ: Das deutsche Künstlerduo Korpys/Löffler befasst sich in seinen Filmprojekten und Rauminstallationen mit Machtstrukturen und den Inszenierungsstrategien medial vermittelter Bilder. Ausgangspunkt für Andree Korpys (*1966) und Markus Löfflers (*1963) Werke sind meist intensive Recherchen, gründliche Beobachtungen von Ereignissen und das Sammeln scheinbar nebensächlicher Indizien. Die Schau versammelt Arbeiten der letzen 20 Jahre.

Korpys / Löffler: "Nuclear Football", 2004, Video 30:30 Min.