Aachen

Politisch: Seit dem ersten Amtsantritt Vladimir Putins sieht sich die postkommunistische russische Kunstszene zunehmend staatlichem Druck ausgesetzt. Die Künstler der Ausstellung antworteten darauf mit einer zunehmenden Politisierung ihrer Werke: Sie analysieren kritisch die Gesellschaft in der sie leben, starten politische Aktionen oder erschaffen neue gesellschaftspolitische Utopien.

Blue Noses: "Kissing Policemen", (from the series An Epoch of Clemency), 2005/2017, C-Print

Berlin

Freigeistig: Die Ausstellung bietet einen Einblick in die Lehrmethoden des von László Moholy-Nagy 1917 gegründeten New Bauhaus in Chicago, an dem man einen freien Umgang mit dem Medium Fotografie pflegte und mit Verfahren wie Fotomontage, Fotogramm und Lichtmalerei experimentierte. Präsentiert wird ein Konvolut aus fotografischen und filmischen Arbeiten von ehemaligen Lehrenden und Studierenden.

György Kepes: "Ohne Titel (Eier und Faden auf Spiegel)", 1942, Bauhaus-Archiv Berlin

Berlin

Interdisziplinär: Anhand von Auguste Rodins (1840-1917) bisher wenig beachteter Bronzestatuette "Der Mensch und sein Genius" zeigt die Ausstellung Wechselwirkungen zwischen Kunst und Dichtung auf. Sowohl Rainer Maria Rilke als auch Hugo von Hofmannsthal setzten sich mit direkt mit der Figur auseinander und ließen sich von ihr inspirieren. Zusätzlich werden weitere Werke Rodins, Gemälde und Grafiken, Schriften zur Kunst, Briefwechsel sowie Fotografien präsentiert.

Auguste Rodin: "Der Held (Der Mensch und sein Genius)", um 1896, Guss 1900, Bronze, 39,5 x 16,5 x 17,5 cm

Berlin

Geheimnisvoll: In den Bildern, Objekten und Videos der Ausstellung werden bewusst Realität und Surrealität miteinander verwoben, um so ein Klima der Verunsicherung, des Zweifels und des Ungefähren erzeugen. 34 internationale Künstler hinterfragen in ihren Werken die Ängste des Publikums, kollektive Fantasien, die Gewöhnlichkeit des Bösen und verschiedene Arten der Macht.

  • "Neue Schwarze Romantik"
  • Termin: 16.11.2017 bis 10.2.2017
  • Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Alexandra Baumgartner: "Vanitas", 2014, Folien-Collage, 33 x 28 cm

Davos

Im Vergleich: Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Oskar Kokoschka (1886–1980) gelten als Vorreiter des deutschen und österreichischen Expressionismus. Die Ausstellung stellt erstmals Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Gemälde der Beiden gegenüber und sucht nach Parallelen im Werk der Künstler.

Oskar Kokoschka: "Matterhorn II", 1947, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm

Düsseldorf

Neuanfang: Die seit 14 Jahren als "Art.Fair" bekannte Kunstmesse zieht in diesem Jahr von Köln nach Düsseldorf. Unter dem Namen "Art Düsseldorf" will sie neue Wege gehen, was schon durch den Schweizer Partner MCH Group, Veranstalter der Art Basel, deutlich wird. Rund 80 Galerien aus 21 Ländern präsentieren sich erstmalig auf dem Areal Böhler in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

  • Art Düsseldorf
  • Termin: 16.11.2017 bis 19.11.2017
  • Areal Böhler, Düsseldorf

Areal Böhler

Düsseldorf

Archäologisch: Der libanesische Künstler Akram Zaatari (*1966) reflektiert in seinen Videoinstallationen, Filmen und fotografischen Objekten die Produktion, Zirkulation und Sammlung von Fotografie speziell im Zusammenhang von politischen Verwerfungen im arabischen Raum. Dabei greift er auf das Material der Arab Image Foundation zurück, die Fotos aus dem Mittleren Osten, Nordafrika und von der arabischen Diaspora gesammelt hat und verwendert die Bilder als materielle Objekte, die Spuren von Abnutzung und teilweise sogar Gewalt tragen.

Akram Zaatari: "Archeology", 2017, laminiertes Glas und Mixed-Media, 210 x 160 cm, Installationsansicht im MACBA, Barcelona, 2017

Emden

Lebensnah: Als Gegenbewegung zur Abstraktion der New York School, die nach dem zweiten Weltkrieg einen Neuanfang für die Kunst darstellt, widmet sich der amerikanische Realismus den realen Lebensbedinungen der amerikanischen Bevölkerung. In einer Doppelausstellung widmet sich die Kunsthalle Emden und das Drents Museum in den Niederlanden den Vertretern dieser Kunstrichtung von 1945 bis heute, zu denen Edward Hopper, Alice Neel oder Ralph Goings zählen.

Ralph Goings: "A1 Sauce", 1995, Öl auf Leinwand, 71,1 x 96,5 cm

Hamburg/Wedel

Erschreckend: Der Österreicher Gottfried Helnwein (*1948) setzt sich in seinen Bildern mit Themen körperlichen sowie psychischen Schmerzes, Verletzung und Gewalt auseinander. Seine nicht unumstrittenen Bilder von durch Blut, Narben, Wundmale und Bandagen entstellten Kindern machen dies besonders eindrücklich.

Gottfried Helnwein: "The Disasters of War", 2011, Öl und Acryl, 200x162 cm

Karlsruhe

Pionierinnen: Mit über 400 Kunstwerken widmet sich die Ausstellung der revolutionären Leistung feministischer Künstlerinnen der Siebziger, die es schafften, die Frau aus ihrer passiven Rolle in der Kunstwelt zu emanzipieren. Mit Werken von Martha Rosler oder Cindy Sherman soll die feministische Avantgarde in die Kunstgeschichte eingeordnet und ihre Vorreiterrolle hervorgehoben werden.

Valie Export: "Tap und Tastkino", 1968, Video, S/W, Ton

Köln

Riesig: Vor allem das In­teresse an den ge­sellschaftlichen und poli­tischen Ereig­nis­sen sein­er Zeit inspirierte James Rosenquist (1933–2017) zu seinen großformatigen Bildern. Die Ausstellung stellt das Werk des amerikanischen Pop-Art-Künstlers in einen kul­turellen, sozialen und poli­tischen Kontext und zeigt noch nicht öf­fentlich präsen­tierte Archivunterlagen des Künstlers.

James Rosenquist bei der Arbeit an "Star Thief ", 1980

Leipzig

Zwei Frauen: Die Istanbuler Künstlerin Ayşe Erkmen (*1949) und die Beiruter Künstlerin Mona Hatoum (*1952) beschäftigen sich beide in ihren Arbeiten mit der Besonderheit bestimmter Orte und damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Fragen. Konzipiert ist die Schau als Dialog zwischen den beiden Künstlerinnen.

Ayşe Erkmen: Installationsansicht, Glassworks, Cadhame Halle Verriere, Meisenthal, Frankreich, 2015

München

Zu Papier gebracht: Die Ausstellung widmet sich dem zeichnerischen Werk von Joseph Beuys (1921-1986). Fast 200 Werke aus der Sammlung des Münchner Verlegers Lothar Schirmer zeigen Bleistiftzeichnungen, Aquarelle, Drucke, Postkarten, Papierarbeiten, Manuskripte und Partituren aus fast allen Lebensphasen des Künstlers.

Joseph Beuys: "Steinhase/Goldhase mit Stempel 'wählt DIE GRÜNEN'“, um 1982, Dorit-Bronzespray auf rot bedrucktem DDR-Packpapier, 50 x 42 cm

Saarbrücken

Einweihung: Nach über drei Jahren Bauzeit eröffnet der Erweiterungsbau der Modernen Galerie des Saarlandmuseums mit zwei Ausstellungen. Die amerikansiche Künstlerin Pae White (*1963) bewegt sich in ihren meist ortsspezifischen Installationen an der Schnittstelle von Kunst, Design und Architektur und untersucht dabei Themen wie Licht, Farbe, Klang und alles Flüchtige. Der deutsche Künstler Michael Riedel (*1972) beteiligte sich an der Konzeption der Fassaden- und Freianlagengestaltung der Modernen Galerie. Für die Eröffnungspräsentation entwickelte er eine Rauminstallation aus seinen „textfield“-Arbeiten.

Pae White, Ausstellungsansicht (Detail) zur Ausstellung „Pae White“, neugerriemschneider Berlin
 

Wien

Schöne Falten: Das Alter hat in unserer Gesellschaft einen eher niederen Stellenwert, was allein schon das omnipräsente Wort "Anti-Aging" beweist. Mit rund 130 Arbeiten von 80 Künstlern will die Ausstellungen alle Facetten und Chancen dieses Lebensabschnitts jenseits von gängigen Vorurteilen präsentieren und Ansatzpunkte für den Umgang mit dem Alter in Werken von Gustav Klimt bis Cindy Sherman aufzeigen.

Aleah Chapin: "The Last Droplets Of The Day", 2015

Zürich

Verkörpert: Bereits seit den Neunzigern kann man feststellen, dass sich immer mehr Künstler anderen Körpern aufgrund ihrer sozialen oder biosozialen Rolle bedienen und als Statisten in ihre Arbeiten, denen meist ein Aufführungscharakter zugrunde liegt, einbinden. Die Ausstellung behandelt dieses Phänomen anhand von Werken von Ai Weiwei bis Christoph Schlingensief.

L.A. Raeven: "Test Room", 2000, Farbfotografie, 101 x 101 cm