Baden-Baden

Geschmackssache: Der nigerianische Künstler Emeka Ogboh (*1977) thematisiert in seinen Werken die Rolle von afrikanischen Auswanderern in Europa. Gemeinsam mit afrikanischen Immigranten braute er für die Ausstellung zu Beispiel das Bier "Sufferhead Original“, das geschmackliche Bezüge zu Baden-Baden haben soll.

Emeka Ogboh: "Wer hat Angst vor Schwarz?", 2017

Berlin

Observiert: Über Jahre hat der in Berlin und Miami lebende Fotograf Mitya Trotzki (*1971) die langsam an seiner Wohnung in Florida vorbeiziehenden Kreuzfahrtschiffe und deren Passagiere bei ihrer Weltflucht beobachtet und mit einem Teleobjektiv fotografiert. Als heimlicher Beobachter dokumentiert Trotzki einen modernen vermeintlichen Rüchzugsort.

Mitya Trotzki: "Fugitive Souls", Installation Detail, 2017

Bielefeld

Unterschätzt: Mit Bildern von Max Beckmann, Emil Nolde oder Marianne von Werefkin erinnert die Schau an das skandalöse Potential, das die Kunst des Expressionismus in den zwanziger Jahren inne hatte und wie aktuell die Themen heute noch sind. Die Ausstellung will so der Verharmlosung der Kunst des Expressionimus und der Entwicklung zur dekorativen Geldanlage entgegenwirken.

Erich Heckel: "Stehendes Kind (Fränzi stehend)", 1911, Farbholzschnitt, 54,2 x 40 cm (Blatt)

Celle

Erleuchtet: Die Ausstellung nähert sich dem Werk, speziell den "Sky Art"-Projekten, des deutschen Lichtkünstlers Otto Piene (1928-2014) über dessen Skizzen, Grafiken und Texte. Anhand von drei Schlüsselmotiven - Regenbogen, Stern und fliegender Mensch - wird auf den Entstehungsprozess und den zeitlichen Kontext der Arbeiten eingegangen. 

Otto Piene: Sky Art Event in Hannover, 2001

Chemnitz

Geschenkt: Über 200 Werke der Moderne und zeitgenössischer Kunst können die Kunstsammlungen Chemnitz nun dank einer Schenkung der Familie Bastian in ihrem Bestand aufweisen. Die Sammlung vereint zahlreiche moderne Positionen beginnend mit Pablo Picasso (1881–1973) bis hin zum jüngsten Künstler der Ausstellung David R. L. Jones (*1980).

Eberhard Havekost: "Kabine", 1999, Handoffsetdruck in vier Farben, 41 x 62 cm

Düsseldorf

Interaktiv: Neun internationale Künstler beleuchten in ihren Werken Bildphänomene, die durch die sozialen Medien und deren Möglichkeiten der Interaktion beeinflusst sind. Dabei steht das Verhältnis von Mensch und Bild im Zusammenhang mit politischen Ereignissen und zivilgesellschaftlichem Protest im Zentrum der Auseinandersetzungen.

Rabih Mroué:"The Pixelated Revolution", 2012, Video-Still
 

Frankfurt am Main

Gefährdet: In den letzten Jahren sind die massiven Betonbauten des Brutalismus weltweit zunehmend von Abriss und Umbau bedroht. Gleichzeitig bildete sich eine treue Fangemeinde. Die Ausstellung ist eine Kooperation des Deutschen Architekturmuseums mit der Wüstenrot Stiftung und ruft zur Rettung der brutalistischen Architektur der fünfziger bis achziger Jahre auf.

John Madin: Birmingham City Library, Birmingham, Großbritannien, 1969–1973, 2016 abgerissen

Friedrichshafen

Illusionäre Welten: Die Entwicklung und die Nutzung von Virtual Reality führt zu einem Wandel in der Wahrnehmung von Bildern und unserem Verhältnis zur Wirklichkeit. Die Ausstellung untersucht diese Verschränkung von virtuellen und realen Räumen mit Werken von Harun Farocki oder der Gruppe Forensic Architecture und macht dies anhand von Simulationen, 3D-Videos oder VR-Headsets für die Besucher erfahrbar. 

Salome Asega, Reese Donohue & Tongkwai Lulin: "ASM(V)R", 2017

Köln

Kulturclash: Die Ausstellung stellt in einem kulturvergleichenden Ansatz die Kunst zweier Positionen der "Aboriginal Art" vor. Hierbei wird die Auseinandersetzung des Spinifex Arts Project aus der Great Victoria Desert in Westaustralien und dem Buku-Larrŋgay-Mulka Centre der Yolŋu im nordöstlich am Meer gelegenen Arnhemland mit der modernen Kunstszene, dem internationalen Kunstmarkt und der Anerkennung und Weiterentwicklung ihrer jahrtausendealten Kultur thematisiert.

Myrtle Pennington beim Malen

Linz

Gesammelt: Mit Dokumenten, Autografen, Skizzen und Entwürfen wie auch in privaten Briefen, Gedichten, Fotos und Notizen aus über fünfzig Jahren wird das Werk der Medienkünstlerin Valie Export (*1940) zugänglich gemacht. Das künstlerische Archiv bietet so einen Einblick in die Arbeits- und Denkweise der Österreicherin.

Valie Export: "Der Mensch als Ornament", 1976

München

Erinnert: Der französische Künstler Christian Boltanski (*1944) beschäftigt sich in seinen Installationen mit der Wahrnehmung und dem Erhalt der Vergangenheit. Die Ausstellung zeigt ausgewählte neuere Werke des Künstlers, in denen er Fragen der Geschichte und des menschlichen Daseins nachgeht.

Christian Boltanski: "Animitas", 2014

 

Siegen

Gekauft: Die Retrospektive zeigt rund 100 Arbeiten aus allen Werkphasen der japanischen Fluxus Künstlerin Takako Saito (*1929). Mit ihren "Me and You-Shops" will sie den Betrachter zur Partizipation anregen und als Mitgestalter des Kunstwerks einbeziehen indem sie als Verkäuferin hinter ihrem Marktstand eine Situation des Warenaustauschs schafft.

Takako Saito: "Newspaper Stand", 2002, Ausstellungsansicht Galerie Lara Vincy, Paris

Wolfsburg

Ausgezeichnet: Die Inspiration für seine Installationen, Performances und Videoarbeiten zieht der deutsche Künstler Julius von Bismarck (*1983) aus der Wissenschaft. Er kombiniert künstlerische und politische Themen und geht so wichtigen Fragen unserer Zeit nach - hierfür wird er mit dem Kunstpreis der Stadt Wolfsburg ausgezeichnet und in einer Einzelausstellung präsentiert.

Julius von Bismarck: "Punishment #3", 2011, Inkjet Print, 100 x 150 cm

Zürich

Vereint: Wo die französischen Impressionisten und Realisten heute weltweit gefeiert werden, rücken die akademischen Maler des 19. Jahrhunderts eher in den Hintergrund. Die Ausstellung bringt diese unterschiedlichen Ausprägungen zusammen und zeigt anhand von rund 100 Gemälden Parallelen und Unterschiede.

James Tissot: "Portrait de Mademoiselle L.L.", 1864, Öl auf Leinwand, 123,5 x 99 cm, Musée d’Orsay, Paris