Baden-Baden

Malerisch: Erst als Hans Thoma 51 Jahre alt war, verhalf ihm 1890 eine Ausstellung in der Münchner Neuen Pinakothek zum künstlerischen Durchbruch. Das besondere Licht seiner Landschaftsmalerei und die Adaption von antiken sowie christlichen Motiven zeichnet das zeichnerische und malerische Werk des Malers aus. Eine Schau in Baden-Baden zeigt Gemälde, Zeichnungen und Grafiken.

Hans Thoma: "Einsamkeit", 1906, Öl auf Leinwand

Bonn

Rebellisch: Als künstlerische Tendenz, die gegen die Positionen der Avantgarde und der Konzeptkunst gerichtet war, entstand ab 1978 in Deutschland die Malerei der Jungen Wilden. Zusammen mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen gehört Georg Herold zu dieser Künstlergeneration. Das Kunstmuseum in Bonn beleuchtet mit einer umfassenden Retrospektive das Werk des Bildhauers.

Georg Herold: Ohne Titel, 2010, Dachlatten geschraubt, Strumpfhose  , 80x 375 x 120 cm

Bremen

Verschlafen: Eine Ausstellung in Bremen widmet sich dem liebsten Zeitvertreib des Menschen: dem Schlaf. Kein Wunder also, dass er auch seit jeher künstlerisches Motiv war. 70 Werke von Künstlerinnen und Künstlern, darunter auch Goustave Courbet oder Paula Modersohn-Becker, verdeutlichen in der Schau die Inspirationskraft die das Sujet über die Jahrhunderte auf die Kunst ausübte. 

Michael Triegel: "Schlafende Ariadne", 2010

Düsselorf

Umfassend: Axel Hütte ist ein wichtiger Vertreter der renommierten Düsseldorfer Fotoschule. Eine Schau präsentiert rund 70 großformatige Nacht- und Tagbilder des deutschen Fotografen, die in den Jahren zwischen 1995 und 2017 entstanden. Unter den Werken die in Düsseldorf gezeigt werden, finden sich auch bislang unveröffentlichte Arbeiten aus Kanada und den USA. Der Blick auf das Werk des Künstlers wird durch eine Ausstellung in Bottrop komplettiert, die sich dem Frühwerk von Hütte widmet.

Axel Hütte: "Furkablick, Switzerland", 1994, C-Print, 187 x 237 cm

Graz

Umfangreich: Der Steirische Herbst findet jährlich in Graz statt. Dieses Jahr gibt es allerdings etwas zu feiern: Es ist die 50. Ausgabe der Veranstaltung. Als ältestes Festival seiner Art, werden einem breiten Publikum aktuelle Positionen aus Tanz, Performance und zeitgenössischer Kunst präsentiert. Zahlreiche Ausstellungen und ein umfangreiches Rahmenprogramm locken Kunstbegeisterte in die Steiermark.

Camera Austria: "Processing („Untitled (Apollo of Gaza I)", 2016

Hamburg

Verhandelbar: Absurde Preise, gierige Händler, überschätzte Künstler – der Kunstmarkt ist heute ein umstrittenes Metier. Eine Ausstellung im Hamburger Bucerius Kunst Forum wendet nun den Blick zurück ins 17. Jahrhundert: In den Niederlanden etablierte sich zu diesem Zeitpunkt ein reger Handel mit Kunstgütern, der sich beflügelnd auf die Kunst auswirkte. Der Kunstmarkt war geboren. Beispielhaft werden in der Schau Werke von Künstlern wie Pieter de Hoochs, Jacob van Ruisdaels oder Philips Wouwermans gezeigt – Repräsentanten des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei.

Gerard de Lairesse: "Schlafende Bacchantin", 1680

Hamburg

Mit Bild und Ton: Erst jüngst sorgte er mit Plakaten zu den anstehenden Bundestagswahlen für Aufsehen. Die Fondation Beyeler widmete seinem Schaffen die große Sommerausstellung, die noch bis 1. Oktober in Basel zu sehen ist (unser Interview mit Wolfgang Tillmans). In Hamburg werden nun Video- und Soundarbeiten von Wolfgang Tillmans gezeigt, die neben seinem fotografischen Werk bisher weniger beachtet wurden.

Wolfgang Tillmanns: Ohne Titel, 2015

 

Hamburg

Bunt gemischt: Auf dem diesjährigen Reeperbahnfestival kommen Musikliebhaber und Kunstbegeisterte auf ihre Kosten. Rund um das Heiligengeistfeld in St. Pauli bieten über 70 Locations ein vielfältiges Programm. Neben Konzerten und Lesungen gibt es auch Filmvorführungen und Ausstellungen, zum Beispiel von zeitgenössischen Plakatkünstlern.

  • "Reeperbahnfestival"
  • Termin: 20.9.2017 bis 23.9.2017
  • Heiligengeistfeld, Hamburg

"Collusion, Dome", Reeperbahnfestival

Hamburg

Transzendental: Post-Internet, Post-Kolonialismus, Post War – Die Kunstwelt verliert sich gerade in endlosen Theoriedebatten. Umso erfreulicher ist diese Ausstellung, weil die Kunst hier mal wieder mit ihren ureigenen Mitteln zu uns spricht: Material und Proportion, hell und dunkel, Fläche und Raum. Olga Czewskas Leitmotiv ist der Schatten. Ihre archaisch-sinnlichen Plastiken, malerischen Fotografien und gestisch-abstrakten Gemälde loten die Grenzen zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt aus und öffnen Räume für transzendentales Denken.

  • "Schattenwelten"
  • Termin: 22.9. bis 14.10.2017
  • BARLACH HALLE K, Hamburg

Olga Czewska: "Die Wächter", 2017, Stahl geschmiedet, Höhe: 310cm

 

 

Hannover

Avantgardistisch: "Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: re von nah.", sagte der Dadaist Kurt Schwitters einmal. In einer umfangreichen Schau zeichnet das Sprengel-Museum die wichtige Rolle nach, die Hannover während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in der Kunst spielte. Über 300 Werke von Künstlern wie El Lissitzky oder Laszlo Moholy-Nagy bieten einen umfangreichen Einblick in die Kunstströmungen die das kulturelle Klima der Stadt zu dieser Zeit beeinflussten. 

Ernst Thoms: "Trödelladen", 1926, Öl auf Leinwand, 100 x 130,8 cm

Leverkusen

Abstrakt: Mirosław Bałka ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Polens. Seit den achtziger Jahren setzt sich der Bildhauer mit Themen auseinander, die Fragen nach der menschlichen Existenz aufwerfen. Die Ausstellung im Museum Morsbroich konzentriert sich vor allem auf die konzeptionellen und abstrakten Werke, die bis heute einen wesentlichen Aspekt seines künstlerischen Schaffens bilden.

  • "Mirosław Bałka. Die Spuren"
  • Termin: 24.9.2017 bis 7.1.2018
  • Museum Morsbroich, Leverkusen

Mirosław Bałka: "Terrazzo", 2017, Stahl, Plastik 48 x 24 x 21 cm

München

Experimentell: In deutschen Großstädten gründeten sich in der Zeit zwischen 1970 und 1990 zahlreiche Filmgruppen, Bands und Künstlerkollektive. Die Filmreihe "Normalzustand" zeigt im Lenbachhaus eine Auswahl von Experimentalfilmen, die in diesem Zeitraum in Bielefeld, Bonn, Düsseldorf und Co. entstanden.

Wolfgang Müller: "Die Tödliche Doris" ,Wasserballett, 1984, Ton/Musik: O-Ton Hallenbad

München

Prunkvoll: Im 19. Jahrhundert war der "Salon de Paris", das Großereignis, auf dem sich jedes Jahr das gesellschaftliche Spiel vom Sehen und Gesehen werden zutrug. Tausende Besucher nahmen an der Kunstausstellung teil, um die neuesten Werke der bedeutendsten Künstler ihrer Zeit zu begutachten. Anhand von rund 120 Gemälden, Skulpturen, kunsthandwerklichen Objekten und Zeichnungen verdeutlicht die Ausstellung das spannungsvolle Verhältnis, das sich damals zwischen antiken Idealen und modernen Vorstellungen aufbaute.

William Bouguereau: "Dante und Vergil", 1850, Öl auf Leinwand, 280,5 x 225,3 cm

 

Wien

Unverfälscht: Können Darstellungen der Natur etwas über gesellschaftliche Prozesse und zeitgeschichtliche Ereignisse aussagen? Eine Ausstellung im Wiener Mumok beantwortet dieses Frage mit einem "Ja!". Anhand von 100 Werken von Künstlern wie Joseph Beuys, Marcel Broodthaers und Candida Höfer werden Positionen gezeigt, die seit den sechziger Jahren entstanden. Sie thematisieren die Wechselbeziehung von Natur und Geschichte  –  jenseits von idyllischer Verklärung.

Mark Dion: "The Ethnographer at Home", 2012, Installation