Basel

Kunterbunt: Fliegende Wesen, Traumlandschaften und Sujets aus der bunten Welt des Zirkus fügen sich in den Bildern von Marc Chagall zu fantastischen Kompositionen. Seine wundersamen Bildwelten bescherten ihm in der Kunstwelt den Spitznamen "Maler-Poet". Der Künstler schöpfte die Ideen seiner Motive nicht nur aus dem avantgardistischen Milieu, mit dem er während seiner Pariser Zeit konfrontiert war, sondern auch aus der Volkskunst seiner weißrussischen Heimat. Zwischen ländlichem Idyll und exzentrischem Metropolenleben entfaltete sich das Frühwerk des Malers, das jetzt in Basel gezeigt wird.

Marc Chagall: "Russland, den Eseln und anderen (a la Russie, aux ânes et aux autres)", 1911-1912, Öl auf Leinwand, 157 x 122 cm

 

Berlin

Überwältigend: Diese Woche steppt in Berlin der Kunst-Bär! Die Berlin Art Week lockt Kunstbegeisterte bereits zum sechsten Mal in die Hauptstadt. Neben zwei Kunstmessen, Art Berlin und Positions, geben über 50 Ausstellungsstarts und zahlreiche Sonderveranstaltungen einen facettenreichen Einblick in das, was gerade State-of-the-Art ist. Eine Ausstellung mit Arbeiten des niederländischen Künstlers Willem de Rooij und eine Haroun-Farocki-Retrospektive im Neuen Berliner Kunstverein sind nur zwei der Glanzlichter des umfangreichen Rahmenprogramms. Weitere Highlights finden Sie in unseren Tipps zur Art Week.

Barbara und Michael Leisgen: "Gravitation", 1973, Fotografie, ausgestellt auf der Kunstmesse Positions

 

Cottbus

Gegenübergestellt: Christa und Lothar Böhme gehören zu den bedeutendsten Künstlern der ehemaligen DDR. Ihre Arbeiten zählen zur sogenannten "Berliner Schule", die sich Ende der sechziger Jahre in Ostberlin etablierte. In den Stillleben und Interieurs der Beiden finden sich Reminiszensen an die Werke des großen französischen Impressionisten Paul Cèzanne. In einer umfassenden Schau werden die Werke der beiden Maler gegenübergestellt.

Lothar Böhme: "Bildnis C.B.", 1979, Öl auf Leinwand, 130 x 81 cm

Essen

Filmisch: In einer Einzelausstellung, die sich dem Gesamtwerk von Alexander Kluge widmet, geht es um das Wirken und Denken des Filmemachers. Die gezeigten Videoinstallationen geben einen tiefen Einblick in künstlerische Prozesse, die Kluges Arbeit begleiten.  Zum 85. Geburtstag des Künstlers widmet ihm das Museum eine Ausstellung, die den Kern seines multimedialen Schaffens sichtbar macht.

Alexander Kluge: "Schwarze Augen", 2016, Aus: Minutenfilme, Filmstill

Frankfurt am Main

Kumpelhaft: Henri Matisse und Pierre Bonnard sind zwei der bedeutendsten Vertreter der französischen Moderne – und: Sie waren ziemlich beste Freunde. Spuren hinterließen 40 Jahre des brüderlichen Dialogs auch in den Werken der beiden Künstler. Anhand von etwa 100 Gemälden, Plastiken und Zeichnungen eröffnet die Schau einen neuen Blick auf die Entwicklung der Avantgarde des 20. Jahrhunderts.

Henri Matisse: "Großer liegender Akt", 1935, Öl auf Leinwand, 66.4 x 93.3 cm

 

Hannover

Kritisch: In seinen Videoinstallationen und Papierarbeiten setzt sich Erik van Lieshout mit den sozialen Auswirkungen von Kunst auseinander. Vor allem für seine humoristischen Interpretationen von gesellschaftlich relevanten Themen ist der Niederländer bekannt. Im Zentrum der Ausstellung steht van Lieshouts neueste, auf der Kochi-Muziris Biennale in Indien entwickelte Arbeit, in der er weitgreifende Probleme der künstlerischen Freiheit und Zensur thematisiert.

Erik van Lieshout: »Untitled«, 2017, Vinyl auf Papier, 215,5 × 377,5 cm

Herford

Gesichtet: Schon immer nimmt die Bildnismalerei im Kunstkanon eine zentrale Position ein. Wo Porträts vormals zu Repräsentationszwecken dienten, entfalten sich in den Konterfei-Darstellungen der jüngeren Kunst vor allem Fragen nach Identität und dem menschlichen Sein. Die Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden, spannen den Bogen von den Selbstdarstellungen Rembrandts über Porträts der europäischen Avantgarden bis hin zu Positionen der Gegenwartskunst.

Zeng Fanzhi: "Mask Series no. 25", 1997, Öl auf Leinwand, 60,7 x 50,2 cm
 

Kiel

Düster: Als Unterströmung der Romantik kam die Schwarze Romantik gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf. In ihren Bilder reagieren Künstler auf die schrecklichen Bilder der Französischen Revolution, indem sie melancholische Motive in tiefe Schwarz- und Grautöne übersetzen. In einer Ausstellung aktualisieren 34 internationale zeitgenössische Künstler die düstere Bildsprache der Schwarzen Romantik – auch die Neuinterpretationen sind Geschöpfe der Finsternis.

Gregor Hildebrandt: "Ein Blau ein Rot von Blumen spat (G.T. – SG)", 2017, Digitaler Pigmentdruck auf Aluminium, 66 x 49,5 cm

 

München

Vergänglich: Die Sesshaftigkeit liegt in der Natur des Menschen – so schlägt es zumindest die weitverbreitete Überzeugung vor. Eine langfristig angelegte Studie von Forschern der Harvard Graduate School of Design stellt allerdings gegenteilige Tendenzen fest. Die Ausstellung thematisiert ein globales Phänomen, das in Zeiten von Klimawandel und politischen Unruhen immer wichtiger wird: Im Fokus stehen Fotografien von flüchtigen Architekturen und Fragen nach städtebaulichen Anforderungen der Gegenwart.

Tepito Markt, Mexico City

Wien

Bunt: Die US-amerikanische Künstlerin Nicole Eisenman war 2017 vor allem mit ihrem Beitrag für die Skulpturprojekte Münster in aller Munde. Mehrmals wurde die Brunnenskulptur während der Schau Opfer von Vandalismus. Bekannt ist sie aber auch für ihren besonderen Malstil: Ihre Bilder sind eklektisch und bedienen das gesamte neuzeitliche Formenrepertoire. Parallel zu den Werken Eisenmans, werden Skulpturen des Multimedia-Künstlers Toni Schmale und Objekte des Bildhauers Chadwick Rantanen gezeigt.

Nicole Eisenman: "Achilles Heel", 2014, Öl auf Leinwand

Wuppertal

Skurril: Den Arbeiten von Axel Loytved liegt stets etwas Spontanes zugrunde. Mal finden sich vereinsamte Socken aus der Waschmaschine seiner Wohngemeinschaft in St. Pauli zu komplexen Objekten zusammen, mal modelliert er akribisch die Umrisse von Schneeklumpen nach und übersetzt sie in Bronze. Es sind die alltäglichen Dinge, die in seinem Werk im Mittelpunkt stehen. Was dabei entsteht, ist witzig und irritierend zugleich.

Axel Loytved: "Plastiktüten", 2016, je ca 30 x 30 x 15 cm