Aachen

Karibisch: Im Zentrum der Aachener Ausstellung steht eine aufschlussreiche Gegenüberstellung: Aktuelle Werke der kubanischen Kunst werden dort mit Arbeiten aus der Sammlung Irene und Peter Ludwig in einen Dialog gebracht. Dadurch zeigt sich nicht nur, wie sich die sozialistische Ideologie und die Wirtschaftskrise der neunziger Jahre auf die Kunst dieser Zeit auswirkte. Der Vergleich bietet darüberhinaus auch Einblicke in die ästhetische und inhaltliche Entwicklung der Gegenwartskunst des karibischen Inselstaates.

María Magdalena Campos Pons: "Opciones para el mito: Leda piensa (Alternativen für einen Mythos: Leda denkt)", 1989, Holz, Gips und Acryl, 281 x 175 x 4 cm

Berlin

Aufgetürmt: Eine speziell für das zwanzig Meter hohe Kesselhaus entworfene Installation der südkoreanischen Künstlerin Hague Yang wird im Berliner KINDL gezeigt. Die Arbeiten der in Berlin und Seoul lebenden Yang stellen das Verhältnis zwischen Raum und Bewegung infrage. Dabei verwendet die Künstlerin massenhaft produzierte Serienprodukte, die sich in ihren Installationen zu neuen Ordnungssystemen fügen. Yang, gerade mit dem renommierten Wolfgang-Hahn-Preis ausgezeichnet wurde, setzt in Berlin das von ihr bevorzugte Arbeitsmaterial ein: Jalousien.

  • Haegue Yang
  • Termin: 10.9.2017 bis 13.5.2018
  • KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin

Haegue Yang: "Silo of Silence – Clicked Core", 2017, Aluminium-Jalousien, LED-Röhren, Aluminium- und Stahl-Hängestruktur, Pulverbeschichtung, Stahlseil, Drehbühne, Kabel

Bonn

Modern: Ferdinand Hodler ist einer der bedeutendsten Symbolisten der Schweiz und wird oft in einem Atemzug mit Namen wie Edvard Munch oder Gustav Klimt genannt. Mit über 100 Werken erlaubt die große Schau einen umfangreichen Einblick in das Schaffen des Schweizer Nationalkünstlers, der als einer der wichtigsten Maler der frühen europäischen Moderne gilt.

Ferdinand Hodler: "Der Frühling", um 1907–1910

Hamburg

Heimatlich: Der Magnum-Fotograf Alec Soth gilt als einer der wichtigsten Dokumentarfotografen unserer Zeit. Die Sujets, die er mit einem geschärften Blick auf das Alltägliche einfängt, befragen die in der amerikanischen Kultur tief verankerten Ideale von Unabhängigkeit, Freiheit und Individualität. Etwa 65 Arbeiten aus vier charakteristischen Serien, in den Jahren zwischen 2004 und 2014 entstanden, sind in der Ausstellung zu sehen. Parallel zeigt das Museum Arbeiten des deutschen Fotografen Peter Bialobrzeski. Sie sind das Ergebnis seiner Beschäftigung mit visuellen Manifestationen einer "deutschen Befindlichkeit".

Alec Soth: "Two Towels", 2004, Fotografie

Karlsruhe

Kritisch: Die 1954 in Tansania geborene Malerin und Installationskünstlerin, Lubaina Himid, ist eine der ersten weiblichen Vertreterinnen der Black-Art-Bewegung. In ihren Arbeiten widmet sie sich Fragen, die sich mit Identität und der Repräsentation von schwarzen Körpern in der Kunst beschäftigen. Dabei bringen ihre Werke westlich geprägte Stereotypen und Klassifikationen ins Wanken.

  • "Lubaina Himid"
  • Termin: 8.9.2017 bis 26.11.2017
  • Badischer Kunstverein, Karlsruhe

Lubaina Himid: "Le Rodeur: The Lock", 2016, Acryl auf Leinwand, 183x244cm

Ludwigshafen

Im Wandel: Ein Medium, sieben Ausstellungsorte und acht übergeordnete Themenbereiche: So könnte man das Konzept der ersten Biennale für aktuelle Fotografie mit wenigen Worten zusammenfassen. Die Veranstaltung, die ab 2017 alle zwei Jahre stattfinden wird, ersetzt das alte Format des Fotofestivals Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg. Im Mittelpunkt stehen die großen Umbrüche der zeitgenössischen Bildkultur. Unter dem Titel "Farewell Photography" beleuchten unterschiedliche Positionen den veränderten Umgang mit Bildern im digitalen Zeitalter.

Sebastian Stumpf: "Treppe", 2017, Videoprojektion, Loop

Saarbrücken

Sensationell: Ein spektakulärer Fund vor dem Roten Rathaus in Berlin, sorgte 2010 für mediales Aufsehen: Archäologische Grabungen im Vorfeld von U-Bahn-Bauarbeiten beförderten 16 verschollene Skulpturen der Klassischen Moderne ans Tageslicht. Es waren vermisste Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten aus deutschen Museen als "Entartete Kunst" entfernt wurden. In Saarbrücken werden die zwischen 1918 und 1930 entstandenen Stücke nun in einer Ausstellung präsentiert.

Marg Moll: "Tänzerin", um 1930, Messing

Stuttgart

Abgelichtet: Seit den siebziger Jahren arbeitet die US-amerikanische Künstlerin Hildegarde Duane mit einer Vielzahl von Medien. Ihre Arbeiten setzten sich mit Bildern auseinander, die der westlichen Zivilisation aus massenmedialen Reproduktionen bekannt sind. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Werk der Künstlerin, die sich mit feministischen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzt.

Hildegarde Duane: "Snow Whites", 1981, Serie, 7 Fotografien auf Sockeln

Weil am Rhein

Spielerisch: Haben Sie gewusst, dass Ray und Charles Eames, das Traumpaar der Designgeschichte, neben ikonischen Möbeln auch Spielzeug gesammelt und entworfen haben? Die Ausstellung in Weil am Rhein zeigt den wichtigen Stellenwert auf, den das Spielerische sowohl in Produktionsprozessen, als auch in den Entwürfen des Ehepaars einnimmt. Spielzeuge, Kurzfilme und Objekte laden Groß und Klein zum Entdecken und Mitmachen ein. "Take your pleasures seriously!", würde Charles Eames an dieser Stelle sagen.

Ray Eames mit einem frühen Prototyp von "The Toy" auf der Terrasse des Eames House, 1950

Wien

Ungesittet: Schlechtes Benehmen und mangelnde Contenance sind auf den Schöpfungen von Pieter Bruegel keine Seltenheit. Durch die wundersamen Bildwelten, die das bäuerliche Leben in Zeiten von Inquisition und sozialen Unruhen thematisieren, wird dem Betrachter der moralische Spiegel entgegenhalten. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler des 16. Jahrhunderts. Etwa 100 Werke geben einen umfassenden Einblick in das Schaffen des niederländischen Malers und Zeichners, der bereits zu Lebzeiten hoch geschätzt wurde.

Pieter Bruegel d. Ä.: "Christi Höllenfahrt", 1561, Feder in Braun

Winterthur

Passioniert: Mal mit Feingefühl und Tiefsinn, mal in Kombination mit einer guten Portion Witz, thematisieren die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten das Verhältnis von Fotografie und Hobbykultur. Bilder, die als eine Hommage an die Steckenpferde der Künstler und natürlich auch an die Fotografie selbst zu verstehen sind, lassen auf Freizeitphänomene der Postmoderne blicken.

Benedikt Bock: "Alexander Hall", 2017

Wuppertal-Barmen

Subkulturell: Tobias Zielony ist der Fotograf der Straßenjugend. 2015 war er einer von fünf Künstlern, die den deutschen Pavillon auf der Venedig-Biennale bespielten. Die Ausstellung in der Von der Heydt-Kunsthalle legt den Fokus auf neueste Arbeiten des deutschen Fotografen –Bilder, die Zielony innerhalb der letzten zwei Jahre in der Ukraine machte, Die Serie mit dem Teil "Maskirova" beschäftigt sich mit Subkulturen im Kiew und gibt intime Einblicke in jugendliche Lebenswelten. 

Tobias Zielony: "Secret", 2017, aus der Serie Maskirovka