Aarau

Ausdrucksstark: Zwischen Industrialisierung und gesellschaftlichem Konservatimus entwickelt sich in Deutschland zu Beginnn des 20. Jahrhunderts der Expressionismus. "Brücke", nennt sich in dieser Zeit eine Gruppe junger Studenten aus Dresden. Ihre Bilder sprechen eine Sprache, die sich nicht dem Naturrealismus verpflichtet, sondern subjektive Empfindungen zum zentralen Bestandteil ihrer Kunst macht. Ausgehend von Ansätzen der Dresdner entstehen in ganz Deutschland Künstlergruppen, die mit der Ausdruckskraft ihrer farbintensiven Malereien das gleiche Ziel verfolgen: Zurück zur Natur! Eine Schau in Aarau zeigt expressionistische Meisterwerke von Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Gabriele Münter.

Ernst Ludwig Kirchner: "Erna mit Japanschirm (Japanerin)", 1913, Öl auf Leinwand, 80 x 70,5 cm

Berlin

Mystisch: Zu den 14. Europäischen Kulturtagen kommen in Berlin Kunst und friesische Kultur zusammen. Während eines dreimonatigen Aufenthaltes auf der Insel Föhr porträtierte die ukrainische Fotografin Mila Teshieva das Alltagsleben von Bewohnern der Nordseeinsel. In der Ausstellung werden Fotografien Teshievas zusammen mit friesichem Kunsthandwerk präsentiert. Das Ergebnbis? Ethnographie durch die Brille der Kunst.

Mila Teshaieva: "Closeness", 2014

 

Bielefeld

Gesichtslos: Das menschliche Gesicht ist seit jeher zentrales Thema in der Kunst – sei es barocken Herrscherporträts oder klassizistischen Büsten. Wie aber sieht Konterfei-Kunst im Zeitalter von Selfies, Gesichtserkennung und Photoshop aus? Die Ausstellung eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf das Werk von neun Gegegnwartskünstlern. 

  • "Facetunes"
  • Termin: 26.8.2017 bis 5.11.2017
  • Kunstverein im Waldhof, Bielefeld

Thomas Hirschhorn: "Pixel-Collage n°3", 2015, Fotografien, Plastikfolie, Klebeband, Ausstellungsansicht Galerie Chantal Crousel

Bremen

Lichtmalerisch: Die amerikanische Fotografin Jan Groover hatte in den sechziger Jahren eigentlich abstrakte Malerei studiert. Ihre Ausbildung unterbrach sie, um sich fortan mit dem freieren Medium der Fotgrafie zu widmen. Ihre Arbeiten, die die Fotografie uneingeschränkt als künstlerisches Medium begreifen, setzen sich vor allem mit dem Verhältnis zwischen Form und Farbe auseinander. Während das New Yorker MoMA ihr 1981 eine Ausstellung widmete, blieb ihr Werk in Europa bisher unbeachtet. In Bremen findet nun die erste institutionelle Einzelschau statt, in der Werke aus allen Schaffensphasen der 2012 verstorbenen Künstlerin gezeigt werden.

  • "Jan Groover"
  • Termin: 26.8.2017 bis 12.11.2017
  • GAK – Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen

Jan Groover, ohne Titel, 1978, Chromogendruck, 50,8 x 40,6 cm

Kaiserslautern

Brüderlich: Der US-amerikanische Maler Charles Pollock stand bisher immer im Schatten seines zehn Jahre jüngeren und weitaus prominenteren Bruders Jackson Pollock, der als Begründer des Action-Paintings in die Kunstgeschichte eingegangen ist. In seinem Werk löste sich Charles Pollock schrittweise vom Sozialen Realismus der Vorkriegszeit und gilt heute als Repräsentant der abstrakten Malweise des Coulourfield-Painting. Seine Kompositionen zeigen ein starkes Interesse an Eigenschaften und Wirkung von Farbe. Die Ausstellung zeigt etwa 70 großformatige Werke, die in der Zeit zwischen 1950 und 1969 entstanden sind.

Charles Pollock: "Untitled [Post-Rome] blue green black", 1964, Öl auf Leinwand, 152,5 x 152,5 cm

 

Koblenz

Massiv: Mit seinen bildhauerischen Arbeiten aus unterschiedlichen Medien wie Holz, Marmor, Metall oder Plastik hat sich der in Deutschland lebende Küstler Tony Cragg in der Kunstwelt international einen Namen gemacht. Die Schau zeigt nicht nur eine Auswahl der raumgreifenden Skulpturen Craggs, die ab den siebziger Jahren entstanden, sondern verdeutlicht anhand von Zeichnungen und Entwürfen auch den Schaffenprozess den Cragg auf dem Weg zur Formfindung durchläuft.

Tony Cragg: "Hedge #08", 2015, 90 x 131 cm

 

Leipzig

Bewegend: Sei es aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen: Der Reisende Künstler ist nicht erst ein Phänomen der Neuzeit. Werke von Künstlern wie Carl Gustav Carus, Ernst Ferdinand Oehme und Gerhard Altenbourg aus der umfangreichen Graphiksammlung des Museums der bildenen Künste, verdeutlichen den fruchtbaren Einfluss von Bewegungsprozessen auf die Kunst. 

Gerhard Altenbourg: "Fremdling hier", 1989

 

St. Moritz

Sommerlich: Berits zum zehnten Mal lädt die St. Moritz Art Masters Kunstinteressierte jenseits der Skisaison in den beliebten Urlaubsort ein. Präsentiert werden zahlreiche Werke nationaler sowie internationaler Künstler der Gegenwartskunst, etwa David Hockney in der Galerie Robilant + Voena.

David Hockney: "Maurice Payne", 1967, mit einer Inschrift versehen und datiert: “For Maurice with love from David” / 12th October 1967, Tinte auf Papier, 31,7 x 25,4 cm

 

Winterthur

Formlos: Jean Fautier gilt als einer der wichtigsten französischen Vertreter des Informell. In seiner anfangs noch figürlichen Kunst, machen sich ab den 1930er Jahren abstrakte Züge bemerkbar. Spätestens nach dem zweiten Weltkrieg bestimmen sich auflösende Linien und dick aufgetragene Farbflächen sein Werk. Die Ausstellung präsentiert selten gezeigte Arbeiten aus allen Schaffensphasen Fautiers.

Jean Fautrier: "Nature morte aux poires", um 1927, Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm

Zürich

Anarchisch: In John Russels Werk treffen Fiktion und Satire auf Kunst. Es ist die erste institutionelle Ausstellung des Mitglieds des britischen Künstlerkollektivs BANK. Parallel zu der Schau, in der sechs monumentale Malereien und neun Skulpturen Russels gezeigt werden, stellt die US-amerikanische Künstlerin Cheryl Donegan Videoarbeiten vor, die einen kritischen Blick auf die Gesellschaft eröffnen.

John Russell: "Bertie", 2016, Digitaldruck