Ahlen

Räumlich: Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe Intermezzo, die dieses Jahr unter dem Motto "Farbe und Körper im Raum" stattfindet, werden Werke der Künstler Werner Pokorny und Martin Cleff ausgestellt, zwei unterschiedliche Positionen, die sich dem übergeordneten Thema im Medium der Skulptur nähern. Während Pokorny das Haus als Urform unserer Vorstellung von Raum begreift und es als Element in seine Werke integriert, nutzt Cleff Ton als Material für seine Werke, die sich durch die besonders reduzierte Formensprache auszeichnen.

Michael Cleff: "Über Addition", 2013, Steinzeug geschliffen, Engobe, 34 x 45 x 36 cm

Bern

Wohlbehütet: In den Jahren zwischen 1906 bis 1936 trugen die Kunstsammler Hedy und Arthur Hahnloser über 100 postimpressionistische Werke aus dem französischen und schweizerischen Raum zusammen. Das ehemalige Wohnhaus des Ehepaars, die "Villa Flora", wurde 1995 in ein privates Kunstmuseum umgewandelt. Bis zur Schließung im Jahr 2014 hatte sich die Winterthurer Institution internationale Anerkennung erarbeitet. Die hochkarätigen Malereien der Sammlung wurden nun als Dauerleihgaben in die Obhut des Kunstmuseums Bern gegeben und werden dort zusammen mit Werken aus der Museumssammlung gezeigt.

Félix Vallotton: "La Blanche et la Noire", 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm

Bern

Sagenumwoben: Kunst und Gerüchte haben mehr gemeinsam, als Sie denken: Eine Ausstellung, die sich auf zwei Kunstinstitutionen der Stadt Bern verteilt, widmet sich dem unfaktischen Bereich der Flüsterpropaganda. Neben Werken von Künstlern, die ihre Autorenschaft durch Pseudonyme und Alter Egos verschleiern und dadurch ihre eigene Identität zur Legende stilisieren, werden auch Werke gezeigt, die das sinnsuchende Publikum zu sagenhaften Interpretationen anregen sollen. 

Lutz Bacher: "Wham", 2016

 

Braunschweig

Tagebuchartig: Jürgen Becker war eigentlich Schriftsteller. Auf einer zweimonatigen Lesereise durch die USA im Jahr 1972 führte ihn sein Weg nach New York, wo er sich im Umkreis von Max Frisch aufhielt. Auf seinen Streifzügen durch die Metropole war die "Rollei 35" sein treuer Begleiter. Auf seiner Reise erkannte er das Potenzial der visuellen Dokumentation und hielt das Erlebte nicht schriftlich, sondern fotografisch fest. Die Szenen der Bilderserie, bezeichnete Becker selbst als "Geschichten des Sehens". Zum 85. Geburtstag Beckers werden nun 90 Arbeiten aus dem wiederentdeckten Foto-Konvolut gezeigt.

Jürgen Becker: "New York", 1972

 

Bremen

Exotisch: In der Zeit des Kolonialismus des 19. und 20. Jahrhunderts war Bremen als Hansestadt nicht nur Wirtschaftszentrum, sondern auch Dreh- und Angelpunkt der Kulturen. Belege dafür entdeckt man bei einem Blick in die Sammlung des 1823 gegründeten Kunstvereins Bremen. In der aktuellen Schau werden Werke von europäischen Künstlerinnen und Künstlern mit exotischen Positionen in einen Dialog gesetzt. Das Ergebnis: ein aufschlussreicher und kritischer Blick auf den Umgang mit dem Fremden – damals wie heute.

Anonym: "Blonde Europäerin mit Hut und Blumen", 19. Jahrhundert, mehrfarbiger Holzschnitt, 32,1 x 23,4 cm

Düsseldorf

Nicht perfekt: Als Mitbegründer der Amsterdamer Werbeagentur KesselsKramer weiß Erik Kessels, was ein perfektes Bild ist. Als Künstler ist er jedoch Befürworter des Fehlerhaften und Unperfekten. Kessels verwendet für seine Arbeiten bevorzugt Fotos von Privatpersonen, die er auf Flohmärkten oder im Internet findet und zu teils urkomischen Serien arrangiert. In einer Retrospektive werden die wichtigsten Arbeiten der letzten 20 Jahre präsentiert, in denen der Niederländer Themen wie die Bilderflut im digitalen Zeitalter zu seinem Sujet macht. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke von Künstlern aus dem Freundeskreis des Fotografen.

Erik Kessels: "Album Beatuy", Fotografie

Karlsruhe

Alljährlich: Bereits zum 19. Mal findet in diesem Jahr die Karlsruher Museumsnacht statt, die sich inzwischen unter dem Namen KAMUNA zu einer Eigenmarke etabliert hat. In diesem Jahr wird das Kunstevent unter dem Motto "Kultur ist Heimat" veranstaltet und behandelt Kunst als Ursprung und Quelle der eigenen Identität. Das umfangreiche Programm bietet neben künstlerischen Präsentationen und Performances auch ein dichtes Rahmenprogramm mit Führungen sowie Konzerten.

"Michael Dreyer. Gemeinschaftsarbeiten / Society Pieces", Ausstellungsansicht, Badischer Kunstverein

Karlsruhe

Zeichenhaft: Der Neurologe und Psychoanalytiker Konrad Balder Schäuffelen integrierte seit den fünfziger Jahren Worte und Buchstaben – Bausteine unserer Sprache – in seine Arbeiten. Die dabei entstandenen multimedialen Objekte stellen unser konventionelles Verständnis von Sprache grundlegend in Frage und verhandeln Kunst als visuelle Poesie. Die Retrospektive im ZKM zeigt Werke aus dem Nachlass des Künstlers, die 2013 in den Besitz des Museums übergingen.

Konrad Baldur Schäuffelen: "Geschütztes Messer", 1969–1971