Basel

Fünf Messen, eine Stadt: Galeristen, Sammler, Kuratoren und Kunstbegeisterte aus aller Welt strömen diese Woche in das Epizentrum des Kunstmarkts nach Basel. Mehr als 280 führende Galerien sind auf der Art Basel vertreten und präsentieren moderne und zeitgenössische Kunst. Parallel dazu finden die Photo Basel und die Satelliten-Messen Liste, Volta und Scope statt.

Paula Rego: "Dancing Ostriches from Disney’s Fantasia", 1995

Basel

Darm mit Charme: In seiner künstlerischen Praxis vereint Wim Delvoye ästhetische Gegensätze auf humorvolle Weise und hinterfragt damit gängige Wertevorstellungen der Konsumgesellschaft. Die große Schau im Museum Tinguely zeigt das Werk des belgischen Konzeptkünstlers, der Maschinen konzipiert hat, die den menschlichen Verdauungsvorgang simulieren und künstliche Exkremente produzieren. Neben der sogenannten "Cloaca" werden auch Arbeiten wie "Chantier", eine aus Holz geschnitzte Baustelle, oder die riesige Stahlskulptur "Cement Truck" zu sehen sein.

  • "Wim Delvoye"
  • Termin: 14.6.2017 bis 1.1.2018
  • Museum Tinguely, Basel

Wim Delvoye: "Cloaca – New & Improved", 2001, 270 x 1157 x 78 cm, Installation im Ernst Museum, 2008, Budapest

Berlin

Die Blicke werden tief und tiefer, es nähern sich die Unterkiefer: Die Ausstellung "Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan" verfolgt das Motiv des Kusses in der Kunst von etwa 1900 bis in die Gegenwart mit Beispielen aus Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Film. Die epochenübergreifende Schau umfasst Kusswerke von Auguste Rodin, Edvard Munch, Marina Abramović oder Bob Dylan.

Andy Barter: "Kiss (David & Fiona)", 2012, Fotografie

Berlin

Internationale Beziehungen: Zum 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel haben der Neue Berliner Kunstverein gemeinsam mit dem Center for Contemporary Art Tel Aviv die Ausstellung "Conditions of Political Choreography“ entwickelt. Die performativen Arbeiten beschäftigen sich mit dem Verhältnis zwischen Europa und dem Nahen Osten und reflektieren den Umgang mit Geschichte und Erinnerungsritualen in demokratischen Gesellschaften.

Ohad Fishof / Noa Zuk: "The Burnt Room", 2016, Tanzperformance, Center for Contemporary Art, Tel Aviv

Bonn

Früh übt sich: Anlässlich des 85. Geburtstags von Gerhard Richter versammelt das Bonner Kunstmuseum rund 25 Schlüsselwerke seines frühen Schaffens. Im Zentrum der Ausstellung stehen Tür-, Vorhang- und Fensterbilder, die der deutsche Künstler in den sechziger Jahren anfertigte.

Gerhard Richter: "Großer Vorhang", 1967, Öl auf Leinwand, 200 x 280 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main

Dresden

Erkenntnistheoretisch: Der Wiener Künstler Gregor Schmoll setzt sich auf kritisch-ironische Weise mit scheinbar objektiven Wahrheiten, kulturell geprägter Wahrnehmung und der Surrealität des Alltags auseinander. Etwa 25 Bilder aus verschiedenen Werkserien geben Einblick in sein fotografisches Schaffen.

Gregor Schmoll: "Galileis Frühstuecksei", 2014, Silbergelatineabzug

Köln

Käthe Kollwitz feiert 150. Geburtstag: Anhand von Skizzen, Gipsmodellen, Skulpturen und Fotografien dokumentiert die Ausstellung den Entstehungsprozess der überlebensgroßen Kollwitz-Statue auf dem Berliner Kollwitzplatz, die der deutsche Bildhauer Gustav Seitz im Jahr 1960 schuf. Seitz, der Käthe Kollwitz während seines Studiums an der Kunsthochschule Berlin-Charlottenburg kennengelernt hatte, schuf mit der Skulptur sein wohl berühmtestes Werk.

Gustav Seitz in seinem Atelier in der Akademie der Künste, Berlin, Pariser Platz, 1957, bei der Arbeit am Gipsmodell zum Kollwitz-Denkmal

Lübeck

Vielschichtig: Das St. Annen-Museum zeigt die Bilder der kanadischen Malerin Alice Teichert im Dialog mit mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Lübeck. Die leuchtstarken, abstrakten Gemälde, in denen die Künstlerin Zeichen alter Handschriften aufgreift, werden neben den historischen Beständen der Stadtbibliothek gezeigt.

Alice Teichert: "Simple Request", 2005/2008, Acryl und Stift auf Papier, auf Holz montiert

Mainz

Utopische Welten: In seinen Radierungen verfremdet der deutsche Maler und Grafiker Peter Ackermann die Realität. Er vergrößert Details vertrauter Gegenstände und kombiniert diese mit Fragmenten zerbröckelnder klassischer Architektur, verödeten Stadtteilen oder alten Maschinen.

Peter Ackermann: "Galleria Umberto I", 1971, Radierung, Landesmuseum Mainz, GDKE

Potsdam

Wegweisend: Wie sich die US-amerikanische Kunst vom Impressionismus bis zum Abstrakten Expressionismus entwickelt hat, untersucht die Ausstellung "Amerikas Weg in die Moderne" im Museum Barberini. Die in Zusammenarbeit mit der Phillips Collection aus Washington DC versammelten Werke, darunter Arbeiten von Edward Hopper, Georgia O’Keeffe und Mark Rothko, erzählen von den einzelnen künstlerischen Stationen und Positionen.

Mark Rothko: "Ohne Titel", 1968, Phillips Collection, Washington D.C., Geschenk der Mark Rothko Foundation

Rheinsberg

Quadratisch, praktisch, gut: Der deutsche Künstler Hanns Schimansky fertigt seine grafischen Zeichnungen mit Grafit, Ölkreide, Bleistift oder Gouache an. Der Eindruck seiner repetitiven Muster und Linien wird durch das anschließende Falten des Papiers verstärkt.

Hanns Schimansky: "Ohne Titel", 2010, Faltung, Tusche, Gouache

Wien

Durch die Linse: Mit über 100 Aufnahmen, die zwischen 1970 und 2000 entstanden sind, gibt die Albertina einen Überblick über die österreichische Fotografie jener Jahre. Zeitgleich sind im Fotomuseum WestLicht die Arbeiten des amerikansichen Fotografen Bruce Davidson zu sehen, der mit seinen Reportagen über marginalisierte Lebenswelten und Subkulturen ein vielseitiges und spannendes Œuvre geschaffen hat. Er gilt als einer der prominentesten Vertreter von Magnum, der berühmten, 1947 von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David "Chim“ Seymour gegründeten Fotografenkooperative.

Bruce Davidson: "The Selma March", Alabama, 1965