Aachen

Betreten erlaubt: Mit seinen ortsspezifischen Installationen und Textilskulpturen schafft der deutsche Künstler Franz Erhard Walther partizipative Raum- und Werkerfahrungen, in denen sich der Betrachter zum Akteur verwandelt. Der Preisträger des "Kunstpreises Aachen 2016" ist während der 57. Venedig-Biennale auch mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden.

Franz Erhard Walther: "Winkel", 1975, Stahl, 7 x 200 x 531 cm, private Sammlung, New York, USA

Berlin

Trio infernal: Neben bislang weitgehend ungezeigten Fotografien von Helmut Newton werden Arbeiten des Modefotografen Mario Testino gezeigt, die sich mit dem Ausziehen beschäftigen. Die dritte der parallel laufenden Ausstellungen zeigt Fotos der Society-Größe Jean Pigozzi, der über mehrere Jahrzehnte berühmte Persönlichkeiten, wie Mick Jagger oder Naomi Campbell, bei Pool Partys ablichtete.

Mario Testino: "Vogue Italia", 2000, Paris

 

Bonn

Reflektiert: Die serbische Künstlerin Aleksandra Domanović beleuchtet in ihren Fotografien, Videos und 3D-gedruckten Skulpturen gesellschaftliche Phänomene – Kultur, Wissenschaft und Identität sind wiederkehrende Themen. Ausgangspunkt ist dabei häufig der Blick auf die Geschichte und Gegenwart ihrer Heimat. In der Ausstellung "Kalbträgerin" setzt sie sich mit der wissenschaftlichen Forschung auseinander, bei der es um die Züchtung bestimmter Merkmale bei Rindern, wie das Fehlen von Hörnern, geht.

Aleksandra Domanović: "Votiv: Kalbträgerin", 2017

Frankfurt am Main

Bewegt: Die US-amerikanische Künstlerin Carolee Schneemann erregte in den Sechzigern mit radikalen feministischen Performances Aufsehen. Die große Werkschau im Frankfurter Museum für Moderne Kunst legt einen besonderen Fokus auf ihre "kinetische Malerei“ und Experimentalfilme.

Carolee Schneemann: "Meat Joy", 1964, Dauerleihgabe an das Museum der Moderne Salzburg

Frankfurt am Main

American Nightmare: Lange bevor "Bad Painting“ ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte Peter Saul mit seinen Crossover-Arbeiten aus Pop Art, Surrealismus, Comic und Expressionismus bewusst den guten Geschmack und übte Kritik an der US-amerikanischen Hochkultur. Die Schirn Kunsthalle präsentiert einen umfassenden Überblick über sein schrilles Werk, das stets zwischen Humor und Systemkritik changiert.

  • "Peter Saul"
  • Termin: 2.6.2017 bis 3.9.2017
  • Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main

Peter Saul: "San Quentin # 1 (Angela Davis at San Quentin)", 1971, Öl auf Leinwand, 180,3 x 238,8 cm

Hamburg

Sakral: Bill Violas Werke beschäftigen sich mit den zentralen Themen des menschlichen Lebens – Geburt, Tod, Liebe, Emotion und Spiritualität. Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums verwandelt der US-amerikanische Videokünstler die abgedunkelte Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen Hamburg mit seinen monumentalen Installationen in eine Kathedrale des 21. Jahrhunderts.

Bill Viola: "Fire Woman", 2005, Videostill

Hannover

Konstruktiv: Im Fokus der dritten Ausgabe von "Made in Germany“ liegen die Produktionsbedingungen von Kunst in Deutschland. Die Gruppenausstellung geht der Frage nach, wie geografische, politische und institutionelle Strukturen sowie neue Technologien auf die Herstellung von Kunst einwirken. Parallel ist die Ausstellung auch im Kunstverein Hannover und der Kestner Gesellschaft zu sehen.

She She Pop: "Oratorium", 2017

Karlsruhe

Vernetzt: Die Ausstellung "Hybrid Layers" lenkt den Blick auf die junge Künstlergeneration, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Welt und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinandersetzt. Sie zeigt neue Perspektiven auf das Internet und die sozialen Netzwerke und die vielfältigen Erscheinungsformen einer künstlerischen Praxis, die grundlegend vom Digitalen beeinflusst ist.

  • "Hybrid Layers"
  • Termin: 3.6.2017 bis 7.1.2018
  • Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe

Sophia Al Maria: "The Litany", 2016, Detail Videoinstallation

Köln

Stimmungsvoll: Die Wiedergabe von Himmel und Wetter spielte eine bedeutende Rolle in der niederländischen Landschaftsmalerei des Barock. Unter dem Motto "Heiter bis wolkig“ zeigt das Kölner Wallraf-Richartz-Museum zwanzig "Himmelsbilder“ von Meistern wie Aelbert Cuyp, Aert van der Neer, Jacob van Ruisdael oder Jan van Goyen.

Aelbert Cuyp: "Gewitter über Dordrecht", um 1645, Eichenholz

München

Gespitzte Ohren: Das Ausstellungsprojekt "After the Fact" möchte den Propagandabegriff vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, politischer und medialer Entwicklungen des 21. Jahrhunderts neu betrachten. Dabei soll Propaganda nicht als selbstverständliches Übel betrachtet werden, sondern als komplexes und potenziell hilfreiches wie problematisches Denk- und Analysewerkzeug.

Coco Fusco: "A Room of One's Own. Women and Power in the New America", 2008, Performance, Whitney Biennial, New York City

Münster

Auserlesen: Das Museum Pablo Picasso zeigt rund 100 Werke aus einer der umfassendsten zeitgenössischen Kunstsammlungen Europas, die von dem Pariser Galeristen Yvon Lambert in den sechziger Jahren ins Leben gerufen wurde. Vierzig internationale Künstler sind in der Collection Lambert vertreten, darunter Christo, Bruce Nauman, Julian Schnabel und Cy Twombly.

Jean-Michel Basquiat: "Asbestos", 1981-1982, Acryl auf Leinwand, Collection Lambert, Avignon

 

Weil am Rhein

Raffiniert: Wohnraum wird immer knapper und teurer – um dieser Herausforderung zu begegnen, sind in den letzten Jahren weltweit neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und Bauens entstanden. Die Ausstellung präsentiert die innovativsten Beispiele, zeigt neue Wohntypologien und Formen der Partizipation und stellt die beteiligten Architekten vor.

Wohnpark Alterlaa, Wien, 1973-85, Architektur: Harry Glück et al.

Wien

Originell: Erwin Wurm, der neben Brigitte Kowanz den Österreichischen Pavillon bei der Biennale in Venedig bespielt, fand in den frühen neunziger Jahren mit seinen performativen Skulpturen seine ganz eigene Ausdrucksform. Die Einzelausstellung im 21er Haus in Wien umfasst rund 40 dieser Skulpturen und Plastiken, dazu eine Reihe neuer Werke, die der österreichische Künstler eigens für die Schau erarbeitet hat.

Erwin Wurm: "House Attack", 2012, Performance

Zürich

Utopisch? Mit seinen raumfüllenden Installationen, die an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Naturwissenschaft entstehen, verfolgt Tomás Saraceno die Vision, natürliche Thermik für fliegende Behausungen zu nutzen. Als Reaktion auf globale ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen sind die Arbeiten des argentinischen Künstlers als Modelle zukünftiger, nachhaltiger Lebensformen zu verstehen. Parallel dazu würdigt das Museum das rund 50-jährige Schaffen des Baslers Jürg Stäuble, das im Umfeld der Konzeptkunst, Minimal und Land Art zu verorten ist.

Tomás Saraceno: "Eclipse of Aerocene Explorer", 2016, Performance Salar de Uyuni, Bolivien