Basel

Experimentierfreudig: Bekannt wurde der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans in den frühen neunziger Jahren mit heute ikonischen Bildern über das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Neben Porträts, Stillleben und Landschaftsbildern rückt die Ausstellung seine abstrakten Werke in den Fokus, die mit den Grenzen des Sichtbaren und des Mediums der Fotografie spielen.

Parallel dazu werden in den Museumsräumen und im Park "konstruierte Situationen" des deutsch-britischen Künstlers Tino Sehgal zu sehen sein. Diese werden von Interpreten und Interpretinnen umgesetzt, sie sind immateriell und flüchtig, zentral ist das Erleben der Situation selbst.

Wolfgang Tillmans: "Night Jam", 2013

Berlin

Toleranz: Die Ausstellung erzählt von der queeren autonomen Bewegung "Queerhana", die zwischen 2001 und 2009 mit kreativen Aktionen in Israel und Palästina auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machte. Die Bewegung bot jüdischen wie palästinensischen Queers ein politisches und soziales Zuhause, das diese in der israelischen Mainstream-Gay-Szene nicht finden konnten.

Queerhana: "This Is a Free Zone"

Bremen

Gutes Auge: Der Bankier August von der Heydt zählte zu den wichtigsten deutschen Sammlern des 20. Jahrhunderts und interessierte sich vor allem für Kunst abseits der akademischen Traditionen. Die Ausstellung spürt dem Einfluss nach, welche die Sammlungstätigkeit des Bankiers auf die Rezeption der deutschen Malerin Paula Modersohn-Becker hatte. Sie gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus.

Paula Modersohn-Becker: "Mädchen mit Kaninchen", 1905, Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Düsseldorf

Zwischen Fiktion und Wirklichkeit: Für die Ausstellung "Unreal" haben fünf internationale Künstlerteams am Computer surreale Kunstwelten erschaffen, die der Besucher über einen virtuellen Museumsanbau mit Datenbrille und Fernbedienung betreten kann. Die Debütausstellung dreht sich um erkenntnistheoretische Fragen: Wie ist Realität strukturiert? Wie lässt sich zwischen einer simulierten und authentischen Welt unterscheiden?

Giulia Bowinkel & Friedemann Banz: "VR 01"

Freiburg

Existenziell: Die Ausstellung "Gutes Sterben - Falscher Tod" im Museum für Neue Kunst beschäftigt sich mit der Endlichkeit des menschlichen Lebens. Zu sehen sind Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, darunter Damien Hirst, Kris Martin und Taryn Simon, die sich in ihren Arbeiten mit dem Sterben, dem Tod und den Toten auseinandersetzen.

Marcel Mieth: "Corrected Life Line", 2010

Goslar

Aufgerüstet: Die jüngste Gemäldeserie des deutschen Künstlers Martin Eder zeigt mit Schwert und Rüstung bewaffnete, moderne "Kriegerfrauen“. Der in Berlin lebende Maler macht so den allgegenwärtigen Kampf – wie er uns in den Medien, aber auch im alltäglichen Leben begegnet – zum Thema.

Martin Eder: "When Silence Falls", 2015, Öl auf Leinwand, 150 x 225 cm, Privatsammlung, Köln

Ludwigshafen

Abgetaucht: Die Gruppenausstellung "Die andere Seite – Erzählungen des Unbewussten" betont Übergänge zwischen Traum und Realität in der Kunst der Gegenwart. Motive des Fantastischen, Grotesken, Tragischen und Magischen kommen in verschiedenen Installationen zum Ausdruck und entführen in das Reich der menschlichen Psyche.

Thomas Feuerstein: "Sternenrotz" (Kinoskulptur), 2015, Glas, phosphoreszierender Schleim, Pumpe, PVC-Rohre, Hörspiel, Courtesy Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck/Wien

München

Gut kombiniert: Die in New York lebende deutsche Künstlerin Kerstin Brätsch verknüpft in ihrer Arbeit die Einflüsse des Digitalen mit kunsthistorischer Reflexion. In ihren großformatigen Gemälden, Diaprojektionen und raumgreifenden Videoinstallationen stellt sie Materialität und Körperlichkeit der Flüchtigkeit digitaler Bilder gegenüber.

Kerstin Brätsch: "Machine of Light", 2008, Öl auf Papier, 261,6 x 182,9 cm, Nini Bonavoglia Collection

Münster

Wer bin ich? Die multimedialen Arbeiten der US-amerikanischen Film- und Installationskünstlerin Wu Tsang kreisen stets um Identitätskonstruktion und Genderzugehörigkeit. Auch die Ausstellung in der Kunsthalle Münster wird sich mit der Frage beschäftigen, wie sich unsere Identität in der Konfrontation mit gesellschaftlichen Realitäten formt.

  • "Wu Tsang"
  • Termin: 27.5.2017 bis 1.10.2017
  • Kunsthalle, Münster

Wu Tsang: "Miss Communication and Mr:Re", 2014-2015, Contemporary Arts Museum Houston, USA

Remagen

Plastisch: Die Ausstellung "Vision. Creation. Obsession" widmet sich dem bedeutenden Künstler der Moderne Henry Moore. Der englische Bildhauer wurde durch seine großen, abstrakten Frauenskulpturen weltberühmt.

Henry Moore: "Oval with Points", 1968–70

Stuttgart

Vom Kalten Krieg zur Kunst: Die Ausstellung im Württembergischen Kunstverein bezieht sich auf einen Atomschutzbunker in Bosnien und reflektiert diesen Ort mit Blick auf historische wie aktuelle Themen. Titos Bunker, in den die Staats- und Armeeführung Jugoslawiens im Falle eines Atomkrieges hätte fliehen sollen, wurde zwischen 1953 und 1979 in der Nähe von Sarajevo errichtet. Heute wird der Bunker im Rahmen der örtlichen Biennale genutzt.

  • "Titos Bunker"
  • Termin: 27.5.2017 bis 6.8.2017
  • Württembergischer Kunstverein, Stuttgart

Vorne: Annalisa Cannito, "Silence is Violence", 2017; Hinten: Daniel G. Andújar, "Universitas", 2013; Ausstellungsansicht "4. Project Biennale", Konjic, 2017, Courtesy the artists

Wien

Gemeinsam stark? Die Ausstellung fragt sich vor dem Hintergrund zunehmender sozialpolitischer Spannungen, wie ein friedliches Zusammenleben weiterhin funktionieren kann. Über dreißig internationale Künstler wie August Sander, Paul Graham oder Wolfgang Tillmans beschäftigen sich ausgehend von persönlichen Erfahrungen mit den sich verändernden Verhältnissen zwischen Privatem und Politischem, Stillstand und Bewegung, Wirklichkeit und Utopie.

Paul Graham: "Beyond Caring", 1984/85, Courtesy Anthony Reynolds Gallery, London