Aachen

Echt männlich? In seinen Videoarbeiten untersucht der US-amerikanische Künstler Erik Levine die Gesellschaft auf Normen, Rituale und männliche Stereotypen. Auf einfühlsame wie rückhaltlose Art umkreist er dabei existentielle Themen wie Vergänglichkeit, Tod und Scheitern.

Erik Levine: "cocker", 2010, Videostill, Courtesy the artist

Berlin

Ich bin dann mal weg: Mit der kolonialen Expansion und dem aufkommenden Tourismus im späten 19. Jahrhundert reisten Fotografen noch aus reiner Entdeckerlust durch die Welt. Erst seit den zwanziger Jahren wurde das Reisen auch Anlass für die künstlerische Auseinandersetzung mit den kulturellen, politischen und sozialen Zuständen anderer Länder. Die Ausstellung präsentiert 180 historische und zeitgenössische Fotografien, die den Blick aus unterschiedlichen Perspektiven in die Ferne richten.

Wolfgang Tillmans: "JAL", 1997, Courtesy the artist

Berlin

Strukturiert: Die deutsche Konzeptkünstlerin Hanne Darboven schuf ihre Kunst nach Regeln, die sie der Mathematik entlieh. Die Ausstellung "Korrespondenzen“ gibt einmalige Einblicke in den Werkprozess der Künstlerin und zeigt eine Auswahl ihrer Zeichnungen, Zahlenkonstruktionen und seriellen Bildfolgen, die in Auseinandersetzung mit der Minimal und Conceptual Art entstanden sind.

Hanne Darboven: "Milieu 80", Posthum, 1987, Feder auf Papier und Collage, 56-teilig, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie

Bochum

Aufbruchsstimmung: Im Ruhrgebiet experimentierte die Künstlergruppe "junger westen“, darunter Gustav Deppe, Emil Schumacher und Heinrich Siepmann, mit Formen gestisch-abstrakter und konkret-konstruktiver Kunst und setzte damit wichtige Impulse für die deutsche Kunst nach 1945. Dabei hat sie der Kunstkritiker und Privatsammler Albert Schulze Vellinghausen mit großem Engagement publizistisch begleitet und durch Ankäufe unterstützt. Die Ausstellung widmet sich der besonderen Beziehung zwischen der Künstlergemeinschaft und ihrem Förderer.

Hans Werdehausen: "Ohne Titel", Öl auf Leinwand, Papier, Mischtechnik, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität, Bochum

Bremen

Isoliert: Bis 1853 konnte Europa lediglich über die Insel Dejima mit dem abgeschotteten feudalen Japan Handel treiben. So steht Dejima für eine Situation, in der kein freier Austausch und kein gleichberechtigtes Zusammenleben möglich war. Ausgehend von diesem historischen Umstand beschäftigen sich die teilnehmenden Künstler mit Fremdheit und Exklusion in einer globalisierten Welt.

Šejla Kamerić: "Liberty", 2015, Plexiglas, LED Lichter, Taubenspikes, 51 × 193 × 20 cm, Courtesy Galerie Tanja Wagner, Berlin

Dresden

Meister der Abstraktion: Die Ausstellung zeigt neue Gemälde von Gerhard Richter, die im letzten Jahr entstanden sind. Die insgesamt 26 Arbeiten knüpfen an die Werke der späten 1980er Jahre an und zeugen von einer leuchtenden und kleinteiligen Vielfarbigkeit. Neben Pinsel und Rakel sezt der deutsche Künstler hier auch Spachtel und die Holzstiele seiner Pinsel ein, wodurch bewegte Spuren in der Bildoberfläche entstehen.

Gerhard Richter: "Abstraktes Bild (947-3)", 2016, Courtesy the artist

Düsseldorf

Sportlich: Atemberaubende Landschaften, aufgeladene Orte, zu Helden stilisierte Fahrer - die Tour de France steckt voller Mythen, Legenden und Ikonen und lockte schon immer die besten Fotografen der Welt an. Die internationale Gruppenausstellung zeigt den fotografischen Blick von Andreas Gursky, Robert Capa oder John Vink auf das französische Radrennen.

Andreas Gursky: "Tour de France", 2007, Courtesy: Sprüth Magers

Hamburg

Pionierarbeit: Die Ausstellung würdigt den Expressionisten Max Pechstein mit rund 70 Werken als wegweisenden Vertreter der Moderne. Als einer der ersten deutschen Künstler rezipierte er die Ausdrucksmittel des französischen Fauvismus und wandelte sie in einen eigenständigen expressionistischen Stil um.

Max Pechstein: "Früher Morgen", 1911, Selinka-Stiftung, Ravensburg

 

Hamburg

Groß inszeniert: Das Haus der Photographie präsentiert das junge Œuvre des deutschen Fotografen Andreas Mühe, der sich in kühlen Bildern mit zeitgeschichtlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Die Ausstellung "Pathos als Distanz" beschäftigt sich mit den Stimmungsklischees der Deutschen, mit Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen.

Andreas Mühe: "Jagdhaus Honecker", 2016, aus der Serie "Jagd"

Ingolstadt

Vom Leichtgewicht zum Schwergewicht: "Anfang und kein Ende", die erste Ausstellung im Lechner Museum nach dem Tod seines Namensgebers, widmet sich erstmals den Ursprüngen von Alf Lechners Werk. Die Werkschau zeigt seine frühen Landschaftszeichnungen und Aquarelle und setzt diese in Dialog zum zeichnerischen und bildhauerischen Spätwerk des Künstlers.

Ansicht Lechner Skulpturenpark, Obereichstätt

Mannheim

Heilige Tradition: Gemeinsam mit der Universität Heidelberg und musealen wie wissenschaftlichen Einrichtungen des Vatikan zeigen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen mit diesem Ausstellungsprojekt eine umfassende Darstellung der Geschichte des Papsttums. Zu sehen sind über 330 Exponate.

"Portrait des Borgiapapstes Alexander VI", ca. 1495, Öl und Gold auf Holz, Musei Vaticani, Rom

Neumünster

Rebellion der Weiblichkeit: Etwa 50 Arbeiten aus allen Schaffensphasen geben Einblick in das Werk von Niki de Saint Phalle. Mit ihren überlebensgroßen, üppig geformten und farbenfrohen "Nanas" wurde die französisch-schweizerische Künstlerin weltberühmt.

Niki de Saint Phalle: "La tempérance", 1985, Polyester bemalt, 72 cm x 53 cm x 23 cm, Sprengel Museum Hannover

Wittenberg

500-jähriges Reformationsjubiläum: Anlass für etliche Museen, sich in ihren Ausstellungen mit religiösen Themen rund um Martin Luther und die Reformation zu beschäftigen. Hier unsere Auswahl:

Berlin, Kassel und Wittenberg

Religion und zeitgenössische Kunst treten in einen Dialog miteinander, Fragen nach sozialen und religiösen Reformprozessen und der heutigen Avantgarde werden thematisiert. Das Alte Gefängnis in Wittenberg wird von internationalen Künstlern wie Ai Weiwei, Ólafur Elíasson und Erwin Wurm in ein Zentrum der lebendigen Auseinandersetzung und der geistigen Freiheit verwandelt. Parallel dazu sind in der Berliner St. Matthäus Kirche Gilbert & George mit ihren "Scapegoating Images" zu sehen, Fotoarbeiten zum Thema Krieg und Religionskonflikt. In Kassel werden unterdessen Werke der indischen Künstlerin Shilpa Gupta und des Installationskünstlers Thomas Klipper gezeigt, die um Glauben, Flucht und die Würde des Menschen kreisen.

Güstrow

Die Künstler Lucas Cranach der Ältere und Lucas Cranach der Jüngere galten als die "Maler der Reformation“ und prägen bis heute unser Lutherbild. Neben Zeichungen und Druckgrafiken der Cranachs stehen 13 ihrer Gemälde im Zentrum der Ausstellung, die einen guten Einblick in das Schaffen der Maler ermöglichen.

Neuss

Die Ausstellung zeigt Grafiken, die zu Lebzeiten Luthers entstanden sind und anschaulich ausdrücken, welche religiösen Vorstellungen zu der damaligen Zeit vorherrschten. Weil die Bevölkerung nur zu einem sehr geringen Teil alphabetisiert war, waren es die Bilder, die Glaubensinhalte vermittelten.

Xu Bing: Fotomontage, Altes Gefängnis, Wittenberg

Wolfsburg

Reiselustig: Die Schau zeigt Papierarbeiten des deutschen Malers Emil Nolde, die auf seiner dreiwöchigen Japanreise im Jahr 1913 entstanden sind. Der Künstler erkundete das Land im Rahmen einer Expedition, die ihn zusammen mit seiner Frau Ada und einer Gruppe Wissenschaftler bis nach Neu-Guinea und Indonesien führte. Die Eindrücke, die er in Asien sammelte, schlagen sich noch lange nach dieser Reise in seinen Werken nieder. Zu seinem 150. Jubiläum widmen ihm sieben weitere Museen unter dem Motto "Nolde im Norden" eigene Ausstellungen innerhalb der kommenden zwei Jahre.

Emil Nolde: "Japanisches Theater“, 1914, Aquarell auf Japan, 23 x 32 cm, Städtische Galerie Wolfsburg