Basel / Riehen

Monet in den Musenräumen der Fondation Beyerle: Vor 90 Jahren starb der Maler der weltbekannten Seerosenbilder und hinterließ ein meisterliches Gesamtwerk: Landschaften am Mittelmeer, wilde Küsten, Heuhaufen, Seerosen, Kathedralen und Brücken im Nebel. Mit 50 Werken feiert die Fondation Beyeler den französischen Impressionisten (1840–1926) und mit ihm zugleich ihren eigenen 20. Geburtstag. Ein gelungener Paartanz, denn mit Spiegelungen und Schatten gelang es Monet, magische Stimmungen zu erzeugen – ähnlich wie Renzo Piano beim Bau des Beyeler-Museums.

Claude Monet: "Seerosen", 1916-1919

 

Berlin

Luther bewegte nicht nur Europa: Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen, Religionen und Lebensentwürfen? Wie haben sich Menschen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Auf rund 3000 Quadratmetern sind in der bislang größten Schau zum Protestantismus internationale Exponate teilweise erstmals in Deutschland zu sehen. Sie illustrieren die globale Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus zwischen den Kulturen. Eine weltumspannende Geschichte um den Protestantismus, die um 1500 einsetzt und bis in die Gegenwart reicht. Ergänzende Ausstellungen finden zudem ab Mai 2017 auf der Wartburg in Eisenach und in der Lutherstadt Wittenberg statt.

"Martin Luther im Kreise von Reformatoren", 1625/1650

Berlin

Spannender Einblick in die Korrespondenzen Hanne Darbovens: Anlässlich einer Schenkung von Susanne und Michael Liebelt werden 15 Werke und Werkkomplexe aus allen Schaffensphasen von Hanne Darboven ab Mai in Berlin ausgestellt. Nach ihrem Aufenthalt in New York 1966/67 entwickelte Darboven ein System der Quersummenberechnungen von Tagesdaten, das fortan die Basis ihres konzeptuellen Schaffens bildete. Ein Augenmerk der Ausstellung ist die Korrespondenz aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren, die die Entstehung dieses einzigartigen Aufschreibesystems zugänglich macht. Ergänzt wird die Ausstellung im Hamburger Bahnhof um Arbeiten von Darbovens Künstlerkollegen wie Carl Andre, Daniel Buren und Sol LeWitt aus der Sammlung der Nationalgalerie, des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek.

Hanne Darboven: "Milieu >80< Posthum", 1987

 

 

 

 

Berlin

Eindruckvolle Portraits aus China: Die erste Ausstellung in Europa zur chinesischen Porträtmalerei kündigen die Staatlichen Museen zu Berlin an. Im Kulturforum werden ab 11. Oktober die «Gesichter Chinas» zu sehen sein. Die mehr als 100 monumentalen Bildnisse stammen aus dem Palastmuseum Peking und dem Royal Ontario Museum Toronto. Die chinesische Porträtmalerei erlebte ihre Blütezeit nach der Ankunft des Italieners Matteo Ricci im Jahr 1583. Der Jesuit kam eigentlich, um zu missionieren, beeindruckte die Chinesen aber viel mehr mit seinen wissenschaftlichen Kenntnissen und technischen Fähigkeiten. So wurde er zu einem der ersten Vermittler zwischen den beiden Kulturen.

  • Gesichter Chinas. Chinesische Porträtmalerei der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1912)
  • 11. Oktober 2017 – 8. Januar 2018
  • Kulturforum, Sonderausstellungshallen

Anonymer Maler: "Porträt des Yang Moulin", um 1600

Bonn

Comic-Größen in Bonn: Ohne den Comic-Auftrag für die Chicago Tribune 1906 wäre Lyonel Feininger vielleicht nie der moderne Maler und Bauhaus-Professor geworden, als den wir ihn heute kennen: Feininger nahm den Auftrag an, verließ Berlin und mietete ein Atelier in Paris, wo er zum ersten Mal der künstlerischen Avantgarde der Zeit begegnete.  Die Bundeskunsthalle in Bonn - eine der besucherstärksten deutschen Ausstellungsstätten - hat sich in den vergangenen Jahren mit jungen Themen neue Zielgruppen erschlossen. Die größte Comic- und Manga-Ausstellung, die es je in Deutschland gegeben hat - das verspricht sie nun ab Mai. Man widmet sich hier der Comic-Geschichte. Die Ausstellung versucht einen Bogen zu spannen von täglichen Kurzepisoden in amerikanischen Zeitungen im 19. Jahrhundert über die Superhelden der 1930er Jahre, dem Franzosen Asterix bis hin zu Graphic Novels und Manga. (dpa)

Lyonel Feininger: "Wee Willie Winkie's World", Sonntagsseite The Chicago Tribune, 26. August 1906
 

 

Düsseldorf

Die dunkle Seite des Porträts: "Du musst alles selber sein!", sagte der deutsche Künstler (1891–1969). Wie besessen malte und übermalte Otto Dix seine
Bilder vom Krieg, über Prostitution und Hunger. Er wurde so zum Chronisten der Weimarer Republik, jetzt wird der 125. Geburtstag des schonungslosen Wirklichkeitsfanatikers gefeiert. Den Fokus haben die Kuratoren des K20 auf die explosiven Schaffensjahre in Düsseldorf ab 1922 gelegt. Etwa 200 Gemälde, Aquarelle und Grafiken sind dort zu sehen. Damit präsentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erstmals eine monografische Ausstellung über diese außerordentlich produktiven Jahre des Künstlers.

Fotograf unbekannt: "Otto Dix", 1919

Düsseldorf

Cranachs malerische Reformation: Ohne das Marketing der Malerwerkstatt Cranachs d. Ä. (um 1472–1553) hätte es die Reformation so nicht gegeben. 250 Werke dokumentieren die maßgebliche Rolle des Netzwerkers Cranach bei der Verbreitung der Reformation und sein geschicktes Agieren im Dienste seiner fürstlichen Auftraggeber. Die Schau "Cranach. Meister – Marke – Moderne" nimmt den Künstler in seiner Gesamtheit und Modernität in den Blick und beleuchtet seinen Einfluss bis in die Kunst der Gegenwart mit Werken von Albrecht Dürer bis Andy Warhol.

Lucas Cranach der Ältere: "Caritas", um 1537

Kassel

Neue Methoden - Von Athen nach Kassel: Ist es sinnvoll, die documenta nicht nur am Stammplatz Kassel, sondern gleichberechtigt dazu auch in der gebeutelten griechischen Hauptstadt Athen stattfinden zu lassen? Ab April kann diese Frage nun endlich anhand der konkreten Schau diskutiert werden: Der künstlerische Leiter Adam Szymczyk hat rund 100 Künstler eingeladen, in Athen auszustellen, es wird um Theater, Performance und Masken gehen, um Flüchtlinge, Emanzipation von Minderheiten und das kulturelle Konstrukt des "Südens". Im Juni folgt dann Teil 2 in Kassel. Für 100 Tage ist Kassel dann wieder das Zentrum der Kunstwelt, zu dessen Schauplätzen gehört neben dem Fridericianum und der Neuen Galerie, auch die strukturschwache Kasseler Nordstadt. (dpa, art)

  • documenta 14
  • Athen 8. April bis 16. Juli 2017 / Kassel 10. Juni bis 17. September 2017
  • Kassel Fridericianum

Freddie F.: "Methodos, Athen" (Foto)

Münster

Neues im öffentlichen Raum: Ab Juni findet die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte in Münster statt. Das internationale Ausstellungsformat, das alle zehn Jahre realisiert wird, ist ein wichtiger Impulsgeber für Kunst im öffentlichen Raum. Die Initiatoren Klaus Bußmann und Kasper König, die 1977 zum ersten Mal in Münster mit kontroversen Skulpturen im Stadtraum schockierten, diskutieren in der aktuellen Ausgabe Themen wie unsere globale Gegenwart und vergessen dabei nicht über zeitgenössische Begriffe von Skulptur zu reflektieren. Das Erforschen der Grundbedingungen von Öffentlichkeit zieht zu jeder Ausgabe hundertausende Kunstbegeisterte aus aller Welt nach Westfalen. Neben Installation wie Justin Matherlys monumentaler Skulptur zum so genannten Nietzsche Felsen werden für 2017 auch Arbeiten realisiert, die eher aus dem Bereich der ephemeren und lebendigen Künste kommen. Alexandra Pirici, Michael Smith, Emeka Ogboh verhandeln Konzepte wie das nationale Gedächtnis, präsentieren Subtiles wie eine ortsbezogene Soundarbeit und bieten ein großes Potenzial von sozialer Interaktion.

Peles Empire: "Projektskizze für Skulptur Projekte 2017", 3D-Modell, Vorderansicht

Frankfurt

Verräterische Bildwelt: Die große Schau in der Schirn Kunsthalle des belgischen Surrealisten René Magritte (1898– 1967) beleuchtet seine zentralen Bildformeln, die sich mit der Mythologie der Erfindung der Malerei befassen. Er malte im heimischen Wohnzimmer, "von Tisch, Tür und Ofen eingezwängt", aber ohne je auch nur auf den Teppich zu tropfen. Magritte war ein ordentlicher Mensch. Sorgfältig ging der Surrealist auch bei der intellektuellen Untermauerung seiner hochkomplexen Rätselbilder vor. Die Schau "Magritte. Der Verrat der Bilder" will diese Ideenwelt ergründen. Die ambitionierte Ausstellung in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt wurde gemeinsam mit dem Centre Pompidou in Paris entwickelt. (dpa, art)

René Magritte: "La Lampe philosophique", 1936

Wien

Geschmack ist Einstellungssache: Im Februar wird sich der prunkvolle Winterpalais des Belvedere in Wien dem Diskurs über das Vulgäre widmen. Konzipiert ist die Schau von Kuratorin Judith Clark und dem Psychoanalytiker Adam Philips. Die Schau beschäftigt sich mit der Frage des guten Geschmacks in der Mode. Was gestern mit Vulgarität gleichgesetzt wurde, kann heute schon als hip inszeniert werden. Die Ausstellung umfasst Leihgaben aus aller Welt und Beiträge von Designern wie Christian Dior, Louis Vuitton und Vivienne Westwood. (dpa, art)

Dior by John Galliano: "Haute Couture autumn/winter", 1998 –1999

 

Wittenberg

Auf den Spuren Luthers: 500 Jahre nach dem Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche ist die Lutherstadt ab 13. Mai Schauplatz einer großen Ausstellung mit über 1000 Originalexponaten rund um den Reformator. Darunter sind seine Predigtkanzel, seine Mönchskutte und der Brief, den er am 31. Oktober 1517 an seinen geistlichen Vorgesetzten, Kardinal Albrecht von Brandenburg, schrieb. Altarbilder und Gemälde von Lucas Cranach sind weitere Höhepunkte. Passender Ort für die Schau ist das Augusteum, eines der am besten erhaltenen Universitätsgebäude aus dem 16. Jahrhundert. (dpa)

"Mantel aus Elchleder Gustav II. Adolf", 1. Hälfte 17. Jh.

Zürich

Kirchners Berliner Jahre: Das Kunsthaus Zürich vereint ab Februar 160 Werke des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Dabei steuern Museen aus ganz Europa, den USA und Australien Gemälde bei. Die Ausstellung widmet sich im Besonderen der Zeit von 1911 bi 1917, in der Kirchner in der Metropole Berlin lebte und sich in den Sommermonaten auf die Ostseeinsel Fehmarn zurückzog. Hier wie dort scherte er sich wenig um die Konventionen des Wilhelminischen Kaiserreichs, und obwohl beide Orte so unterschiedlich waren, inspirierten sie ihn gleichermaßen. (dpa)

Ernst Ludwig Kirchner: "Die Strasse", 1913

Wien

Erste monographische Schau von Raffael in Österreich: Raffael zählt neben Leonardo da Vinci und Michelangelo zu den bedeutendsten Meistern der Kunstgeschichte. Nur von Dürer und Schiele besitzt die Albertina mehr Hauptwerke als von Raffael. Die großangelegte Herbstschau nimmt diesen kapitalen Bestand von mehr als 60 seiner beeindruckendsten Handzeichnungen zum Ausgangspunkt einer umfassenden Ausstellung, die von den ersten spontanen Ideenskizzen über virtuose Details- und Kompositionsstudien bis zu den ausgeführten Gemälden reicht. Es ist die erste monographische Schau, die Raffaels Werk in Österreich präsentiert. Es sind beeindruckende Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen. Raffaels Denk- und Arbeitsprozesse vom Entwurf bis hin zur endgültigen Komposition illustrieren nicht nur meisterhafte Zeichnungen, vertreten sind ebenso rund 20 Gemälde, die zugleich einen Überblick über das malerische Schaffen des Künstlers geben.

  • Raffael
  • 29. September 2017 bis 7. Januar 2018
  • Albertina

Raffael: "Die Madonna mit dem Granatapfel", um 1504