Baden-Baden

Ein Künstler und Revolutionär: Andreas Achenbach führte ein glanzvolles und langes Künstlerleben (1815 - 1910) mit prestigeträchtigen Aufträgen und großem kommerziellen Erfolg. Trotzdem bewahrte er sich seine revolutionäre Lebenseinstellung, blieb seiner freiheitlichen Gesinnung treu und lehnte die Erhebung in den Adelsstand ab. Mit Gemälden, Aquarellen, Ölstudien, Skizzenbüchern sowie Druckgrafiken des deutschen Künstlers der Düsseldorfer Malerschule spürt eine Ausstellung in Baden-Baden nun der turbulenten politischen Zeit eines ganzen Jahrhunderts nach.

Andreas Achenbach: "Küstenlandschaft", 1837, Öl auf Leinwand

Berlin

Neue Väter: Jeder Künstler hat Vorbilder. In der Kunstgeschichte werden diese zu großen Teilen von einer Vaterfigur verkörpert. Eine internationale Gruppenausstellung in Berlin hinterfragt diese autoritäre, weiße und heteronormative Figur, die die Entwicklung unzähliger künstlerischer Potentiale beeinflusst hat und es bis heute tut. Der patriarchale Kanon des traditionellen Vaterbildes wird aufgebrochen und die Künstler suchen nach flexiblen und vielseitigen Alternativen zu dieser Symbolfigur.

Aleksandra Mir: "Astronaut #09-054", 2009

Berlin

Mutig, mutiger, Miller: Sie fotografierte als eine der Ersten die Befreiten in den Konzentrationslagern Dachau und setzte sich in Hitlers Badewanne in München. Lee Miller war eine ungewöhnliche Frau – nicht nur für ihre Zeit. Sie wurde nicht nur als Assistentin, Muse und Partnerin von Man Ray berühmt, sondern vor allem als Pionierin der Kunstfotografie und als Fotojournalistin während des Zweiten Weltkriegs. Eine Berliner Ausstellung zeigt rund 100 Aufnahmen, die das Leben der US-amerikanischen Fotografin aus unterschiedlichen Perspektiven veranschaulichen.

Lee Miller: "Brandschutzmasken, London, England", 1941

Berlin

Von wegen digitales Zeitalter: Wenn man bei einem Computerspiel für Fehler mit echten physischen Schmerzen bestraft wird, sich beim Flippern der Kopf auf der Kugellaufbahn befindet oder ein Labyrinth nur mit der Stimme gelöst werden kann, dann befindet man sich in der interaktiven Kunstwelt des Duos "//////////fur////". Die Gamedesigner, Medienkünstler und -kritiker Volker Morawe und Tilman Reiff entwickeln multisensorische Computerspiele mit dem Ziel, Kunst physisch erfahrbar zu machen. Die Ausstellung ist eine Initiative des Goethe-Instituts und hat ihre Deutschlandpremiere im Museum für Kommunikation in Berlin.

Volker Morawe und Tilman Reiff: "facebox"

 

Essen

Abseits der Provokation: Als Autor und Karikaturist ist Tomi Ungerer oftmals provokativ, explizit und scharfzüngig, seine beliebten Kinderbücher sind schlicht und humorvoll. Weitgehend unentdeckt ist jedoch sein künstlerisches Werk abseits der Zeichnung und Illustration. Eine Schau in Essen beleuchtet nun die Collagen, Assemblagen und Plastiken des Franzosen.

Tomi Ungerer: "The Bait", 2010, Collage, 44,5 x 33,3 cm

Kassel

Mit Zeichnungen die Natur erfahren: Die Zeichenkunst gilt in der Romantik als ein essentielles künstlerisches Ausdrucksmittel. Damit werden poetische Empfindungen mit eindringlicher Beobachtung der Wirklichkeit verbunden. Eine Ausstellung in Kassel mit romantischen Zeichnungen aus dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt lassen den Geist dieser Epoche wiederauferstehen, die von verschiedenartigen Weltanschauungen geprägt, und dabei doch auf die unmittelbare subjektive Naturerfahrung fokussiert war.

Johann Heinrich Schilbach: "Felsenküste auf Capri", 1825, Feder und Aquarell über Bleistiftskizzierung

 

Köln

Kölns Kolonialisierung: In einem pseudo-dokumentarischen Projekt gehen die beiden Künstler Peter Güllenstern und Jürgen Stollhans der urbanen Transformation des Mülheimer Hafens von Köln nach. Protagonist dieses Projekts ist die fiktive Figur des Lucius Okeh, der in eine neue Welle der Kolonialisierung verstrickt ist. Die Ausstellung untersucht auch die historischen Umstände, die diesen Ort prägten. Im Rahmen des Festivals untersuchen neben der Ausstellung auch Diskussionen, Performances und Filme die koloniale Vergangenheit Kölns und die deutsche Integrationspolitik.

  • Pluriversale / Afrikahafenfest
  • 19. März bis 24. Juni 2016
  • Eröffnung am 18. März 2016 um 19:00 Uhr
  • Academyspace, Köln

Exemplarisches „Nicht-verstanden-sein“ (production still)

Krefeld

Der Mensch und die Erde: "Kräfte hinter den Formen" – dieser Titel, geht auf den Künstler und Geologen Per Kirkeby zurück. Er bezieht sich auf die Erdgeschichte, die Natur, und den Einfluss, den die Menschheit darauf hat. Eine Ausstellung in Krefeld widmet sich der Auseinandersetzung mit physikalischer Materie, Formkräften und prozesshaften Strukturen in der zeitgenössischen Kunst und zieht dabei auch aktuell brisante Debatten um globale Erwärmung, Umweltzerstörung und Ausbeutung der Naturressourcen mit ein. Dabei kommen unter anderem Werke von Ólafur Elíasson, Katie Paterson oder Giuseppe Penone zusammen.

Julian Charrière: "The Blue Fossil Entropic Stories (1)", 2013

Leipzig

Grafikkunst: Zum viertel Mal findet das dreitägige Comic- und Grafikfestival "Millionaires Club" parallel zur Leipziger Buchmesse statt. Etwa 40 internationale Künstler stellen neben Lesungen, Vorträgen und Workshops ihre aktuellen und neu publizierten Werke sowie die dazugehörigen Originalzeichnungen aus. Die vielseitigen Positionen werden durch die Plattencover des amerikanischen Zeichners und Folkmusikers Michael Hurley ergänzt.

Aisha Franz: aus "Shit is real", 2015

Stuttgart

Vorreiter des Surrealismus: Giorgio de Chirico ist der Begründer der metaphysischen Materie für die Kunst der europäischen Avantgarde und somit ein wichtiger Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts. In einer großen Schau in der Staatsgalerie Stuttgart wird die Bedeutung des italienischen Malers und Grafikers verdeutlicht – seine Werke werden durch die zahlreicher Künstler des Dadaismus, des Surrealismus und der neuen Sachlichkeit ergänzt.

Giorgio de Chirico: "Der große Metaphysiker", 1917, Öl auf Leinwand, 104,8 x 69,5 cm

Wien

Ein Raum für alle: Die antielitäre Inszenierung "Opera publica" schafft mit 40 zeitgenössischen Positionen eine Ausstellung, die ihre Besucher auf Augenhöhe trifft. Das Spiel mit den Worten Oper, Republik und publik ist hierbei das Leitmotiv der bildhaften Gesamtinszenierung, die sich mit dem öffentlichen Raum und Gesellschaftsschichten auseinandersetzt. Übrigens: "Opera publica" ist die letzte Ausstellung im Künstlerhaus vor der zweijährigen Sanierungsphase des Gebäudes.

  • Opera publica
  • 19. März bis 17. April 2016
  • Eröffnung am 17. März 2016 um 19:00 Uhr
  • Künstlerhaus, Wien

Marko Markovic: "American Spring", 2012, Video

Zürich

Dada aus aller Welt: Formen, Texte und Musik aus Afrika, Ozeanien, Asien und Amerika dienten den Dadaisten als Inspirationsquelle für Kunstwerke, die sich auf die Abstraktion und Ursprünglichkeit konzentrieren. Im Rahmen des 100-jährigen Dada-Jubiläums im Zürich widmet sich eine Ausstellung im Museum Rietberg diesem kaum erforschten Thema.

Hannah Höch: ohne Titel (Aus einem ethnographischen Museum), 1930