Aachen

Kleine Eindringlinge: Die windigen Echsen, wuseligen Raupen und surrenden Fliegen in den bezaubernden Blumen- und Früchtebouquets von Balthasar van der Ast fallen erst auf den zweiten Blick auf. Der niederländische Meister setzte auch als erster Schneckenhäuser und Muscheln in seine Stillleben – diese galten zu seinen Lebzeiten als besonders exotische Kostbarkeiten. Eine Einzelausstellung in Aachen zeigt sie im Vergleich mit einigen Stücken seines Lehrmeisters Ambrosius Bosschaert.

  • Schöner als die Wirklichkeit
  • 10. März bis 5. Juni 2016
  • Eröffnung am 9. März 2016 um 17:00 Uhr
  • Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen

Balthasar van der Ast: "Früchtebouquet, Papagei und Schneckenhäuser"

Berlin

Ausnahmeporträt: Heidi Specker befasst sich in ihrer Fotografie eigentlich nicht mit Menschen, sondern vielmehr mit Menschengemachtem. Für eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie machte sie eine Ausnahme und porträtierte Personen ihres Umfeldes. Dabei muss aber nicht immer ein Gesicht im Fokus liegen, auch Pullover mit Katzenprint und türkis gefärbte Haare sind aussagekräftig genug für ein Porträt. Die siebzigteilige Reihe setzt sich mit Nähe und Distanz, Abhängigkeits- und Machtverhältnissen sowie Präsentation und Selbstdarstellung auseinander. Die eigens für diese Ausstellung geschaffenen Porträts werden älteren Werken zum Thema Landschaft und Architektur gegenübergestellt.   

  • Heidi Specker – In Front Of. Fotografien 2005/2015
  • 11. März bis 11. Juli 2016
  • Berlinische Galerie

Heidi Specker: "Katze" aus der derie "In Front Of", 2015

Berlin

Datenkontrolle: Das Verhältnis von Mensch und Maschine ist ein aktuell weit verbreitetes Künstlermotiv. Mehr als 40 zeitgenössische Positionen über Selbst-Quantifizierung und die Rekonstruktion von Identität in einer digitalisierten Gesellschaft werden jetzt im Berliner Haus der Kulturen der Welt gezeigt. Die Ausstellung bietet mit interaktiven Räumen und Diskussionsrunden außerdem die Möglichkeit, sich mit der Kontrolle der eigenen Daten auseinander zu setzen.

  • Nervöse Systeme. Quantifiziertes Leben und die soziale Frage
  • 11. März bis 9. Mai 2016
  • Eröffnung am 10. März um 19:00 Uhr
  • Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Julian Previeux: Filmstill aus "Patterns of Life", 2015, Video, 16 Minuten

Düsseldorf

Körperwelten: Auch in Düsseldorf geht es um die Mensch-Maschinen-Beziehung – im weitesten Sinne. Eine Schau im NRW-Forum untersucht die Wechselwirkungen von Körperdarstellung und Selbstwahrnehmung im Zeitalter des Internets. Die Ausstellung fragt nach den Formensprachen dieser Entwicklung und dem Verhältnis des digital dargestelltem Körpers in einer virtuellen Realität zu seinem materiell existierenden, natürlichen Gegenpart im Real Life.

  • Virtual Body: Der Mensch in der Digitalen Kunst
  • 13. März bis 17. April 2016
  • Eröffnung am 11. März 2016 um 19:00 Uhr
  • NRW-Forum, Düsseldorf
Gazira Babeli: "Come Together", 2007

Frankfurt

Egozentriker: Selbstbildnisse in der Kunst gab es bereits in der Antike und spätestens seit der Renaissance gehören sie zum festen Repertoire. Doch wie können sich Künstler heutzutage, in Zeiten der permanenten Selbstdarstellung in den sozialen Medien, dem Selbstporträt auf originelle und zeitgemäße Art annähern? Die Schau in der Frankfurter Schirn Kunsthalle zeigt 40 zeitgenössische Positionen zur Selbstbefragung, die das Ich auf experimentelle, ironische oder dekonstruktive Weise erkunden.

  • ICH
  • 10. März bis 29. Mai 2016
  • Eröffnung am 9. März 2016 um 19:00 Uhr mit einem Konzert von Voodoo Chanel
  • Schirn Kunsthalle, Frankfurt

Thorsten Brinkmann: "Brinkmann", 2006, Karton, Sneaker, Plastikbeine und Jeans des Künstlers, 193 x 40 x 34 cm

Halle (Saale)

Sammlerliebe: Das Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler spezialisierte sich zwischen den Zehnern und Dreißigern auf das Sammeln und Fördern nachimpressionistischer Kunst. Das Besondere an dieser Sammlung ist die tiefe freundschaftliche Beziehung des Paars mit den Künstlern, deren Werke sie erwarben und mit denen sie in regem Austausch standen. Etwa 150 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Bronzegüsse aus der Sammlung, die sich in Winterthur befindet, werden nun in einer Ausstellung in Halle gezeigt.

  • Magie des Augenblicks. Van Gogh, Cézanne, Bonnard, Vallotton, Matisse. Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler
  • 12. März bis 11. September 2016
  • Kunstmuseum Moritzburg, Halle (Saale)

Félix Vallotton: "Die Weiße und die Schwarze", 1913, Öl auf Leinwand, 114 x 147 cm

Hamburg

Ausdruck des Geistes: Jorge Rando lässt mit seinen farbintensiven Gemälden den Expressionismus wieder auferstehen. Mit seinem gestischen Stil reflektiert der in Deutschland lebende Spanier Spiritualität und Mystik als Möglichkeit zur Orientierung in der Welt.

  • Jorge Rando – Passion. Neuer Expressionismus aus Spanien
  • 13. März bis 19. Juni 2016
  • Ernst Barlach-Museum, Wedel bei Hamburg

Jorge Rando: ohne Titel, 2005-2006, Aquarell, 71 x 62 cm

Hannover

Abgespeichert: Der Digitalisierung unserer Gesellschaft kann man kaum noch entgehen. Die Diskurse um Netzwerke, digitale Archivierung und die Ökonomisierung von Daten bündelt eine Ausstellung im Kunstverein Hannover, in der sich zeitgenössische Künstler mit der Vernetzung der Welt auf verschiedene Weisen auseinander setzen. Die Ausstellung wird durch ein Symposium zum Thema Archivierung ergänzt.

  • Digital Archives
  • 12. März bis 29. Mai 2016
  • Eröffnung am 11. März 2016 um 20:00 Uhr
  • Kunstverein, Hannover

Ingo Mittelstaedt: "Martel S." (Detail), 201, Cyanotypie auf Seide

Kiel

Wendekinder: Als "dritte Generation Ostdeutschland" werden diejenigen bezeichnet, die in den Siebzigern und Achtzigern in der DDR geboren wurden und die Wende und die deutsche Wiedervereinigung in ihrer Jugend und Adoleszenz miterlebten. Den Fragen, ob und wie sich diese Umbruchserfahrungen auf die künstlerische Praxis von Fotografen dieser Generation ausgewirkt haben, geht jetzt eine Ausstellung der Stadtgalerie Kiel nach.

  • Der Dritte Blick. Fotografische Positionen einer Umbruchsgeneration
  • 12. März bis 9. Mai 2016
  • Stadtgalerie Kiel

Ina Schoenenburg: ohne Titel, aus der Serie "Blickwechsel“, 2012-2015

Kleve

Nichts wie raus: Die unberührte Natur inspirierte Künstler des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts zur Freilichtmalerei. In den Niederlanden entstanden sogar kleine Künstlerkolonien auf dem Land, die sich auf die Landschaftsdarstellung im Freien konzentrierten. Das Museum Schloss Moyland zeigt eine Ausstellung mit Werken aus dem Sammlungsbestand der Brüder, Kunsthistoriker und Künstler Hans und Franz Joseph van der Grinten und der Sammlung des Niederländers Pim Kwak.

  • Im Freien. Niederländische Landschaft um 1900
  • 13. März bis 5. Juni (Sammlung van der Grinten)
  • 13. März bis September 2016 (Sammlung Kwak)
  • Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau bei Kleve

Bonifatius Cornelis Schneiders van Greiffenswert: "Wotanseichen am Wolfhezer Bach", undatiert (um 1835)

Leverkusen

Dynamisches Duo: Sigmar Polke und Gerhard Richter – die beiden Künstler verband seit ihrem Studium eine enge Freundschaft, aus der eine jahrelange Zusammenarbeit in den Sechzigern entstand. Auch wenn die Stile der beiden Götz-Schüler in den Siebzigern auseinander gingen, finden sich selbst in späteren Werken Berührungspunkte. Eine Schau im Museum Morsbroich, für dessen Erhalt sich Richter zuletzt stark machte, bringt die beiden deutschen Giganten wieder zusammen.

  • Sigmar Polke – Gerhard Richter. Schöne Bescherung
  • 13. März bis 28. August 2016
  • Eröffnung am 13. März 2016, 12:00 Uhr
  • Museum Morsbroich, Leverkusen

Sigmar Polke (hinten) und Gerhard Richter (vorne) 1966

München

Mechanische Frauen: Die deutsche Künstlerin und Musikerin Michaela Melián spannt aus einer Vielzahl kulturgeschichtlicher, popkultureller und gesellschaftspolitischer Referenzen ein komplexes Netz an Bedeutungen, Erzählungen und möglichen Lesarten über Frauenfiguren. Als Ausgangspunkt dient dabei die fiktive Figur der Olympia aus der Oper "Hoffmanns Erzählungen" von 1881, eine mechanische Puppe, die ihren Schöpfer überfordert und deswegen zur Strecke gebracht werden muss.

  • Michaela Melián. Electric Ladyland.
  • 8. März bis 12. Juni 2016
  • Lenbachhaus, München

Michaela Melián: "Electric Ladyland" (Ausschnitt), 2016

Salzburg

Im Plakat-Fieber: Um 1900 fand der Jugendstil in der Plakatkunst sein ideales Medium. Die Begeisterung für farbige Bildplakate, die "Affichomanie", breitete sich schon seit etwa 1870 von Frankreich auf weitere europäische Länder und die USA aus. Zahlreiche Künstler gestalteten Werbeplakate für Ausstellungen, Produkte und Veranstaltungen – der bekannteste unter ihnen ist Henri de Toulouse-Lautrec.

  • Affichomanie. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900
  • 12. März bis 10. Juli 2016
  • Museum der Moderne, Mönchsberg, Salzburg

Théophile-Alexandre Steinlen: "Tournée du Chat Noir", 1896, Farblithografie, 139 x 97,8 cm

St. Gallen

Minimal-Pop: Das künstlerische Œuvre von Gerwald Rockenschaub bezieht sich stets auf die Technologisierung der Kunst. Sowohl als DJ wie auch als Maler setzt er auf die Ästhetik des Minimalen, kombiniert mit popkulturellen Elementen. In seinen digitalen Bildwelten, die nun im Kunstmuseum St. Gallen präsentiert werden, schafft er ein eigenes visuelles Vokabular und hinterfragt eine fundamentale Grundlage der Kunst: Zeichen.

  • Gerwald Rockenschaub. Blubberry Fields (Orphaned Selec + 1)
  • 12. März bis 19. Juni 2016
  • Eröffnung am 11. März um 18:30 Uhr
  • Kunstmuseum, St. Gallen

Gerhard Rockenschaub: Installationsansicht von "Blueberry Fields (Orphan Selec + 1)" im Kunstmuseum St. Gallen

Wien

Formkunst: Welche Vorbedingungen führen zu der Entstehung eines Kunststils? Das fragt eine Schau im Wiener Belvedere, die sich auf die wesensähnliche Kunst der Donaumonarchie konzentriert. Zahlreiche Künstler von der konkreten und formorientierten bis zur ungegenständlichen Malerei werden unter Einbezug ihres jeweiligen intellektuellen, philosophischen und wissenschaftlichen Kontexts präsentiert.

  • Klimt, Kupka, Picasso und andere – Formkunst
  • 10. März bis 19. Juni 2016
  • Belvedere, Wien

Gustav Klimt: "Dame in Weiß", 1917/1918, Öl auf Leinwand 70 x 70 cm