Baden-Baden

Geld regiert die (Kunst-)Welt: Wohl oder übel, auch Künstler müssen sich mit ihren Finanzen auseinandersetzen – ob es nun um die Preise ihrer Werke oder um die gesellschaftliche Kritik am Geldsystem geht. Eine Ausstellung in Baden-Baden zeigt genau das ausgehend von einer frühen italienischen Darstellung aus Siena von 1286, über Fotografien aus dem New York des späte 19. Jahrhunderts bis hin zu Werken, die kurz vor oder während der jüngsten Finanzkrise entstanden sind.

Marinus van Reymerswaele: "Die Steuereintreiber", ca. 1590, Öl auf Holz, 100 x 76 cm

Berlin

Kalt, kälter, Krieg: Paranoia, Überwachung und stete Wachsamkeit gegenüber dem Feind – solche Schlagworte kommen unmittelbar bei Martin Roemers Fotografien auf. Die zwischen 1998 und 2009 entstandenen Aufnahmen des niederländischen Fotografen sind auf der Suche nach Spuren des Kalten Krieges in ganz Europa. Sie führen uns zu verlassenen Bunkeranlagen, Truppenübungsplätzen und technischen Installationen, Überwachungseinrichtungen und Gedenkorten aus West und Ost.

Martin Roemers: "Lettland, Ligat, Konferenzraum in einem unterirdischen Atomschutzbunker", Ligat 2006

Bochum

Polnische Avantgarde: Zwischen den sechziger und achtziger Jahren blühte im westpolnischen Wroclaw, zu deutsch Breslau, eine vielseitige Avantgarde-Kunstszene auf. 2016 wird die schlesische Metropole zur Kulturhauptstadt Europas. Eine Ausstellung im Kunstmuseum Bochum zeigt die künstlerischen Tendenzen von damals, zwischen Konzeptkunst, Feminismus und Mail-Art und verknüpft diese mit zeitgenössischen Positionen aus der Stadt.

  • Wilder Westen. Die Geschichte der Avantgarde in Wroclaw.
  • 5. März bis 8. Mai 2016
  • Kunstmuseum Bochum

Krysztof Zarębski: "Autohemo", 1976

Bonn

Tanz war ihr Leben: Mitte der siebziger Jahre revolutionierte eine junge Frau die Bühnen Wuppertals. Pina Bausch beeinflusste die Welt des Tanzes maßgeblich, die Pionierin des modernen Tanztheaters schuf Choreografien zwischen Liebesschmerz, Geschlechterkampf und kollektivem Aufbegehren. Dabei galt stets ihr Credo: "Mich interessiert nicht, wie sich Menschen bewegen, sondern was sie bewegt“. Die Bonner Ausstellung dokumentiert das Leben und Schaffen Pina Bauschs mit Fotografien, Videoaufnahmen, Dokumenten und Objekten und lässt ihren Geist mit Performances in einer Nachbildung der Wuppertaler Proberäume wieder aufleben.

Aufführung des Pina Bausch-Stücks "Vollmond", Wuppertal, Mai 2006

Essen

Nur Geduld: Menschliche Fortschrittsfantasien stehen oft in einem Spannungsfeld zwischen Natur und Politik. Mit rund 35 großformatigen Aufnahmen von Industrieanlagen, Forschungszentren oder Operationssälen widmet sich der deutsche Fotograf und Becher-Schüler Thomas Struth dieser Thematik. Die Werke stammen aus den letzten neun Jahren und zeugen von seiner präzisen und geduldigen Arbeitsweise.

Thomas Struth: "Chemistry Fume Cabinet, The University of Edinburgh", 2010, Inkjet-Print, 120,5 x 166,0 cm

Hamburg

Die Kunst der Archivierung: Der amerikanische Konzeptkünstler Joseph Grigely entdeckte 1992 zufällig den umfangreichen Nachlass des Kunstkritikers Gregory Battcock in einer Lagerhalle. Battcock war ein einflussreicher Protagonist der New Yorker Kunstszene der Sechziger und Siebziger und gab mit seinen Schriften zur Minimal Art, zur Konzept-, Video- und Performancekunst maßgeblich den Ton an. Grigely wirft mit seiner wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Battcocks Wirken auch Fragen der Archivierung, speziell im digitalen Zeitalter auf.

  • The Gregory Battcock Archive. Joseph Grigely
  • 5. März bis 5. Juni 2016
  • Eröffnung a 4. März 2016 um 19:00 Uhr
  • Kunstverein Hamburg

David Bourdon: "Gregory Battcock at his desk as editor of Arts Magazine, New York", 1973-1975

Kochel am See

Heimkehr: Franz Marcs Todestag jährt sich zum 100. Mal. Das ihm gewidmete Museum in Kochel am See, wo er während seiner Kindheit und Jugend viele Sommer mit der Familie verbrachte und wohin er auch später regelmäßig zurück kehrte, stellt nacheinander drei Hauptwerke des deutschen Malers vor. Der erste Teil zeigt "Das arme Land Tirol" von 1913 und bringt das Gemälde an seinen Ursprungsort zurück.

Franz Marc: "Das arme Land Tirol", 1913, Öl auf Leinwand

Köln

Emotionale Plastiken: Käthe Kollwitz’ Werkstil steht zwischen Expressionismus und Realismus. Ihr Gesamtwerk ist stark biografisch geprägt und wird von einer oftmals schmerzlichen Emotionalität durchzogen. Das ihr gewidmete Museum in Köln zeigt nun in einer Jubiläumsausstellung zum 30-jährigen Bestehen insgesamt 140 Exponate, darunter rund 50 plastische Werke der deutschen Künstlerin. Ihre Zeichnungen geraten dabei mit den dreidimensionalen Arbeiten in einen Dialog.

  • Gussgeschichte(n) – Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink
  • 4. März bis 5. Juni 2016
  • Käthe Kollwitz Museum Köln

Käthe Kollwitz bei der Arbeit am Gipsmodell, um 1935

Mülheim an der Ruhr

German Pop: Pop Art wurde in den Sechzigern nicht nur in Amerika und England produziert. Auch in der BRD setzten sich Künstler wie Sigmar Polke, Rissa, Wolf Vostell, Wolfang Oppermann oder Gerhard Richter kritisch mit der Kultur des Massenkonsums und der Massenkommunikation auseinander. Die Ausstellung im Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr beleuchtet dieses Spannungsfeld zwischen Fortschrittsglauben und Konsumkritik.

Fritz Köthe: "Goodyear", 1975, Tempera und Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm

München

Vom Schatten ins Licht: Das faszinierende Farbspiel in Joaquin Sorollas Gemälden begeisterte schon seine Zeitgenossen. Der Impressionist wird nun mit einer Ausstellung in der Kunsthalle München wiederentdeckt. Die umfangreiche Retrospektive des spanischen Malers zeigt rund 120 Werke aus allen Schaffensphasen, von seinen Anfängen, geprägt vom düsteren Realismus bis hin zu späteren Werken, die mit ihren farbenfrohen, fröhlichen Motiven begeistern.

Joaquín Sorolla: "Das Nähen des Segels", 1896, Öl auf Leinwand, 222 x 300 cm

Wien

Mit Konventionen brechen: Der menschliche Körper und seine gesellschaftliche Tabuisierung – der Wiener Aktionismus der sechziger Jahre bricht mit oftmals blutigen, bisweilen verstörenden Aktionen mit sämtlichen Konventionen. Schon die künstlerischen Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzen sich in der österreichischen Hauptstadt mit ähnlichen Motiven auseinander. Deshalb werden die inhaltlichen und gestalterischen Zusammenhänge der provokanten Bewegung nun mit rund 100 Arbeiten verschiedener Aktionskünstler wie Hermann Nitsch oder Günter Brus in Gegenüberstellung zu Künstlern wie Gustav Klimt oder Oskar Kokoschka im Wiener MUMOK präsentiert.

Parallel sind Arbeiten der Britin Eloise Hauser und der Österreicherin Kathi Hofer zu sehen, zwei Künstlerinnen, die sich kritisch mit dem Begriff der Nostalgie auseinandersetzen.

Hermann Nitsch: "Materialaktion Nr. 14, Cosinus Alpha, vor dem 17. November 1964", 1964, 42 SW-Fotografien je 40 x 30 cm

Wiesbaden

Vom Muster zur Maschine: Der Maler und Grafiker Thomas Bayrle nutzt in seinen Werken die musterhafte Wiederholung von kleinen Elementen – mit großem Effekt. Aus den Mustern entstehen neue Gebilde, Menschen, Formen, Maschinen. Letztere, und speziell ihre Motoren, sind ebenso ein essentieller Teil seines Gesamtwerks. 1966 fand in Wiesbaden eine der ersten Museumsausstellungen von Thomas Bayrle statt. Nun kehren zahlreiche seiner Werke an diesen Ort zurück, wo das 50. Jubiläum seiner Ausstellungskarriere gefeiert wird: Die Maschinen aus der damaligen Präsentation finden sich ebenso wieder wie begleitende Studien, Skizzen und jüngere Arbeiten. Die Schau wird um Werke von Bayrles Vaters Alf ergänzt.

  • Thomas Bayrle. Seniorenfeier
  • 4. März bis 26. Juni 2016
  • Museum Wiesbaden
  • Hier ist ein 10-minütiger Beitrag zur Ausstellung inklusive Künstler-Interview zu sehen.

Thomas Bayrle: Detail "Super Colgate", 1965, Öl auf Holzkonstruktion mit Elektromotor