Berlin

Queere Comic-Helden: Das Schwule Museum in Berlin nimmt sich als erste Institution in Deutschland des Themas queere Comics mit einer Ausstellung an. Unter dem Motto "Super_heldinnen" werden Geschichten über lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Charaktere gezeigt, die sich – ob nun mit überirdischen Kräften oder als allzumenschliche Protagonisten – einer heteronormativen Welt stellen und den Alltag heldenhaft meistern. Die Exponate reichen von Undergroundcomics aus den Siebzigern bis zu Mainstreamgeschichten, es werden originale Zeichnungen gezeigt und die Ausstellung setzt sich mit Biografien der Autoren und der Geschichte der Zensur auseinander. Im Rahmenprogramm finden Vorträge, Lesungen und Workshops für alle statt, die mehr über die queere Seite der Comicwelt wissen wollen.

  • Superqueeroes – Our LGBTI* Comic Book Heroes and Heroines
  • 22. Januar bis 26. Juni 2016
  • Schwules Museum

Berlin

Wie der Vater, so der Sohn: Hans Holbein der Jüngere trat schon früh in die Fußstapfen seines Vaters Hans Holbein dem Älteren und reihte sich, ebenso wie sein Bruder Ambrosius Holbein, in die Tradition der Malerfamilie ein. Durch seine Arbeit als Hofmaler des Königs Heinrich VIII. erlangte er große Aufmerksamkeit und gilt heute als einer der bedeutendsten Porträtmaler der Renaissance. Im Bode-Museum in Berlin wird nun eine umfangreiche Ausstellung um die Künstlerfamilie eröffnet, deren Zentrum diese berühmte Holbein-Madonna des jüngeren Sohnes darstellt.

  • Holbein in Berlin. Die Madonna der Sammlung Würth mit Meisterwerken der Staatlichen Museen zu Berlin
  • 21. Januar bis 8. Mai 2016
  • Bode Museum

Hans Holbein d. J.: "Die Madonna des Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen", 1526/28, Nadelholz, 146,5 x 102 cm

Berlin

Jazz auf Papier: Niklaus Troxler, seines Zeichens Jazzmusiker und Grafikdesigner, gründete 1966 ein Jazz Festival in seiner Heimatstadt Willisau in der Schweiz – und damit eines der einflussreichsten Festivals für Jazzmusik Europas. Dafür gestaltet er noch bis heute alle Plakate, ebenso wie für andere Konzerte, zahlreiche Plattencover und Bücher. Dem emeritierten Professor für Kommunikationsdesign in Stuttgart und seinen Plakatmotiven wird nun eine Ausstellung in Berlin gewidmet.

  • All That Jazz – Plakatkunst von Niklaus Troxler
  • 23. Januar bis 17. Juli 2016
  • Bröhan Museum

Niklas Troxler: "Plakat Jazz Festival Willisau", 1978

Darmstadt

Für alle Liebenden: Wer saß noch nicht in einem Kino und hat sich während einer Liebesszene beim Dahinschmachten (oder wahlweise auch Tränenverdrücken) ertappt? Die Liebe ist ein Phänomen, was im Kino wie kein anderes seinen Ausdruck findet. Davon zeugen die "Love Sounds" der New Yorker Filmkritikerin und Medienkünstlerin Masha Tupitsyn. Die 24-stündige Soundinstallation in englischer Sprache läuft in einem speziell angefertigten Raum in der Kunsthalle Darmstadt und besteht aus Tonspuren von über 1500 Liebesszenen aus Kinofilmen der letzten achtzig Jahre. Damit schafft Tupitsyn ein akustisches Archiv der Liebe. Die Soundfragmente sind in acht Kategorien, wie beispielsweise "Heartbreak", "Love" oder "Desire-Sex", eingeteilt und es wird schnell klar, dass hier nicht nur der Blick durch die rosaroten Brille vorherrscht, sondern auch die Schattenseiten der Liebe ihren Ausdruck finden.

Masha Tupitsyn: "Love Sounds Poster", 2015

 

Düsseldorf

Siebenmal Zufall: Was zunächst klingt wie ein böser Hexenfluch ist ein Ausstellungskonzept aus Düsseldorf. In der Galerie Contemporary Pop Ups untersuchen sieben junge Künstler das Phänomen des Zufalls. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle sind oder waren Studierende der Kunstakademie Düsseldorf. Ansonsten könnten sie unterschiedlicher nicht sein und so positionieren sie sich mit verschiedenen Ansätzen zu höheren Mächten, Wirklichkeitsstrukturen, dem Zufall und seinem Einfluss auf die Kunst.

Andrea Marcellier: "Les secondes coulent á l'envers", 2015

Essen

Von wegen langweilig: Normen und Standards spielen bei Tõnis Käo eine essentielle Rolle – und das ist auch gut so. Der estnische Industriedesigner hat ein einzigartiges Gespür für systematisches Design, sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. In den frühen Achtzigern erkannte er zum Beispiel, dass das Normformat einer DIN A4-Seite oder die Maße einer Scheckkarte der menschlichen Wahrnehmung vertraute Formate sind. Demnach eignen sie sich, so Käo, perfekt für die Entwicklung technologischer Alltagsgegenstände – wie die Formate von Laptops oder Mobiltelefonen, die uns heute als selbstverständlich erscheinen. Durch eine experimentelle Herangehensweise gelingt Käo die Fusion von ästhetischen und sinnhaftigen Strukturen bei der Entwicklung von Produkten unseres täglichen Lebens. In Essen läuft nun eine Retrospektive mit Designs, Produkten und experimentellen Entwürfen Käos an.

Tõnis Käo: "Idee eines Mobiltelefons (Scheckkarte) und Elektronik-Book (DIN A4)", 1983

Hamburg

Kunst für Naturburschen: Der Niederländer Herman de Vries findet seine Kunst – auf Reisen, Wanderungen und Spaziergängen sammelt er Naturartefakte, um sie später systematisch anzuordnen. Mit der seriellen Struktur, die seiner künstlerischen Arbeitsweise zu Grunde liegt, schafft de Vries Zusammenhänge zwischen Natur, Kunst und Leben. Seit sechs Jahrzehnten schon beweist der gelernte Biologe eine imposante Beharrlichkeit mit seinem umfassenden Werk zwischen Objet trouvé und informeller Kunst, die oftmals auch naturwissenschaftliche Methoden und Ansätze aufweist. Das Ernst Barlach Haus in Hamburg gewährt nun einen Einblick in sein geradezu enzyklopädisches Werk.

Herman de Vries: "collected: beach of iréo, samos", 2013, Kieselsteine im Objektrahmen, 51,5 x 71,5 x 7 cm

Hamburg

Kleine Linien, große Wirkung: Christoph Niemann ist ein Illustrator, der es geschafft hat. Der Deutsche entwirft Logos für Google und designt Titelblätter für The New Yorker, das New York Times Magazine oder das Zeit Magazin. Seine Illustrationen und Designs, die nun im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gezeigt werden, sind stets schlicht und bringen trotzdem ihre Aussage auf den Punkt – dabei bleibt viel Raum für Niemanns cleveren Humor, von dem sich jeder auf irgendeine Weise angesprochen fühlt. Zwischen New York und Berlin zeichnet und collagiert er sich raffiniert durch den Alltag und bedient sich dabei nicht selten auch banaler Gegenstände.

Christoph Niemann: "Brooklyn Bridge", 2012, dreifarbiger Siebdruck, 87 x 61 cm

Köln

Designliebhaber aufgepasst: Anlässlich der Internationalen Möbelmesse in Köln, die noch bis Sonntag, dem 24. Januar, in der Rheinmetropole zu sehen ist, zeigt das Museum für Angewandte Kunst Köln eine Ausstellung über das italienische Designunternehmen Alessi, das seit den Zwanzigern mit seinen zeitlosen Haushaltsgeräten zahlreiche Designklassiker geschaffen hat. Abgesehen von den weltberühmten Stücken werden auch Skizzen, Entwürfe und Prototypen ausgestellt und die Schau bietet einen Einblick in die Produktionsprozesse des erfolgreichen Herstellers. Zeitgleich eröffnet das Museum eine Ausstellung über Designikonen des Radios. Zudem findet bis Montag, dem 25. Januar, die Interior Design Week "Passagen" statt. In Köln kommen Designfans im Januar also voll auf ihre Kosten!

Alessi/Richard Sapper: "Espressokocher 9090", 1979

München

Wir müssen reden: Und zwar über Körper. Adele Röder stellt die menschliche Körpersprache in das Zentrum ihrer Kunst und auch in ihrer multimedialen Ausstellung "Olympia, or: Message from the Dark Room" im Münchener Haus der Kunst liegt der Fokus ganz auf der ersten Instanz der Kommunikation. Am Donnerstag (21. Januar 2016) spricht die derzeit in London lebende junge Künstlerin über ihre Installationen, die Entstehungsprozesse und die Neukontextualisierung ihrer Werke.

Adele Röder vor "Comcorröder Breast, Totem (Part Five), C-Component and Umlaut", 2010/2015

Oberhausen

Kunst für alle ... ist das Motto, unter dem die Pop Art zunächst stand. Serienhafte Auflagen von Drucken, Collagen und Objekten waren zentrales Charakteristikum der Bewegung. Nicht nur Andy Warhol nutzte Techniken der Massenproduktion für seine Kunst. Insbesondere durch die Konzentration auf diesen ursprünglichen Leitgedanken der Pop Art als "ars multiple" zeichnet sich die Sammlung von Heinz Beck aus. Mit zahlreichen Multiples und Siebdrucken ehrt die Ludwiggalerie in Oberhausen das Erbe der Pop Art mit einem Fokus auf amerikanische Werke.

  • American Pop Art. Meisterwerke massenhaft von Robert Rauschenberg bis Andy Warhol aus der Sammlung Heinz Beck
  • 24. Januar bis 16. Mai 2016
  • Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Tom Wesselmann: "Foot", 1968

Wien

Oh, du schönes Wien: Der Österreicher Hans Robert Pippal widmete sich mit seiner Malerei ganz der Stadt Wien. Kein Anderer porträtierte die Stadt so atmosphärisch und repräsentativ. Zu jeder Jahres- und Tageszeit malte und zeichnete der Nachkriegskünstler die markantesten Orte, wie zum Beispiel die Gebäude um die Ringstraße, die Staatsoper oder den Stephansdom und fing dabei das Lebensgefühl der Wiener und Wienerinnen über Jahrzehnte hinweg ein. Die Albertina zeigt nun erstmal öffentlich eine Auswahl der Schenkung der Tochter des Küsntlers, Prof. Martina Pippal.

Hans Robert Pippal: "Wien 8, Theater in der Josephstadt im Winter", um 1975