Berlin

Rollentausch: Was passiert, wenn ein Künstler seine Retrospektive von einer Schauspielerin kuratieren lässt, die ihn nicht einmal kennt? Für dieses abenteuerliche Konzept stellt Nina Hoss, Theater- und Filmschauspielerin, in der Galerie Contemporary Fine Arts in Berlin ihr kuratorisches Händchen unter Beweis und konzipierte eine Ausstellung mit überwiegend filmischen Arbeiten des Konzept- und Medienkünstlers Christian Jankowski. Das Thema Rollentausch ist auch in den Performances und Installationen des Künsters, der dieses Jahr die Manifesta kuratiert, von großer Bedeutung. Da kann eine Ausstellung auch schnell zur neuen Arbeit werden. Verwirrt? Am besten hingehen und Klarheit schaffen.

  • Christian Jankowski. Retrospektive – kuratiert von Nina Hoss
  • 15. Januar bis 5. März 2016
  • Contemporary Fine Arts

Berlin

Multitalent: Als der Maler George Grosz 1932 nach New York übersiedelte, packte er eine gerade neu gekaufte Kamera ein – um seine Reise zu dokumentieren, aber auch um das faszinierende Lebensgefühl der US-Metropole einzufangen. Und das ist ihm gelungen. Grosz entwirft auf seinen Aufnahmen ein dynamisches Porträt der pulsierenden Stadt. Sein fotografisches Talent lässt sich nun in Berlin begutachten.

George Grosz: "Im Doppeldeckerbus auf der 5th Avenue, Höhe 48th Street, mit der Collegiate Church of St. Nicholas rechts", 1932

Berlin

Publikumsfavorit: Die Frankfurter Künstlerin Anne Imhof hat 2015 die Jury des Preises der Nationalgalerie überzeugt. Welcher der Nominierten aber die Herzen des Publikums erobert hat, stellt sich am Sonntag den 17. Januar 2016 bei der Bekanntgabe des Publikumspreises heraus. art-Chefredakteur Tim Sommer übergibt den Preis gemeinsam mit Udo Kittelmann, dem Direktor der Nationalgalerie und Thomas Girst, dem Leiter des Kulturengagements von BMW. Auch das Publikum wird belohnt: Unter den Teilnehmern der Abstimmung werden hochwertige Preise verlost. Außerdem wird zum letzten Mal der Film "California City" von Bastian Günther, dem Gewinner des Förderpreises für Filmkunst, gezeigt.

Die vier Nominierten: v. l. n. r. Christian Falsnaes, Slavs and Tatars, Anne Imhof, Florian Hecker

Bonn

Come together: Die Konzeptkünstlerin Isa Genzken bewegt sich mit ihren ortsspezifischen Werken zwischen Minimalismus und Pop-Art. Wenn Sie einen Eindruck über ihre zahlreichen Außenprojekte bekommen möchten, müssen Sie für kurze Zeit nicht mehr die verschiedenen Installationsorte bereisen. In Bonn werden jetzt Modelle ihrer realisierten und auch nicht-realisierten Projekte gezeigt.

  • Isa Genzken. Modelle für Außenprojekte
  • 15. Januar bis 17. April 2016
  • Bundeskunsthalle

Isa Genzken: "Rose", 1993, Baden-Baden, Park der Villa Schriever, realisiert, Modell, 2015, Maßstab 1:50, Kunststoff, Acrylfarbe, Holz, 165 x 50 x 70 cm

Chemnitz

Expressionist der ersten Stunde: Die umfassende Ausstellung über den Maler Erich Heckel zeigt seinen Bezug zur Stadt Chemnitz. Hier verbrachte er seine Kindheit und Jugend und hier lernte er schon während der Schulzeit Gleichgesinnte kennen, mit denen er in Debattierclubs die Grundsteine für seinen späteren Werdegang als Mitbegründer der expressionistischen Künstlergruppe "Brücke" legte. Außer seinen Gemälden werden auch historische Dokumente aus der Schulzeit und Grafiken präsentiert.

  • Erich Heckel. 120 Werke
  • 17. Januar bis 17. April 2016
  • Eröffnung am 16. Januar, 18 Uhr
  • Museum Gunzenhauser

Erich Heckel: "Knabe in der Tram" , 1912, Öl auf Leinwand auf Pressspan, 86 x 67 cm

Essen

Überschwarz: Pierre Soulages war schon immer der Farbe Schwarz verfallen. Das "outrenoir" – Überschwarz, wie er es nennt – trägt er in dicken Farbschichten auf, später versieht er die monochromen Farbflächen mit tiefen Furchen und Einschnitten. Soulages lässt so die Farbe Schwarz förmlich in ganz neuem Licht erstrahlen. Seine düsteren Bildtafeln, darunter sowohl neue also auch ältere Werke, können jetzt im Museum Folkwang in Essen genauer unter die Lupe genommen werden.

Pierre Soulages: "Peinture, 28 Aout 2015", 2015, Acryl auf Leinwand, 243 x 181 cm

Göttingen

Future fairy tale: Britta Thies Arbeiten existieren bis jetzt hauptsächlich im digitalen Raum. Wie die Medienkünstlerin mit physischen Orten umgeht dürfte jedoch ähnlich abenteuerlich werden, wie beispielsweise ihre skurrile, bisweilen futuristische Video-Webserie "Translantics", die 2015 in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle und Arte Creative entstand. Thies schickt die Besucher in ihrer erste institutionelle Einzelausstellung in einen märchenhaften Parcours aus Fiktion und Realität, Künstlerischem und Dokumentarischem.

  • Britta Thie: dove step
  • 10. Januar bis 21. Februar 2016
  • Eröffnung mit Künstlergespräch am 10. Januar 2016, 11:30 Uhr
  • Kunstverein Göttingen

Britta Thie: Installationsansicht "dove step" im Kunstverein Göttingen, 2016

Köln

Jubiläumsfeier: Die Kölner Hardhitta Gallery präsentiert zum fünfjährigen Bestehen Fotografien von Arlene Gottfried, Gregory Bojorquez, Joseph Rodriguez, Jamel Shabazz und Miron Zownir. Die Bilder dokumentieren das Lebensgefühl der achtziger und neunziger Jahre in den USA, zeigen subkulturelle Milieus in New York und Berlin oder geben uns Einblicke in das Leben der Straßengangs von Los Angeles. Den reportageartigen, teils skurrilen Straßenfotografien werden dynamisch-farbintensiven Gemälde von Oliver Blum gegenübergestellt.

  • 5 years – Six artists
  • 16. Januar bis 20. März 2016
  • Eröffnung am 15. Januar 2016, 22:00 Uhr
  • Hardhitta Gallery

Arlene Gottfried: "El Cotorito", 1980

 

 

Köln

Flüstertöne für Sprachaffine: Die Medienkünstlerin Tessa Knapp lässt in ihrer neuen Ausstellung Stimmen in Ton- und Textform durch den Raum huschen. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen lieferten ihr die vielsprachigen Phrasen, die von Momenten des individuellen Lebendigseins erzählen. Zu poetisch? Kein Problem, denn hier geht es nicht ums wortwörtliche Verstehen. Ohne die Inhalte des Gesprochenen zu kennen, geraten Emotionen und Rhythmen in den Vordergrund, auf die man sich auch ohne Übersetzung gänzlich einlassen kann.

  • Tessa Knapp. Voices
  • 14. Januar bis 20. Februar 2016
  • Eröffnung am 13. Januar 2016, 20 Uhr
  • Künstlergespräch am 3. Februar 2016, 19 Uhr
  • Artothek Raum für junge Kunst

Winterthur

Alles beginnt mit einer Skizze: Das Kunstmuseum Winterthur startet in das Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen mit einer Ausstellung über Zeichnungen, die teils schon seit Beginn an im Bestand der eigenen Sammlung waren. Von Wegbereitern des Impressionismus, wie Eugène Delacroix bis zu Post-Impressionisten wie Henri Toulouse-Lautrec und Ferdinand Hodler, sind Künstler aus Frankreich und der Schweiz vertreten, die mit ihren Zeichnungen und Skizzen Einblick in ihre Malprozesse gewähren.

  • Von Eugène Delacroix bis Giovanni Giacometti. Französische und schweizerische Zeichnungen aus der Sammlung
  • 6. Januar bis 24. April 2016
  • Kunstmuseum Winterthur

Henri de Toulouse-Lautrec: "Lièvre", um 1877–1880, Bleistift, Wasserfarben und Deckfarbe auf Papier, 9,3 x 14,5 cm